Alpine A390
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Alpine A390: Elektro-Neuling fordert Premium-Konkurrenz heraus

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 06.01.2026

Alpine betont, dass das zweite vollelektrische Modell der Marke kein Nischenprodukt, sondern ein ernstzunehmender Markteintritt ist. Der neue A390 startet bei rund 70.000 Euro und positioniert sich damit gefährlich nah an etablierten Premium-Rivalen. Die Frage liegt auf der Hand: Reicht Alpines emotionale Strahlkraft aus, um einen fünfsitzigen Elektro-Allrounder zu tragen?

Im ersten Quartal dieses Jahres öffnet Alpine die Bestellbücher für den A390, die ersten Auslieferungen an Kunden sind für das Frühjahr angekündigt. Nach dem kleineren A290 ist er das zweite Modell in Alpines sogenannter Dream Garage und der erste ernsthafte Versuch der Marke, ihre sportliche DNA in eine größere und schwerere Fahrzeugklasse zu übertragen.

Der A390 startet in drei Varianten.

Der GT leistet 400 PS und sprintet in 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Die auf 390 Exemplare limitierte Premiere Edition entspricht technisch dem GT, bietet aber eine umfangreichere Ausstattung. Der GTS steigert die Leistung auf 470 PS und 824 Newtonmeter, was die Zeit für den Standardsprint auf 3,9 Sekunden verkürzt.

Alle Versionen verfügen über eine 89-kWh-Batterie und Allradantrieb. Die Werte sind konkurrenzfähig, aber nicht revolutionär – vor allem in einer Preisklasse, in der reine Beschleunigung längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr ist.

Besonderen Wert legt Alpine auf das Active Torque Vectoring System, das zwei separate Elektromotoren an der Hinterachse nutzt. Ziel ist laut Ingenieuren ein Fahrverhalten, das direkt am leichteren Alpine A110 gemessen wurde. Ein ambitioniertes und riskantes Versprechen: Einen zwei Tonnen schweren Elektro-Fastback über reines Lenkgefühl zu verkaufen, ist alles andere als einfach.

Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 555 Kilometern im GT und 500 Kilometern im GTS. Das Schnellladen erreicht maximal 190 kW, ein Ladestand von 15 auf 80 Prozent dauert etwa 25 Minuten. Damit hinkt der A390 den neuesten 800-Volt-Konkurrenten hinterher.

Positiv: Zur Serienausstattung gehört ein 11-kW-AC-Bidirektionallader mit V2G- und V2L-Funktion. Ein 22-kW-AC-Lader ist optional und in der Premiere Edition serienmäßig verbaut.

Im Innenraum setzt der A390 auf Handwerkskunst und Atmosphäre statt auf Effekthascherei. Zwei große Displays – ein 12,3-Zoll-Fahrerdisplay und ein 12-Zoll-Touchscreen – bieten Google-Dienste und Alpine Telemetrie. Das Audiosystem wurde mit Devialet entwickelt, im GTS kommt die XtremeSound-Version zum Einsatz. Die Sitze reichen von Alpine-Sportsesseln bis zu Sabelt-Schalensitzen. Das Kofferraumvolumen beträgt 532 Liter – ein klares Signal, dass der A390 keine Berührungsängste mit dem Alltag hat.

Mit einem Einstiegspreis von 70.000 Euro konkurriert der A390 nicht mehr nur mit Nischen-Elektromodellen, sondern tritt gegen größere und bekanntere Premium-Elektromarken an. Alpines Stärke ist Emotion und Tradition, die Schwäche bleibt die geringe Bekanntheit in diesem Segment.

Ob diese Balance zugunsten von Alpine ausfällt, wird sich zeigen, wenn Kunden über die Markenromantik hinausgehen und Fakten wie Ausstattung, Platzangebot und Ladegeschwindigkeit abwägen. Der A390 ist ein selbstbewusster Schritt – und ein Test, wie weit der Name Alpine im reifenden Elektro-Markt tatsächlich trägt.


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