AM General Unmanned Ground Vehicle (UGV)
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AM General macht aus dem Humvee einen kabinenlosen Drohnen-Laster

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 27.03.2026

AM General hat auf der AUSA Global Force ein neues unbemanntes Bodenfahrzeug vorgestellt, das die klassische Humvee-Kabine streicht und durch eine modulare Ladeplattform ersetzt. Der Schritt zeigt, wo sich das Unternehmen in den Zukunftsplänen der US Army positionieren will, dort, wo Autonomie voraussichtlich zuerst Einzug hält: beim Transport von Nachschub, Energie und robotischen Systemen zu verteilten Einheiten.

Das neue unbemannte Bodenfahrzeug, kurz UGV, übernimmt zwar klar die Formensprache der größeren Humvee-Familie, setzt seine Schwerpunkte aber anders. An die Stelle des Mannschaftsraums rückt bei AM General eine rekonfigurierbare Ladefläche. Hinzu kommen ein drahtlos bedienbarer Servicekran mit T-Ausleger, ein L-Track-Zurrsystem und sogar ein kleineres unbemanntes Bodenfahrzeug von FireAnti. Die Botschaft ist eindeutig: Dieses Fahrzeug soll weniger wie ein klassischer taktischer Lkw arbeiten, sondern eher wie ein logistisches Mutterschiff.

Angetrieben wird es von einem neuen 6,5-Liter-V8-Turbodiesel mit 250 PS und mehr als 550 lb-ft Drehmoment. Dieser Motor soll künftig auch in leichten taktischen Fahrzeugen zum Einsatz kommen, darunter in der nächsten Entwicklungsstufe des Humvee selbst.

Das eigentliche strategische Gewicht liegt jedoch tiefer als auf dem Messestand. Am 14. Oktober 2025 gab AM General eine Partnerschaft mit Carnegie Robotics und Textron Systems bekannt, um für das M-MET-Programm der US Army eine autonome Plattform zu entwickeln. Ihre Aufgabe wäre es, Nachschub und operative Energie von Unterstützungsbereichen auf Brigadeebene zu verteilten vorgeschobenen Einheiten zu transportieren. In der damaligen Mitteilung war von einem Hybridantrieb, Drive-by-Wire-Steuerung und mehr als 30 kW exportierbarer Leistung die Rede. Das aktuelle Debüt deutet darauf hin, dass das Konzept inzwischen den Sprung von PowerPoint zu Metall geschafft hat.

Breaking Defense berichtete bereits 2024, dass die US Army nach einem neuen unbemannten Logistikfahrzeug suchte, um die Lücke zwischen dem kleinen robotischen Lastenträger S-MET und dem deutlich größeren Versorgungs-Lkw PLS zu schließen. Aus dieser Perspektive wirkt der Verzicht auf Mannschaftsraum vollkommen bewusst. AM General wollte mehr nutzbares Ladevolumen, mehr modulare Befestigungspunkte und mehr Platz für missionsspezifische Ausrüstung bei annähernd gleicher Grundfläche. Die kabinenlose Architektur macht dieses UGV nicht zu einem billigeren Humvee. Sie macht es zu einem Werkzeug für eine völlig andere Aufgabe.

National Defense schrieb im Februar, dass die Army ihre Pläne für Bodenautonomie im vergangenen Jahr wiederholt überarbeitet, das Programm Robotic Combat Vehicle gestrichen und sich einem fahrzeugneutralen Ansatz bei der Autonomie zugewandt habe. Derselbe Bericht betonte, dass Versorgungsmissionen zu den Aufgaben gehören, bei denen unbemannte Bodensysteme voraussichtlich früher in den realen Dienst gelangen als vollautonome Gefechtsformationen. Mit anderen Worten: AM General jagt nicht der spektakulärsten Anwendung hinterher. Das Unternehmen setzt auf diejenige, die die Army am ehesten beschaffen dürfte.

Deshalb ist dieses Debüt mehr als nur die Vorstellung einer ungewöhnlich aussehenden Militärmaschine. Mit diesem UGV will AM General zeigen, dass sich das Humvee-Erbe auch dann noch vermarkten lässt, wenn Fahrer, Beifahrer und gepanzerte Kabine vollständig entfallen. Falls die Army den erwarteten Wettbewerb noch in diesem Jahr startet und das Unternehmen diesen Demonstrator in einen serienreifen Logistikroboter überführen kann, könnte daraus die nächste ernsthafte kommerzielle Wiedergeburt des Humvee werden. Sollte sich die Beschaffungslogik erneut verschieben, bleibt dieses UGV dennoch ein ziemlich klares Signal dafür, wohin sich der Markt für militärische Bodenautonomie nach eigener Einschätzung bewegt.


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