Audi RS 5 Avant
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Audi RS 5: Hybrid-Power mit Ansage

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 20.02.2026

Die Ingenieure in Ingolstadt haben das Warten beendet. Die neue Generation des Audi RS 5 tritt als kalkulierter Überlebenszug in einer Welt auf, in der Emissionsvorschriften klassische Performance-Modelle von allen Seiten bedrängen.

Audi hat bei der Namensgebung kräftig durchgewischt. Das RS 4-Emblem verschwindet, stattdessen übernimmt der RS 5, während gerade Zahlen künftig den reinen Elektromodellen vorbehalten sind. Die Ironie liegt auf der Hand: Um den Verbrenner zu retten, musste Audi ihn in Batterien und Software einpacken.

Hybrid-Power, kompromisslose Zahlen

Der neue RS 5 verabschiedet sich vom reinen Verbrenner und setzt auf Plug-in-Hybrid-Technik. Auf dem Papier wirkt das verantwortungsbewusst, in der Realität ist es gnadenlos schnell.

Im Zentrum arbeitet weiterhin ein 2,9-Liter-V6-Biturbo. Jetzt unterstützt ihn ein Elektromotor, gemeinsam liefern sie 639 PS und 850 Nm Drehmoment. Im Vergleich dazu wirkt das Vorgängermodell fast schon zurückhaltend.

Quattro-Allrad bringt die Kraft mit chirurgischer Präzision auf die Straße. Audi verspricht 0–100 km/h in 3,5 Sekunden. Damit fährt der RS 5 in seiner Klasse ganz vorne mit, trotz des Zusatzgewichts durch die Batterie.

Die 20,4-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 80 Kilometer rein elektrisches Fahren – unter Idealbedingungen. Im Stadtverkehr gleitet der RS 5 lautlos durch den Verkehr und gibt sich ökologisch, bis der V6 auf freier Strecke seine Stimme erhebt.

Strategie statt Nostalgie

Das Audi-Management kennt die Spielregeln. Das Hybridsystem dient nicht nur der Performance, sondern ist auch ein Zugeständnis an die Regulierer: Es senkt die offiziellen CO2-Werte und hält das Modell in Märkten mit strengen Vorgaben am Leben.

Der Vergleich mit der Konkurrenz zeigt: Der BMW M3 setzt weiterhin auf einen Sechszylinder ohne Elektrifizierung. Der Mercedes-AMG C63 geht den radikalen Weg mit einem stark aufgeladenen Vierzylinder-Hybrid. Audi wählt den Mittelweg, behält den Prestige-Faktor und Charakter des V6 bei und ergänzt ihn um elektrische Unterstützung – für geschmeidigere Kraftentfaltung und die Einhaltung der Vorschriften.

In dieser Liga entscheidet längst nicht mehr nur der Hubraum. Softwareabstimmung und das Zusammenspiel von E-Motor und Verbrenner sind genauso wichtig wie die nackten Leistungsdaten.

Gewicht, Winter und Wirklichkeit

Die Batterie bringt zwangsläufig mehr Gewicht. Auf schlechten Straßen muss das Fahrwerk härter arbeiten, um die Masse zu kontrollieren. Audi betont, das Fahrwerk umfassend überarbeitet zu haben, damit der RS 5 trotz Zusatzkilos in Kurven souverän bleibt.

Wie sich das System bei Kälte schlägt, hängt davon ab, wie gut Batterie-Temperatur und Drehmomentverteilung auf rutschigem Untergrund gemanagt werden. Quattro war traditionell eine Winterwaffe, doch die Komplexität des Plug-in-Hybrids bringt neue Unbekannte ins Spiel.

Der Preis steigt entsprechend und katapultiert den RS 5 in Regionen, in denen Käufer auch ganz andere Investitionen erwägen könnten. Doch diese Überlegung beschäftigt den typischen RS-Kunden selten. Hier geht es nicht um Vernunft, sondern um ein Statement.

Der neue RS 5 beweist: Der Verbrenner-Performance-Wagen ist nicht tot. Er teilt sich jetzt nur die Bühne mit einer Batterie – und ist dabei vielleicht schneller als je zuvor.


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