Bertone Runabout
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Bertone Runabout: Keilform-Ikone kehrt als Exot zurück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 29.01.2026

Bei Bertone ist Geschichte kein verstaubtes Archiv, sondern ein lebendiger Bauplan für die Gegenwart. Im Mittelpunkt steht der legendäre Autobianchi A112 Runabout von 1969, einst eine keilförmige Designstudie, die Fiat- und Lancia-Sportwagen vorwegnahm. Nun feiert er als exklusive Serienversion sein Comeback – eine Mischung aus dem Optimismus vergangener Jahrzehnte und britischer Ingenieurskunst, die an eine Zeit erinnert, als Autodesign noch an Schiffbau erinnerte.

Der neue Bertone Runabout bleibt der ikonischen Silhouette seines Vorbilds treu, verzichtet aber klugerweise auf manche nostalgische Schrulle wie den völligen Verzicht auf Türen. Stattdessen gibt es nun vollwertige Einstiege und zwei Karosserievarianten: die offene Barchetta oder den Targa mit abnehmbaren Dachteilen. Im Innenraum gelingt es den Designern, das 60er-Jahre-Strandgefühl mit einer Mischung aus Leder und Metall einzufangen. Als augenzwinkernde Hommage an die nautischen Wurzeln ersetzt ein Kompass die übliche Luxus-Uhr im Cockpit. Hier zählt eindeutig der Stil der Reise mehr als das Ziel.

Unter dem markanten Blech verzichtet Bertone auf Experimente und setzt auf Bewährtes: Die Aluminium-Architektur stammt von der Lotus Exige. Das garantiert ein pures, mechanisches Fahrerlebnis, das dem dramatischen Auftritt gerecht wird. Für Vortrieb sorgt ein mittig verbauter 3,5-Liter-V6 von Toyota, der auf satte 475 PS getrimmt ist. Die Kraft wird klassisch über ein manuelles Sechsgang-Getriebe übertragen. Bei einem Leergewicht von etwas über 1.000 Kilogramm sprintet der Runabout in nur 4,1 Sekunden auf 100 km/h.

Wie bei solchen exklusiven Neuauflagen üblich, bleibt der Runabout ein rares Vergnügen: Bertone fertigt lediglich 25 Exemplare, der Einstiegspreis liegt bei stolzen 390.000 Euro. Das Auto richtet sich an Sammler, die Wert auf Designgeschichte und Charakter legen, statt auf nüchterne Daten.

Gerade erleben wir, wie die Branche immer öfter in die Vergangenheit blickt. Während kommende Elektroautos oft steril wirken, liefern Kleinserien-Retromods wie dieser eine dringend benötigte Dosis analoger Romantik und die kantige Formensprache, die einst die Welt veränderte.


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