Hydrogen tank in the BMW iX5 Hydrogen
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BMW iX5 Hydrogen erhält neuen Wasserstofftank und steigert die Reichweite auf 750 Kilometer

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 10.04.2026

BMW bereitet den seriennahen iX5 Hydrogen für 2028 mit einem neuen „Flat Storage“-Tanksystem vor. Es speichert mindestens sieben Kilogramm Wasserstoff, lässt sich in weniger als fünf Minuten betanken und soll eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern ermöglichen. Entscheidend ist jedoch die Integration: Laut BMW passt das System unter den X5-Boden, ohne den Innenraum einzuschränken, und kann auf derselben Fertigungslinie wie Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und Elektroversion gebaut werden.

BMW spricht diesmal nicht einfach über einen weiteren Wasserstofftank. Der Hersteller ersetzt die bisherige Zweitank-Anordnung durch eine neue Architektur mit sieben Hochdrucktanks aus kohlefaserverstärktem Verbundwerkstoff. Sie sind parallel verbunden und in einem stabilen Metallrahmen untergebracht. Statt jeden Tank als separates Druckgefäß auszulegen, fasst BMW mehrere Kammern zu einer abgedichteten Einheit zusammen, die über ein zentrales Hauptventil gesteuert wird. Nach Angaben des Unternehmens verbessert das sowohl die Energiedichte als auch die Flexibilität bei der Integration. Entsprechend hat BMW für das Konzept bereits mehrere Patentanmeldungen eingereicht.

Das eigentliche Gewicht der Ankündigung liegt in der Einbaulage im Fahrzeug. BMW erklärt, die Geometrie der neuen Wasserstofftanks sei so ausgelegt, dass sie mit der Gen6-Hochvoltbatterie zusammenarbeitet, ohne Platz im Innenraum zu beanspruchen. Anders gesagt: Der Wasserstoff-X5 soll nicht den üblichen Kompromiss erzwingen, bei dem ein alternativer Antrieb Kofferraumvolumen, Fondplatz oder die Bodenhöhe beeinträchtigt. Zugleich bietet die Fahrzeugstruktur den 700-bar-Tanks zusätzlichen mechanischen Schutz, was auch das Sicherheitsargument stärkt. BMW will damit einen klaren Punkt machen: Ein X5 mit Wasserstoffantrieb soll sich für den Kunden wie ein normaler X5 anfühlen, nicht wie ein rollendes Laborexperiment.

Gegenüber der aktuellen iX5-Hydrogen-Pilotflotte ist der Schritt deutlich. Das bisherige Erprobungsfahrzeug nutzte zwei 700-bar-CFRP-Tanks mit einer Gesamtkapazität von sechs Kilogramm Wasserstoff, ausreichend für 504 Kilometer nach WLTP. Nun gibt BMW an, dass das neue System die Speicherkapazität auf mindestens sieben Kilogramm erhöht und die Reichweite auf bis zu 750 Kilometer steigert. Das deutet darauf hin, dass die Marke Wasserstoff nicht mehr nur als nützliches Demonstrationsobjekt betrachtet. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine deutlich praktischere Frage: Wie lässt sich ein großes SUV mit Brennstoffzelle im Alltag so mühelos nutzen wie ein Diesel- oder Benzinmodell?

Im März bestätigte BMW, dass der neue X5 im Sommer 2026 öffentlich vorgestellt wird und als erster BMW mit fünf verschiedenen Antriebsarten angeboten werden soll: Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid, batterieelektrisch und ab 2028 auch als Wasserstoff-Brennstoffzellenversion. Damit ist der X5 bislang der klarste Ausdruck der technologieoffenen Strategie von BMW. Das Unternehmen legt sich nicht auf einen einzigen Sieger fest. Stattdessen entwickelt es ein Fahrzeug für mehrere mögliche Markt- und Regulierungsszenarien zugleich.

Auch bei der Brennstoffzelle arbeitet BMW nicht allein. Der neue iX5 Hydrogen nutzt ein System der dritten Generation, das gemeinsam mit Toyota entwickelt wurde. Bereits 2024 hatten beide Unternehmen angekündigt, ihre Partnerschaft in die nächste Phase zu führen, um bis 2028 ein breiteres Angebot an Brennstoffzellen-Pkw auf den Markt zu bringen. Für BMW bedeutet das niedrigere Entwicklungskosten und einen schnelleren Reifegrad der Technik, bei gleichzeitigem Erhalt der eigenen Fahrcharakteristik, Software und Produktpositionierung.

Genau das ist womöglich der aufschlussreichste Teil des Projekts. BMW präsentiert Wasserstoff nicht als romantische Alternative zum Batterieauto. Der Antrieb wird vielmehr als eine weitere Möglichkeit behandelt, den X5 in einem Markt ohne eindeutige Antwort nutzbar, vertraut und kommerziell relevant zu halten.


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