Bovensiepen Zagato
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Bovensiepen Zagato markiert einen Neuanfang, erstes GT-Coupé der früheren Alpina-Eigner startet bei 369.495 Euro

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 01.05.2026

Bovensiepen hat mit dem Zagato sein erstes eigenes Modell vorgestellt und positioniert es direkt am oberen Ende des Marktes für exklusive Kleinserien-Coupés. Ein Einstiegspreis von 369.495 Euro, ein 611 PS starker Reihensechszylinder-Benziner und eine auf 99 Fahrzeuge limitierte Auflage machen die Richtung klar. Die Familie aus Buchloe zielt nicht mehr auf Alpina-typische Stückzahlen, sondern auf eine neue Marge über Handwerkskunst, Designpartnerschaft und Knappheit.

Der Schritt ist ein bewusster strategischer Bruch. BMW hatte bereits 2022 angekündigt, die Rechte an der Marke Alpina zu übernehmen, die langjährige Zusammenarbeit sollte Ende 2025 auslaufen. Am 1. Januar 2026 nahm BMW ALPINA als eigenständige Luxusmarke innerhalb der BMW Group den Betrieb auf. Damit blieben der Familie Bovensiepen zwei Optionen: sich still aus dem Hintergrund zurückzuziehen oder eine eigene Identität aufzubauen. Sie entschied sich für Letzteres und kehrte mit einem Auto zurück, das ihren Namen trägt.

Der Zagato selbst ist technisch wie gestalterisch ein sorgfältig austariertes Statement. Nach offiziellen Angaben arbeitet im Coupé ein 3,0-Liter-Verbrennungsmotor mit 449 kW beziehungsweise 611 PS und 700 Nm Drehmoment. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in 3,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 300 km/h. Jedes Fahrzeug benötigt in Buchloe mehr als 250 Stunden bis zur Fertigstellung, die Karosserie besteht nahezu vollständig aus Carbon, mehr als 400 Bauteile werden dafür montiert. Bilstein-Damptronic-Dämpfer übernehmen die Fahrwerksabstimmung, eine Titan-Abgasanlage von Akrapovič liefert den Klang.

Der Preis sagt über dieses Auto fast so viel aus wie die technischen Daten. Mit 369.495 Euro inklusive deutscher Mehrwertsteuer bewegt sich der Bovensiepen Zagato in derselben finanziellen Liga wie ein Bentley Continental GT, Aston Martin Vanquish oder Ferrari. Unter der Karosserie steckt jedoch Technik auf Basis des BMW M4. Bovensiepen verkauft damit faktisch weniger Leistung pro Euro, dafür deutlich mehr Handwerkskunst, Exklusivität und Sammlerwert. Das ist eine bewusste Abkehr von der Logik eines Tuners hin zur Ökonomie eines Boutique-Herstellers für GT-Modelle.

Die wichtigere Frage betrifft nun die Marke, nicht das Auto. Alpina hat seinen Ruf über Jahrzehnte mit einer feinen Balance aus BMW-Technik, dezentem Tuning, hoher Alltagstauglichkeit und zurückhaltendem Luxus aufgebaut. Bovensiepen beginnt das nächste Kapitel in einer deutlich teureren Nische, in der Käufer einen erheblichen Teil des Rechnungsbetrags für Designautorschaft, handgefertigte Produktion und die Tatsache zahlen, dass es nur 99 Exemplare geben wird. Das könnte sich als sehr profitabel erweisen, wenn Sammler den neuen Namen schnell annehmen. Gleichzeitig muss Bovensiepen den Markt noch davon überzeugen, dass hier mehr entsteht als ein sehr teurer BMW, auch wenn er sorgfältig neu interpretiert ist.


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