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Chinas Drache will in die Formel 1 und nach Le Mans

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 11.03.2026

Jahrelang schienen chinesische Autobauer mit einer pragmatischen Rolle zufrieden: Massenmodelle, dazu eine kostenbewusste Elektrifizierung. Nun deuten die Signale auf deutlich höhere Ziele. BYD, der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen, richtet den Blick offenbar auf die Spitze des Motorsports, die Formel 1 und die legendären 24 Stunden von Le Mans.

Markenimage kostet mehr als Lithium

Die naheliegende Frage stellt sich sofort: Warum sollte ein Unternehmen, das bereits Millionen bezahlbarer Elektroautos verkauft, Hunderte Millionen in Reifennebel verbrennen?

Weil globale Bekanntheit zählt. In China sitzt BYD auf dem Thron. In Europa und den USA trägt ein chinesisches Emblem jedoch weiterhin eine Menge Ballast mit sich herum.

Die Formel 1 ist nicht nur Sport. Sie ist eine rollende Technologieschau und eine der stärksten Marketingmaschinen der Welt, eine Institution, die einer Marke eine Form von Legitimität verleihen kann, die sich mit Geld allein nicht kaufen lässt. Bloomberg zufolge prüft BYD zwei Wege. Der Konzern könnte ein eigenes Team von Grund auf aufbauen, eine teure und riskante Strategie auf der grünen Wiese. Oder BYD könnte einen bestehenden Rennstall kaufen, ein deutlich schnellerer Einstieg mit vorhandener Infrastruktur, ähnlich wie Audi es mit Sauber getan hat.

Eintrittspreis und Verhandlungen wie am Königshof

Wer am königlichen Hof des Motorsports antreten will, braucht einen langen finanziellen Atem. Experten schätzen, dass eine einzige Saison, inklusive Fahrzeugentwicklung und Logistik, bis zu 500 Millionen Dollar kosten kann, umgerechnet 429,5 Millionen Euro. Das ist genug, um selbst erfahrene deutsche Hersteller schlucken zu lassen.

Geld ist nur ein Teil des Problems. Die Formel 1 und die FIA, der Weltverband des Sports, sind bei Neueinsteigern zunehmend wählerisch geworden und verlangen den Nachweis, dass sie der Meisterschaft einen echten Mehrwert bringen. BYDs Trumpf ist jedoch China selbst. Das Interesse an der Formel 1 in Asien wächst schnell, und Liberty Media hat nie einen Hehl daraus gemacht, die globale Reichweite der Serie auszubauen. Einen chinesischen Technologieriesen ins Feld zu holen, wäre ein naheliegender Schritt, um die Zuschauerzahlen weiter zu steigern.

Eine technologische Brücke zur Straße

Wenn die Formel 1 für kompromisslose Geschwindigkeit steht, gilt Le Mans als große Prüfung für Haltbarkeit und Effizienz. Genau in diesen Bereichen will BYD mit seiner Batterietechnik führend sein. Der Langstreckensport würde dem Unternehmen die Möglichkeit geben, die nächste Generation von Antrieben unter den härtesten denkbaren Bedingungen zu erproben.

Der Schritt steht zugleich für einen breiteren Wandel im Denken chinesischer Autobauer. Jahrelang hielten sie Abstand zur Glamourwelt, zu Kosten und Risiken des Motorsports auf Topniveau. BYDs Ambition deutet darauf hin, dass diese Ära zu Ende gehen könnte. China will nicht mehr nur Autos bauen. Es will auch die Kultur rund um sie mitprägen.


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