Petrol Station
Fullscreen Image

Dieselgate kehrt zurück: Frankreich klagt Autobauer an

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 17.02.2026

Zehn Jahre nach dem ersten großen Abgasskandal stehen Europas größte Autohersteller erneut vor Gericht. Französische Ermittler haben ihre langwierigen Untersuchungen abgeschlossen und Volkswagen, Renault sowie Stellantis in Paris wegen mutmaßlicher Manipulation von Stickoxid-Emissionen angeklagt.

Die Entscheidung der Justiz zeigt, dass Europas Gerichte den Willen haben, systematischen Betrug an Verbrauchern konsequent zu verfolgen. Für die Branche kommt das zur Unzeit: Während Milliarden in die Elektrifizierung fließen, holen die Altlasten der Diesel-Ära die Hersteller wieder ein.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen sogenannte Abschalteinrichtungen – Software, die erkennt, wann ein Fahrzeug auf dem Prüfstand steht, und dann die Abgasreinigung voll aktiviert. Im normalen Straßenbetrieb stießen manche Modelle angeblich bis zu 40-mal mehr Stickoxide aus als erlaubt.

Die französische Staatsanwaltschaft sieht darin nicht nur einen Verstoß gegen Vorschriften, sondern auch einen Betrug am Verbraucher – mit direkten Folgen für Gesundheit und Umweltschutz.

Für Volkswagen reißen die alten Wunden wieder auf. Der Konzern hat weltweit bereits über 30 Milliarden Euro an Strafen, Entschädigungen und Vergleichen im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Dieselgate-Skandal gezahlt. Der Prozess in Frankreich, der 2027 beginnen soll, könnte weitere Milliarden kosten, zumal europäische Gerichte zuletzt die Verbraucherrechte gestärkt haben.

Renaults Lage ist zwar im Ton anders, aber nicht weniger ernst. Der Hersteller bestreitet weiterhin jede absichtliche Manipulation. Doch unabhängige Straßentests zeigten, dass etwa der Renault Kangoo im Alltag die Grenzwerte um ein Vielfaches überschritt. Renault musste im Zuge der Ermittlungen 20 Millionen Euro Kaution hinterlegen und eine Bankbürgschaft über 60 Millionen Euro stellen.

Stellantis, Mutterkonzern von Marken wie Peugeot, Citroën und Fiat, sieht sich Vorwürfen im Zusammenhang mit Euro-6-Dieselmotoren ausgesetzt. Der Konzern betont, seine Systeme hätten den damals geltenden Vorschriften entsprochen. Die Ermittler zweifeln jedoch, ob interne Kontrollen und Compliance ausreichten.

Die Klage kommt zur Unzeit. Während Tesla und BYD in Europa expandieren, müssen die etablierten Hersteller Kapital für Rechtsstreitigkeiten und mögliche Vergleiche abzweigen.

Volkswagen und Stellantis stehen nun vor einer strategischen Entscheidung: Ziehen sie den Prozess in die Länge, drohen weitere Imageschäden und Kosten. Ein Vergleich könnte die Unsicherheit begrenzen, wäre aber teuer. Jeder Euro, der für Altlasten draufgeht, fehlt bei Batterien, Software und neuen E-Modellen.

Analysten verweisen darauf, dass der Dieselanteil in Europa auf ein Rekordtief von rund 8 Prozent gefallen ist. Doch das Vertrauen in die Technik ist nicht völlig verschwunden – vor allem bei Fahrern, denen Reichweite und Effizienz wichtig sind.

Die französischen Verfahren werden die goldenen Dieselzeiten nicht zurückbringen. Sie erinnern die Branche aber daran, dass der Umstieg auf Elektromobilität keine Absolution für die Vergangenheit ist. Während die Hersteller von einer emissionsfreien Zukunft sprechen, holen die Gerichte die Emissionen von gestern wieder ans Licht.


Warning: is_file(): open_basedir restriction in effect. File(/var/www/clients/client0/web302/web/stats/track.php) is not within the allowed path(s): (/var/www/clients/client0/web302/private/autopub-int/:/var/cache/int-auto-pub/root-cache/:/tmp:/usr/share/php:/dev/urandom:/dev/random) in /var/www/clients/client0/web302/private/autopub-int/de/footer.php on line 6