Ford Mustang Mach-E
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Ford verlangt Aufpreis für den Frunk im Mustang Mach E

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 26.02.2026

Ford hat eine neue Methode gefunden, Kunden zur Kasse zu bitten: Für das Modelljahr 2026 des Mustang Mach E in den USA verlangt der Hersteller 495 Dollar, umgerechnet etwa 455 Euro, für den vorderen Kofferraum. Was früher zur Serienausstattung gehörte und als Verkaufsargument für das Elektro-SUV galt, steht nun auf der Optionsliste – neben Spritzschutz und Felgenschlössern.

Im Gegensatz zu BMWs viel kritisierten Abo-Modellen für Sitzheizungen, bei denen die Hardware bereits verbaut ist und nur per Software freigeschaltet wird, setzt Ford auf eine handfestere Methode. Wer das 495-Dollar-Kästchen auf dem Bestellformular nicht ankreuzt, bekommt ab Werk einfach keine Kunststoffwanne unter der Haube. Statt eines praktischen Staufachs blickt man dann auf offenliegende Elektronik und Kabel.

Der Frunk des Mustang Mach E fasst rund 135 Liter – genug für Ladekabel oder nasse Sportsachen, die man lieber nicht im Innenraum transportiert. Gerade dieses clevere Packaging war eines der Argumente, warum E-Autos als durchdacht galten.

Ford argumentiert, die meisten Besitzer würden das vordere Fach ohnehin kaum nutzen. Durch den Wegfall in der Basisausstattung lasse sich der Einstiegspreis wettbewerbsfähig halten. Jedes Gramm zählt angeblich, doch es fällt schwer zu glauben, dass eine Plastikwanne und ein paar Halterungen Reichweite oder Fahrverhalten spürbar beeinflussen.

Unter CEO Jim Farley versucht Ford, die Elektrosparte endlich profitabel zu machen. Der Mustang Mach E des Jahrgangs 2026 startet auf dem Papier günstiger. Rechnet man jedoch die früher serienmäßigen Extras wie den Frunk oder den Heckspoiler des Rally-Modells wieder hinzu, sieht die Kalkulation weniger rosig aus.

Das ist die klassische Entbündelungsstrategie, wie sie der Volkswagen-Konzern in Europa perfektioniert hat: Serienausstattung streichen und dann einzeln verkaufen. Die Ironie liegt auf der Hand: Einer der größten Vorteile eines Elektroautos gegenüber Verbrennern – der gewonnene Platz unter der Haube – wird zur kostenpflichtigen Option. Es ist, als würde ein Smartphone-Hersteller für den SIM-Kartenslot extra kassieren.

Ohne Frunk müssen Besitzer für das Typ-2-Ladekabel einen neuen Platz finden. Ist es nass und schmutzig, landen Sand und Feuchtigkeit eben im Kofferraum oder auf der Rückbank. Für eine Plastikwanne rund 455 Euro zu verlangen, wirkt dreist – zumal das Auto selbst deutlich über 40.000 Euro kostet.

Fakt ist: Ford testet, wie weit sich Kunden gängeln lassen. Wenn Käufer das achselzuckend hinnehmen, dauert es nicht lange, bis andere Hersteller Handschuhfach oder Sonnenblenden einzeln bepreisen. Im Zeitalter des Elektroautos hat selbst der leere Raum seinen Preis.


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