Ford F-150 Lightning
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Ford ruft 440.000 Fahrzeuge wegen Qualitätsmängeln zurück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 25.02.2026

Ford, einst Synonym für industrielle Stärke, kämpft weiter mit den Grundlagen. Aus Dearborn kommt die Bestätigung: Fast 440.000 Fahrzeuge in den USA müssen wegen Problemen von lockeren Fahrwerkskomponenten bis zu instabilen Batterieteilen zurück in die Werkstatt.

Hier geht es nicht um ein Software-Update aus der Cloud. In vielen Fällen ist klassisches Werkzeug gefragt.

Die Modelle und ihre Schwächen

Der Rückruf teilt sich in mehrere kritische Bereiche auf.

Ford F-150 Lightning, Baujahre 2024 bis 2025
Bei bestimmten Elektro-Pick-ups kann sich die Mutter am oberen Querlenker durch Vibrationen lösen. Im schlimmsten Fall verliert das Rad die Verbindung zur Lenkung – mit entsprechend ernsten Folgen.

Ford Escape PHEV und Lincoln Corsair PHEV, Baujahre 2020 bis 2024
Ein Defekt im Separator der Batteriezellen kann interne Kurzschlüsse auslösen. Erkennt das System Unregelmäßigkeiten, schaltet die Software den Antrieb komplett ab. Im Straßenverkehr wird das Fahrzeug so zum unbeweglichen Hindernis.

Ford Explorer, Baujahr 2025
Ein Fehler in der Software des Antriebssteuergeräts kann zu unerwarteten Neustarts führen. Unter bestimmten Umständen ist dadurch die Parkfunktion des Getriebes beeinträchtigt – das Risiko ungewollter Fahrzeugbewegungen steigt.

Für viele Besitzer bedeutet die Lösung einen Werkstattbesuch. Beim F-150 Lightning müssen Techniker die Fahrwerksverschraubungen prüfen und korrekt anziehen. Das ist mechanische Qualitätskontrolle auf Anfängerniveau.

Ein Qualitätsproblem, das nicht verschwindet

CEO Jim Farley verkündete 2020, Qualität solle bei Ford oberste Priorität haben. Doch die Rückrufzahlen steigen weiter. 2025 erreichte das Unternehmen in den USA neue Negativrekorde.

Das ist längst keine proaktive Kundenpflege mehr. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA verhängte bereits eine Strafe von 165 Millionen Dollar wegen zu langsamer Rückrufaktionen. Die Kontrolle der Behörden wird schärfer.

Auch finanziell ist der Schaden erheblich. Garantie- und Rückrufkosten stiegen 2024 um über 20 Prozent auf rund 6 Milliarden Dollar. Geld, das für neue Modelle hätte eingesetzt werden können, fließt stattdessen in die Behebung vermeidbarer Fehler.

Druck auf ein ohnehin angeschlagenes Geschäftsmodell

Ford kämpft ohnehin mit Problemen bei der Elektrifizierung. Berichten zufolge verliert das Unternehmen mit jedem verkauften Elektroauto Tausende Dollar. Wenn sich Qualitätsprobleme durch das gesamte Portfolio ziehen, verschärft sich die finanzielle Schieflage.

Jeder Rückruf kostet nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen. Gerade bei Elektro-Pick-ups und Plug-in-Hybriden ist die Glaubwürdigkeit noch im Aufbau. Schlagzeilen über lose Fahrwerkskomponenten oder Batterieprobleme erschweren diesen Prozess.

Für Käufer, die zwischen Ford und der Konkurrenz abwägen, sind diese 440.000 Fahrzeuge mehr als nur eine Zahl. Sie zeigen: Innovation ist wertlos, wenn die Umsetzung nicht stimmt.

In einem Markt, in dem der Wettbewerb immer härter wird, darf mechanische Sorgfalt kein Schwachpunkt sein. Für Ford bleibt sie jedoch eine teure Lektion.


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