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General Motors zahlt 12,75 Millionen Dollar wegen Verkaufs von Fahrerdaten

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 14.05.2026

General Motors hat sich mit den Behörden in Kalifornien auf einen Vergleich geeinigt. Der Autobauer zahlt dabei 12,75 Millionen Dollar, rund 11,8 Millionen Euro, an zivilrechtlichen Strafzahlungen wegen des mutmaßlich rechtswidrigen Verkaufs von Fahrer- und Standortdaten. Der Fall dreht sich um über OnStar erhobene Daten und markiert die bislang höchste finanzielle Sanktion nach dem kalifornischen Consumer Privacy Act, besser bekannt als CCPA.

GM verkaufte Daten an zwei Datenhändler

Nach Angaben des kalifornischen Generalstaatsanwalts hat General Motors zwischen 2020 und 2024 die Namen, Kontaktdaten, Standortdaten und Informationen zum Fahrverhalten von Hunderttausenden Fahrern in Kalifornien verkauft. Die Käufer waren die beiden Datenhändler LexisNexis Risk Solutions und Verisk Analytics. Die Informationen stammten aus OnStar, dem vernetzten Fahrzeugdienst von GM.

Die Behörden erklärten, die Datenhändler hätten die Informationen genutzt, um Produkte zu entwickeln, die Versicherern zur Bewertung des Fahrerrisikos angeboten werden konnten. In der offiziellen Mitteilung des Bundesstaats wird jedoch betont, dass Fahrer in Kalifornien nicht direkt von höheren Versicherungsprämien betroffen waren, weil das kalifornische Recht die Nutzung solcher Fahrdaten bei der Festsetzung von Versicherungstarifen untersagt.

Der Vergleich bringt neue Auflagen

Der Vergleich muss noch gerichtlich genehmigt werden. Nach seinen Bedingungen muss GM 12,75 Millionen Dollar, rund 11,8 Millionen Euro, an zivilrechtlichen Strafzahlungen leisten, den Verkauf von Fahrdaten an Verbraucherauskunfteien für fünf Jahre einstellen und gespeicherte Fahrdaten innerhalb von 180 Tagen löschen, sofern der Kunde nicht ausdrücklich ihrer Nutzung zustimmt.

GM muss außerdem LexisNexis und Verisk auffordern, die erhaltenen Daten zu löschen, und ein strengeres Datenschutzprogramm aufsetzen, das die Risiken und die Rechtskonformität der über OnStar erhobenen Informationen nach kalifornischem Recht prüft.

Bundesbehörden griffen zuerst ein

Die Datenpraxis von GM war in den USA bereits zuvor ins Visier der Behörden geraten. Im Januar 2026 billigte die Federal Trade Commission eine Anordnung, die GM und OnStar für fünf Jahre untersagt, Standortdaten und Informationen zum Fahrverhalten von Verbrauchern an Verbraucherauskunfteien weiterzugeben. Laut der früheren Beschwerde der FTC hatte GM seinen Kunden nicht klar genug erklärt, dass die Funktion Smart Driver präzise Standortdaten und Informationen zum Fahrverhalten erfasst und an Dritte verkauft.

Der kalifornische Fall unterscheidet sich von dem Vorgehen auf Bundesebene vor allem beim Geld. Der Vergleich mit der FTC sah im Wesentlichen ein Verbot und die Androhung von Sanktionen bei künftigen Verstößen vor. Die Vereinbarung in Kalifornien beschert GM dagegen eine direkte finanzielle Belastung.

Vernetzte Autos bringen vernetzte Risiken

Die kalifornischen Behörden schätzen, dass GM landesweit rund 20 Millionen Dollar, etwa 18,5 Millionen Euro, mit dem Verkauf der Daten eingenommen hat. Das ordnet den Vergleich über 12,75 Millionen Dollar, rund 11,8 Millionen Euro, in einen größeren Zusammenhang ein. Ein vernetztes Auto ist nicht mehr nur ein Fahrzeug. Es ist auch eine digitale Plattform, die fortlaufend beobachtet, aufzeichnet und meldet.

Für Autobauer lässt sich die Frage damit immer schwerer umgehen. Wenn ein Fahrzeug Standort, Geschwindigkeit, Bremsvorgänge und Fahrgewohnheiten erfasst, müssen Kunden wissen, warum diese Daten existieren, wer sie erhält und wie sie die Erfassung ablehnen können. Der Fall von GM zeigt, dass Daten zusätzliche Einnahmen bringen können, ohne Einwilligung und Transparenz aber schnell zu einem rechtlichen Problem und zu einem Reputationsschaden werden.


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