Genesis GV60 Magma
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Genesis GV60 Magma: 650 bhp, neues Fahrwerk und klarer Angriff auf BMW M und AMG

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 19.03.2026

Genesis hat die vollständigen technischen Details zum GV60 Magma veröffentlicht und dabei eines unmissverständlich klargemacht: Das ist nicht einfach nur ein schnellerer GV60. Die Ingenieure haben die Regelstrategie des Antriebs, die Fahrwerksgeometrie, die Steifigkeit der Karosserie und die Bremsen überarbeitet, um sowohl Luxus- als auch Performance-EV-Kunden zu überzeugen. Zugleich steht das Modell für den Start der Magma-Reihe als Genesis’ eigenes Performance-Label im Stil von M, AMG und RS.

Die Eckdaten setzen den GV60 Magma an die Spitze der Genesis-Palette. Laut Hersteller erreicht die Spitzenleistung der zwei Elektromotoren im Boost-Modus 650 bhp, das maximale Drehmoment liegt bei 790 Nm. Von 0 auf 100 km/h geht es in 3,4 Sekunden, 0 auf 200 km/h in 10,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 264 km/h. Genesis betont, dass es damit das stärkste Modell der Baureihe und zugleich das schnellste Elektroauto ist, das die Marke bislang gebaut hat.

Spannender ist, wie Genesis diese Werte erreicht. Es blieb nicht bei einem kurzen Leistungsplus. Die Ingenieure haben die Regelstrategie der Leistungselektronik neu geschrieben und den Boost-Modus von 10 auf 15 Sekunden verlängert. Zusätzlich kommen zwei Magma-spezifische Einstellungen, Sprint und GT, in das Menü mit fünf Fahrmodi. Sogar das Pedalgefühl wurde verändert: Der Pedalwiderstand variiert je nach Fahrmodus und Gaspedalstellung, um dem Fahrer in Situationen, in denen das hohe E-Drehmoment sonst zu unmittelbar wirkt, eine feinere Dosierung zu ermöglichen. Solche Details zeigen, worauf die Entwickler zielen. Es geht nicht nur um ein schnelles E-Auto, sondern um einen eigenständigen Genesis-Performance-Charakter.

Fahrwerk und Karosserie liefern die eigentliche technische Substanz. Genesis hat die unteren Querlenker neu konstruiert und den vorderen Wankzentrumspunkt von 122,3 mm auf 41,6 mm abgesenkt, hinten von 169,6 mm auf 80,1 mm. Das soll laut Genesis die vertikale Radlast am Reifen um 10 Prozent erhöhen und die Kurvenperformance um mehr als 18 Prozent verbessern. Zusätzliche 20 Schweißpunkte und L-förmige Verstrebungen rund um die Radhäuser steigern die Torsionssteifigkeit um 9,7 Prozent. In der Praxis verkauft Genesis den GV60 Magma damit nicht als reines Geradeaus-Statement. Ziel ist, die Dynamik so weit anzuheben, dass das Auto wiederholte harte Einsätze verkraftet und sich dabei weiterhin so kultiviert anfühlt, wie es zu einer Luxusmarke passen soll.

Auch der Rest des Fahrwerkspakets folgt dieser Linie. Der GV60 Magma bekommt 21-Zoll-Schmiederäder, 275-mm-Reifen, eine um 50 mm verbreiterte Spur, eine um 20 mm reduzierte Bodenfreiheit, adaptives ECS-Fahrwerk, End-of-Travel-Control, Hydro-G-Vorderbuchsen und 400-mm-Bremsscheiben vorn. Dazu kommt ein breiteres Aerodynamikpaket, das den Luftwiderstand senken, die Kühlung verbessern und die Stabilität bei hohem Tempo erhöhen soll. Das ist relevant, weil es den Magma von Wettbewerbern abgrenzt, die vor allem auf Schlagzeilenleistung setzen. Dieses Auto will als Gesamtpaket überzeugen, auf der Rennstrecke ebenso wie auf dem Datenblatt.

Trotzdem hat Genesis die Alltagstauglichkeit nicht über Bord geworfen. Für die Spezifikation in Großbritannien sind ein 84-kWh-Akku und eine Ladezeit von 18 Minuten für 10 bis 80 Prozent bestätigt. Im Innenraum steht ein vernetztes 27-Zoll-Display-Setup im Mittelpunkt. Verbundglas, zusätzliche Dichtungen und eine eigene Sound-Architektur sollen die Geräusche im Zaum halten. Genau hier wird die Position des GV60 Magma klar. Er will kein rohes Drift-Spielzeug sein. Er will ein schnelles, luxuriöses elektrisches Crossover sein, das sich im Pendelverkehr, auf der Autobahn und beim Trackday gleichermaßen zu Hause fühlt.

Das Magma-Programm startete im März 2024 mit dem Ziel, von jedem Genesis eine Performance-Version zu entwickeln. Der GV60 Magma ist das erste echte Serienmodell, das diesen Plan in die Realität überführt. Damit testet Genesis nun, ob Luxus-Käufer eine koreanische Performance-Division genauso ernst nehmen wie BMW M, Mercedes AMG oder Audi Sport. Jahrzehnte an Historie kann die Marke dabei nicht ins Feld führen, also muss sie Glaubwürdigkeit schnell und sehr öffentlich aufbauen. Die technische Gründlichkeit des GV60 Magma deutet darauf hin, dass die Koreaner diese Herausforderung sehr genau verstanden haben.

Der nächste Test findet im Markt statt. Zumindest in Großbritannien rechnet Genesis mit den ersten Auslieferungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026. Wenn der GV60 Magma Käufer davon überzeugt, dass Luxus und Performance auch im Elektrozeitalter zusammengehören, könnte Magma zum Halo werden, das die gesamte Marke hebt. Bleibt es dagegen bei einer beeindruckenden Nischenübung, wirkt das Programm schnell wie ein teures Imageprojekt. Nach dem bisherigen Stand erscheint das erste Szenario durchaus plausibel. Genesis ergänzt nicht einfach ein weiteres schnelles E-Auto, sondern versucht, darum eine neue Identität aufzubauen.


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