Gorden Wagener, Markus Schäfer, Mercedes-Benz Vision One-Eleven
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Gorden Wagener verlässt Mercedes-Benz: Design-Ära endet

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 18.12.2025

Mercedes-Benz hat bestätigt, dass der langjährige Chefdesigner Gorden Wagener seinen Posten aufgibt und damit eines der einflussreichsten Kapitel der deutschen Automobilgestaltung schließt. Der Mann, dessen Handschrift fast drei Jahrzehnte das Gesicht von Mercedes-Benz prägte, verlässt das Unternehmen am 31. Januar 2026. Die Entscheidung stammt laut Konzern ausdrücklich von Wagener selbst und ist nicht das Ergebnis von Druck oder Umstrukturierungen im Hintergrund. Wagener ist 57 Jahre alt.

Gorden Wagener kam 1997 zu Mercedes-Benz und stieg mit nur 39 Jahren zum Chefdesigner auf – damals der jüngste Mensch weltweit in dieser Position in der Automobilbranche. Ab 2016 verantwortete er das Design des gesamten Konzerns, von Pkw über Nutzfahrzeuge bis hin zu den Luxusmarken AMG und Maybach.

Zu seinen frühen Meilensteinen zählt der Mercedes-Benz SLR McLaren, ein Modell, das Wagners Ruf als Designer festigte, der technische Aggressivität mit visueller Zurückhaltung vereinen kann.

Sein direkter Einfluss erstreckt sich über eine beeindruckende Liste von Schlüsselmodellen. Unter seiner Leitung entstanden unter anderem die A-Klasse, die S-Klasse der Baureihe W222, der Mercedes-AMG GT und der aktuelle SL (intern R232). Auch beim AMG One Hypercar, das Formel-1-Technik auf die Straße brachte, spielte er eine zentrale Rolle und zeigte, wie weit Mercedes-Benz seine Ambitionen treiben kann.

Wageners Wirken ging weit über Autos hinaus. Er entwarf Hubschrauber, Yachten, Möbel und Interieurs und prägte das visuelle Erscheinungsbild von Messeständen, Showrooms und Markenräumen. Eines seiner letzten Projekte war das futuristische Vision Iconic Concept – ein klares Signal, wohin sich das Mercedes-Design künftig entwickeln könnte.

Zu Wageners nächsten Schritten äußerte sich Mercedes-Benz nicht und nannte auch keinen Nachfolger. Dieses Schweigen spricht Bände. Design ist bei Mercedes-Benz nicht bloß Formgebung, sondern ein zentrales Element der Markenidentität.

Wer künftig das Design lenkt, entscheidet maßgeblich, ob Mercedes-Benz seinen glatten, digitalen Stil fortsetzt oder – wie Kritiker zunehmend fordern – einen schärferen Kurs einschlägt.

Die Aufgabe ist heikel: Luxus, Technik und Geschmack auf diesem Niveau auszubalancieren, ist alles andere als einfach. Genau deshalb wird der nächste Name an der Tür des Mercedes-Designstudios unter schärferer Beobachtung stehen als je zuvor.


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