Honda e:Ny1
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Schwache Verkäufe: Honda nimmt den e:Ny1 vom Markt und setzt wieder stärker auf Hybride

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 01.05.2026

Honda zieht den e:Ny1, seinen einzigen vollelektrischen Crossover in Europa, zurück, nachdem das Modell die Käufer mit hohem Preis und mäßigen Eckdaten nicht überzeugen konnte. Die Entscheidung reicht über das Ende eines schwach verkauften Modells hinaus. Sie deutet darauf hin, dass Honda seine breitere Elektrostrategie korrigiert und kurzfristig wieder klarer auf Hybride setzt.

Wie das Handelsblatt berichtet, hat Hondas Europa-Geschäft bestätigt, dass das Modell die letzte Phase seines Lebenszyklus erreicht hat und mehrere Länder keine Neubestellungen mehr annehmen. In Deutschland ist das Auto bereits aus dem Konfigurator verschwunden, und in anderen wichtigen Märkten zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.

Als der e:Ny1 2023 in Europa auf den Markt kam, bot er 204 PS und bis zu 412 Kilometer WLTP-Reichweite. Das Problem war der Preis, mit dem er in ein Wettbewerbsumfeld startete, das Vergleiche für Honda deutlich unangenehm machte. Selbst nach Preiskorrekturen verkaufte das Unternehmen 2025 nur 105 Fahrzeuge. Das legt nahe, dass das Problem nicht nur in einer allgemein schwächeren Nachfrage nach Elektroautos lag, sondern auch in der unglücklichen Positionierung des Modells selbst.

In Deutschland, Italien und Spanien wurden Bestellungen bereits gestoppt. Den verbleibenden Bestand will Honda in Märkte umlenken, in denen die Nachfrage etwas stabiler ist, vor allem nach Nordeuropa und ins Vereinigte Königreich. Honda verabschiedet sich also nicht über Nacht von Elektroautos in Europa. Das Unternehmen geht aber spürbar vom Gas.

Ein Auto, das nie seinen Platz fand

Europas Markt für Elektroautos ist nicht kollabiert, doch der e:Ny1 hat in einem Segment nie eine überzeugende Rolle gefunden, in dem Käufer für das gleiche Geld entweder mehr Reichweite, schnelleres Laden oder eine stärkere Elektroauto-Identität erwarten. Nicht nur ein bekanntes Markenlogo. Honda brachte ein Auto, das durchaus kompetent wirkte, im Vergleich zur Konkurrenz aber zu wenig Substanz bot.

Das ist wichtig, weil der Markt weniger nachsichtig geworden ist. Bei einem günstigen Elektroauto akzeptieren Käufer Kompromisse. Deutlich weniger geduldig sind sie, wenn der Preis nach mehr Anspruch aussieht.

Ein breiterer strategischer Rückzug

Noch wichtiger ist die strategische Verschiebung hinter dieser Entscheidung. Honda soll sich im Rahmen seines überarbeiteten Plans stärker auf Hybride konzentrieren, während einige günstigere elektrische Neuheiten nur in ausgewählten Regionen auf den Markt kommen. Im Vereinigten Königreich dürfte die Elektropräsenz der Marke nach dem e:Ny1 auf dem kleinen Super N Hatchback beruhen, der später in diesem Jahr in den Verkauf gehen soll.

Das spricht eher für einen kontrollierten Rückzug als für einen ideologischen Kurswechsel. Honda gibt Elektroautos grundsätzlich nicht auf. Der Hersteller nimmt seine Ambitionen zunächst zurück, bis er Produkte mit einer besseren Balance aus Preis, Positionierung und Substanz anbieten kann.

Das Verschwinden des e:Ny1 aus Europa signalisiert nicht das Ende der Elektroautos. Es zeigt, dass Hondas erster ernsthafter Versuch mit einem hochpreisigen elektrischen SUV sein Ziel verfehlt hat. Der Markt ging mit einem Modell hart ins Gericht, das zugleich zu teuer, zu gewöhnlich und technisch zu wenig bemerkenswert war.


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