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Honda im Sturzflug: E-Auto-Offensive und US-Zölle drücken Gewinn

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 11.02.2026

Hondas aktuelle Quartalszahlen sorgen in Tokio für Unruhe: Der operative Gewinn des dritten Quartals brach um satte 61 Prozent ein. Das ist ein deutliches Signal dafür, dass der Wandel zur Elektromobilität in der Autobranche selten ohne schmerzhafte Einschnitte verläuft.

Während die Motorradsparte in Asien Honda noch über Wasser hält, gerät das Autogeschäft zunehmend ins Schlingern. Die Pkw-Sparte steckt zwischen einer schwankenden Strategie und den harten Realitäten internationaler Handelspolitik fest.

Die größten Verluste verursachte der überhastete Vorstoß in die Elektromobilität. Honda investierte massiv in neue E-Modelle, just als die weltweite Nachfrage zu schwächeln begann. Allein in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres musste der Konzern rund 1,7 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,56 Milliarden Euro auf abgeschriebene Entwicklungsprojekte und enttäuschende Beteiligungen abschreiben.

Das Ergebnis: ein tiefrotes Quartal für die Autosparte. Das Management zog die Notbremse und reduzierte die eigenen Ziele. Wo Honda einst plante, bis 2030 einen E-Auto-Anteil von 30 Prozent zu erreichen, spricht man nun vorsichtiger von 20 Prozent.

Diese Korrektur sagt mehr als jede Zahl. Sie zeigt, dass Begeisterung für Elektromobilität nicht automatisch in rentable Stückzahlen mündet.

Doch nicht nur interne Fehler setzen Honda zu. Auch von außen wächst der Druck. Die USA haben auf bestimmte Importe 25 Prozent Strafzölle verhängt. Nordamerika bleibt für Honda ein Schlüsselmarkt, doch neue Handelsbarrieren und die Nachwirkungen des globalen Halbleitermangels treiben Produktions- und Vertriebskosten in die Höhe.

In Asien sieht es kaum besser aus. Chinesische E-Auto-Hersteller setzen mit aggressiven Preisen und staatlicher Unterstützung die etablierten Marken unter Druck. Hondas Marktposition in der Region bröckelt entsprechend.

Die Konzernführung räumt inzwischen ein, dass die bisherige Strategie einer grundlegenden Überprüfung bedarf. Übersetzt aus dem Managerdeutsch heißt das: Die alten Prognosen waren zu optimistisch, und Markentreue allein reicht nicht, um mittelmäßige E-Modelle zu verkaufen.

Honda steckt in einer unangenehmen Zwischenphase. Die Welt der Verbrenner, lange das Rückgrat des Konzerns, verschwindet langsam. Die erhoffte elektrische Zukunft entpuppt sich bislang als teures Vakuum.

Für einen Hersteller, der seinen Ruf auf Ingenieurskunst und Planungssicherheit gründete, ist diese Turbulenz ungewohnt. Die eigentliche Herausforderung besteht nun darin, E-Autos zu bauen, ohne dabei die Substanz zu verbrennen, die Honda einst so widerstandsfähig gemacht hat.


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