Neuer Kia Niro kommt in Europa als Hybrid für Kunden ohne Ladekabel-Alltag
Kia überarbeitet den Niro für Europa und setzt dort an, wo viele Käufer bereits zugreifen: beim klassischen Hybrid. Eine große Revolution bleibt aus. Stattdessen bietet Kia ein praktisches SUV für Menschen, die elektrifiziert fahren wollen, ohne sich täglich mit Ladesäulen, Apps und Kabeln zu beschäftigen.
Der Kia Niro hat sich leise zu einem der wichtigeren Europamodelle der Marke entwickelt. Mehr als 620.000 Verkäufe zeigen, dass dieses unaufgeregte SUV eine klar umrissene Zielgruppe gefunden hat: Menschen, die im Verkehr nicht nach Charakter suchen, sondern nach einer funktionierenden Lösung.
Der überarbeitete Niro folgt derselben Logik. Unter der Haube arbeitet ein 1,6-Liter-GDI-Benziner mit einem Elektromotor zusammen. Die Systemleistung beträgt 138 PS, die Kraft geht über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Niro in 11,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.
Anders gesagt: Dieses Auto soll nicht die Seele aufwühlen. Es soll ankommen.
Kia gibt dem Niro ein frischeres Gesicht. Das Exterieur wurde an die aktuelle Designsprache der Marke angepasst. Neue Stoßfänger, stärker vertikal ausgerichtete Scheinwerfer, eine überarbeitete Heckklappe und klarere Lichtgrafiken lassen den Niro moderner wirken.
Kia wird dabei naturgemäß von Mut und Premium-Anmutung sprechen. Tatsächlich sieht das Auto schlicht frischer und weniger müde aus. Für eine Modellpflege zur Mitte des Lebenszyklus ist das ein durchaus respektables Ergebnis.
Praktikabilität bleibt der Kern des Niro. Das Auto ist 4,43 Meter lang, hat einen Radstand von 2,72 Metern und bietet 430 Liter Kofferraumvolumen. Zudem darf es einen gebremsten Anhänger von bis zu 1.010 Kilogramm ziehen.
Diese Werte machen aus dem Niro keinen Familienkombi. Sie untermauern aber seine Rolle als kompaktes SUV für den Alltag.
Innen steht ein 31,2 Zentimeter großes ccNC-Infotainmentsystem im Mittelpunkt. Dazu kommen ein digitales Kombiinstrument, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Digital Key 2.0, Software-Updates over the air, ein Windschutzscheiben-Display und eine induktive Ladeschale für Smartphones.
Das wirkt inzwischen nicht mehr wie eine technische Leistungsschau. Es ist schlicht das Ausstattungsniveau, das Käufer erwarten, selbst in einem Auto, das sich eher vernünftig als glamourös positioniert.
Auch die Liste der Assistenzsysteme ist lang. Sie umfasst einen Kollisionsvermeidungsassistenten, Spurhalteunterstützung, Totwinkelüberwachung, eine Verkehrszeichenerkennung für Tempolimits, Parksensoren und eine Rückfahrkamera. Höhere Ausstattungen ergänzen einen ferngesteuerten Parkassistenten, der im Prospekt vermutlich wichtiger klingt, als er in den meisten realen Parkhäusern sein wird.
Der neue Kia Niro will nicht der auffälligste Neuzugang auf dem Automarkt sein. Er ist eine ruhige Antwort auf das, was viele europäische Käufer tatsächlich suchen: ein gut ausgestattetes Hybrid-SUV mit niedrigeren Betriebskosten und ohne Ladekabel.
Nicht blendend also. Im Autohaus aber vermutlich ziemlich überzeugend.