Maserati Grecale V6: Mehr Kraft, weniger Kompromisse
Maserati hat die Grecale-Baureihe grundlegend überarbeitet – typisch italienisch, leise, aber selbstbewusst. Bislang startete der Benziner-Grecale mit einem eher bescheidenen Vierzylinder-Turbo. Diese Lösung weicht nun einem V6.
Zuerst nahm Maserati die Umgestaltung der Grecale-Benziner in den USA in Angriff. Bisher setzten die GT- und Modena-Varianten auf einen 2,0-Liter-Reihenvierzylinder mit 300 oder 330 PS. Nach der neuen Strategie erhält jeder benzinbetriebene Grecale nun einen 3,0-Liter-V6-Biturbo, der im Prinzip aus dem Topmodell Trofeo stammt.
Im Trofeo leistet der V6 satte 530 PS. In den günstigeren Versionen drosselt Maserati die Leistung auf 390 PS. Auf dem Papier wirkt der Unterschied groß, doch beim Sprint von 0 auf 100 km/h bleibt alles beim Alten: 5,3 Sekunden – exakt wie beim bisherigen Vierzylinder mit 330 PS.
Die Höchstgeschwindigkeit steigt allerdings spürbar. Statt der bisherigen 240 km/h erreicht der V6-Grecale nun bis zu 257 km/h. Das passt zur Maserati-DNA, bei der Endgeschwindigkeit fast so wichtig ist wie Alltagstauglichkeit.
Spannend wird es beim Preis. In den USA startet der V6-Grecale bei 84.500 Dollar, umgerechnet rund 78.000 Euro. Genau das war zuvor der Preis des Grecale Modena. Maserati streicht also die günstigste Benzinvariante, lässt die Kunden aber glauben, es habe sich preislich nichts verändert.
Die 2,0-Liter-Vierzylinder dürften mit dem nächsten Modelljahr vom nordamerikanischen Markt verschwinden. Ob Europa folgt, ist noch offen, aber die Zeichen stehen darauf.
Der vollelektrische Grecale Folgore bleibt im Programm. Im Herbst hat Maserati ihn technisch aufgewertet: Der vordere Elektromotor kann nun bei Bedarf abgekoppelt werden, was die Reichweite um 80 Kilometer erhöht – ein echter Fortschritt für einen Elektro-Crossover.
Während Konkurrenten wie Porsche und BMW weiter auf kleinere Motoren setzen, setzt Maserati auf Emotion und den Klang von sechs Zylindern. Der Grecale wird weniger rational, dafür mehr Maserati. Im Luxussegment könnte das überzeugender sein als ein paar Liter Verbrauch oder ein theoretischer Preisvorteil.