Škoda DuoBell
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Škoda DuoBell soll die Stille von Kopfhörern durchbrechen

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 10.04.2026

Auf den ersten Blick wirkt die Škoda DuoBell kaum wie eine Erfindung, die die Debatte um Verkehrssicherheit verändern könnte. Doch die Fahrradklingel hat Substanz: Škoda hat eine neue mechanische Klingel vorgestellt, deren Ton Fußgänger auch dann erreichen soll, wenn sie Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung tragen.

Warum die gewöhnliche Fahrradklingel nicht mehr ausreicht

Nach Angaben von Škoda trägt in London bis zu die Hälfte der Fußgänger Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Das Unternehmen verweist zudem auf einen Anstieg der Kollisionen zwischen Radfahrern und Fußgängern um 24 Prozent im Jahr 2024. Das passt zum größeren Verkehrsbild der Stadt: Transport for London meldet für 2024 ein um 39 Prozent höheres Radverkehrsaufkommen als im Vergleich zum Basiszeitraum 2010 bis 2014. Wenn mehr Fahrräder auf den Straßen unterwegs sind und sich zugleich mehr Menschen bewusst von ihrer Umgebung akustisch abschotten, wirkt die klassische Klingel schnell zu zurückhaltend.

So funktioniert die DuoBell

Škoda hat gemeinsam mit Forschern der University of Salford untersucht, wie Algorithmen zur Geräuschunterdrückung den Klang einer herkömmlichen Fahrradklingel ausfiltern. Dabei stießen sie auf einen Frequenzbereich von 750 bis 780 Hertz, in dem das Signal die Filter wirksamer passiert. Die DuoBell nutzt außerdem einen zweiten Resonator und erzeugt schnelle, unregelmäßige Anschläge, die die Software in Kopfhörern nicht schnell genug unterdrücken kann. Entscheidend ist dabei, dass die Lösung vollständig mechanisch geblieben ist.

Londons Straßen lieferten die erste Antwort

Nach Škodas eigenen Messungen verschaffte die DuoBell Fußgängern mit aktiver Geräuschunterdrückung in den Kopfhörern bis zu 22 Meter zusätzliche Reaktionsdistanz. Im Februar testete das Unternehmen die Klingel mit Deliveroo-Fahrern auf Londons Straßen. Laut offizieller Darstellung wollten die Kuriere die Prototypen anschließend behalten. Das ist noch kein Beleg für einen Wendepunkt im Markt und löst auch nicht jedes Problem des Stadtverkehrs. Das Projekt ging jedoch über die Phase einer bloßen Pressemitteilung hinaus.

Was die Geschichte darüber hinaus zeigt

Das Problem im Stadtverkehr liegt längst nicht mehr nur bei den Fahrzeugen. Es liegt auch in der Ablenkung. Transport for London beschreibt neue Sicherheitsherausforderungen in einer Zeit, in der der Radverkehr wächst und sich immer mehr Menschen den Straßenraum teilen. Vor diesem Hintergrund wirkt die DuoBell weniger wie ein PR-Gag als wie ein Symptom. Die Stadt wird nicht leiser, die Menschen hören nur immer weniger hin.


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