Škoda Epiq: Elektro-SUV für rund 25.000 Euro zielt auf das Kleinwagensegment
Europas Autoindustrie steht an einem Punkt, an dem sich der Erfolg des Elektroautos nicht mehr im Luxussegment entscheidet, sondern dort, wo normale Käufer tatsächlich zugreifen können. Škoda bringt mit dem Epiq eine seiner stärksten Karten ins Spiel: ein kompaktes Elektro-SUV mit einem Zielpreis von rund 25.000 Euro.
Mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 440 Kilometern und einem 475 Liter großen Kofferraum soll der Epiq zeigen, dass ein überschaubares Budget nicht zwangsläufig schmerzhafte Kompromisse bedeutet. Zugleich liefert Škoda damit eine ernsthafte Antwort auf klassische benzinbetriebene Kleinwagen und auf ein wachsendes Feld französischer Elektro-Konkurrenten.
Der Epiq eröffnet für Škoda ein neues Designkapitel. Er ist das erste Serienmodell der Marke, das die Designsprache Modern Solid trägt. Mit nur 4,1 Metern Länge basiert er auf der neuen MEB-Plus-Plattform des Volkswagen-Konzerns, die für effiziente, frontgetriebene Kleinwagen ausgelegt ist.
An die Stelle des klassischen Kühlergrills tritt ein dunkles Glaspanel namens Tech Deck Face. Dahinter haben die Ingenieure die Radare und Sensoren für die Assistenzsysteme untergebracht.
Praktikabilität opfert Škoda dabei nicht der Designinszenierung. Der 475 Liter große Kofferraum setzt in der Klasse eine starke Marke und übertrifft sogar manche größeren Autos. Es ist eine sehr Škoda-typische Leistung: Zentimeter werden in echten Nutzwert übersetzt, nicht nur in schöne Prospektangaben.
Die Epiq-Baureihe wird in drei Leistungsstufen angeboten, die 35, 40 und 55 heißen. Die 116 PS des Einstiegsmodells dürften für ruhigeres Alltagsfahren reichen, während die Topversion auf 211 PS und 290 Nm Drehmoment kommt.
In dieser Klasse spielt die Batteriechemie eine große Rolle. Käufer bekommen zwei unterschiedliche Systeme angeboten. Die LFP-Batterie mit 37,5 kWh ermöglicht eine WLTP-Reichweite von 300 bis 310 Kilometern. Der günstigere und langlebigere Lithium-Eisenphosphat-Akku hilft, den Einstiegspreis niedrig zu halten, und deckt zugleich den größten Teil des täglichen Stadtverkehrs ab.
Die größere NMC-Batterie mit 51,5 kWh erhöht die Reichweite auf bis zu 440 Kilometer. Ihre Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie erlaubt Schnellladen mit 133 kW. Von 10 auf 80 Prozent soll der Ladevorgang rund 23 bis 25 Minuten dauern.
Im Innenraum setzt der Epiq auf Minimalismus, vermeidet aber die übertriebene Abhängigkeit vom Touchscreen, durch die manche Elektroautos wie Haushaltsgeräte auf Rädern wirken. Škoda behält wichtige physische Bedienelemente für den Fahrer bei, ergänzt durch haptische Walzen am Lenkrad.
Im Mittelpunkt steht ein 13 Zoll großer Infotainment-Bildschirm, dazu kommt ein kompaktes 10-Zoll-Fahrerdisplay. Das System läuft mit Android-basierter Software, ermöglicht eine reibungslose Smartphone-Integration und unterstützt drahtlose Aktualisierungen.
Der Innenraum nutzt recycelte und strapazierfähige Materialien, passend zum praktischen Anspruch des Autos. Außerdem verfügt der Epiq über Vehicle-to-Load-Technik. Damit kann das Auto als großer Batteriespeicher dienen und externe elektrische Geräte über eine Außensteckdose mit Strom versorgen.
Škoda-Chef Klaus Zellmer positioniert den Epiq direkt in einem der wichtigsten Marktbereiche: bezahlbare Elektroautos, die Käufer beim Platzangebot nicht bestrafen. Damit tritt er gegen Modelle wie den Renault 4 E-Tech, den Citroën ë-C3 und den Konzernverwandten Volkswagen ID.2 an.
In ausgewählten europäischen Märkten sollen die Bestellbücher im Juli 2026 öffnen. Erste Auslieferungen werden Ende des Jahres oder Anfang 2027 erwartet. Die Preise für Estland sollen kurz vor Bestellstart bestätigt werden.
Strategisch stößt der Epiq in den Raum vor, den benzinbetriebene Kleinwagen mit ihrem Rückzug aus dem Markt hinterlassen haben. Er gehört zu jener Art Auto, die für die Branche einen größeren Beweis antreten muss: Das Elektroauto kann kein Premiumobjekt für frühe Anwender bleiben. Es muss zu einem nützlichen und bezahlbaren Alltagswerkzeug werden.