Mercedes-Benz GLE
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Überarbeiteter Mercedes-Benz GLE bekommt mehr Bildschirme, MB.OS und mehr Substanz

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 01.04.2026

Mercedes-Benz hat gestern die überarbeitete GLE-Familie vorgestellt, darunter GLE, GLE Coupé und AMG GLE 53e HYBRID. Laut Werk stecken rund 3.000 neue oder überarbeitete Komponenten im Update. Damit geht die Modellpflege deutlich über das übliche optische Auffrischen zur Mitte des Lebenszyklus hinaus. Das Ergebnis ist ein Luxus-SUV mit mehr Software, substanziell überarbeiteten Antrieben und gezielt verbessertem Komfort.

Mercedes beginnt, wenig überraschend, bei dem, was man sieht. Der neue GLE erhält einen größeren Kühlergrill, einen beleuchteten Zentralstern, neue Leuchten mit aktuellem Sternmotiv und überarbeitete Rückleuchten. Das folgt der aktuellen Formensprache der Marke, macht aus dem GLE aber kein Modell einer neuen Generation. Das Design markiert die Überarbeitung, die eigentliche Arbeit steckt in der Technik.

Die größte Veränderung betrifft den Innenraum und die Elektronik. Mercedes verbaut das MBUX Superscreen nun serienmäßig. Drei 12,3-Zoll-Displays sitzen dabei unter einer gemeinsamen Glasfläche und laufen mit MB.OS sowie der vierten MBUX-Generation. MB.OS steuert die Kernfunktionen des Fahrzeugs, ermöglicht Over-the-Air-Updates und rückt den GLE noch stärker in Richtung eines softwaregeprägten Luxusprodukts. Für den Fahrer bedeutet das weniger mechanische Schlichtheit und mehr Möglichkeiten, das digitale Leben im Innenraum an den eigenen Geschmack anzupassen.

Mercedes verknüpft MBUX außerdem mit ChatGPT und Googles cloudbasierter Konversationsnavigation. Das soll natürlichere Dialoge und komplexere, mehrstufige Anfragen ermöglichen. In der Praxis bleibt jedoch der klassische Test eines Luxusautos entscheidend. Navigation, Klima und Medien müssen schneller und sauberer funktionieren als bisher. Darauf kommt es an. Niemand kauft einen Mercedes nur, um die Zahl der Prozessoren zu bewundern.

Am interessantesten ist, was unter der Haube passiert. Das Topmodell GLE 580 4MATIC nutzt einen überarbeiteten 4,0-Liter-V8, der nun 395 kW und 750 Nm leistet. Mercedes führt eine Flat-Plane-Kurbelwelle ein, um ein schärferes Ansprechverhalten, eine gleichmäßigere Leistungsentfaltung und bessere Voraussetzungen für strengere Emissionsvorgaben zu erreichen. Auch der Sechszylinder-Benziner im GLE 450 4MATIC legt beim Drehmoment zu und kommt jetzt auf 560 Nm.

Für europäische Käufer dürfte vor allem das Update des Plug-in-Hybrids relevant sein. Der GLE 450e 4MATIC wechselt nun auf einen Sechszylinder-Benziner, gewinnt 55 kW gegenüber dem Vorgänger und soll nach WLTP bis zu 106 Kilometer elektrisch fahren. Damit wirkt der Plug-in-Hybrid im GLE erstmals auch jenseits von Steuertabellen glaubwürdig, vorausgesetzt, der Besitzer nutzt den Ladeanschluss tatsächlich und behandelt ihn nicht nur als Designdetail. In den USA trägt dieselbe Überarbeitung den Namen GLE 500e 4MATIC.

Der Diesel bleibt derweil im Programm. GLE 350d 4MATIC und GLE 450d 4MATIC erhalten erstmals einen elektrisch beheizten Katalysator. Dadurch erreicht die Abgasanlage schneller ihre Betriebstemperatur und kann diese besser halten. Benziner und Diesel setzen weiterhin auf einen integrierten Startergenerator und ein 48-Volt-System, das Segeln, Rekuperation und kurze zusätzliche Schubphasen unterstützt.

Beim Komfort hat Mercedes an einem Punkt gearbeitet, der in dieser Klasse tatsächlich zählt: dem Geräuschniveau. Das Werk ergänzt zusätzliche Dämmung im Tunnel der Kardanwelle und an der Spritzwand des Motors. Hinzu kommt eine schwerere Dämpfungsmatte auf der Motorabdeckung, um hochfrequente Geräusche im Innenraum zu reduzieren. Zusammen mit einer neuen cloudbasierten Dämpferregelung für AIRMATIC soll der GLE Fahrbahnveränderungen nun vorausahnen und das Fahrwerk anpassen, bevor der Impuls ankommt. E-ACTIVE BODY CONTROL bleibt in der Aufpreisliste. Laut offizieller Angabe analysiert das Steuergerät die Fahrbedingungen 1.000 Mal pro Sekunde. Das ist die Art Zahl, die Marketingabteilungen lieben, das zugrunde liegende Ziel ist aber nachvollziehbar. Mercedes will, dass sich der GLE leiser, weicher und kontrollierter in seinen Karosseriebewegungen anfühlt.

Mercedes nennt weiterhin eine Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen, macht das Panoramadach zur Serienausstattung, lässt die dritte Sitzreihe in der Optionsliste und erhält ein Kofferraumvolumen von bis zu 2.055 Litern. Genau diese Kombination bleibt die eigentliche Stärke des GLE. Er will Executive-Car, Familienauto und Zugfahrzeug zugleich sein, ohne eines davon vollständig zu opfern.

Genau deshalb ist diese Überarbeitung wichtiger, als es die zusätzlichen Bildschirme vermuten lassen. Mercedes hat alle erwartbaren modernen Zutaten nachgereicht, aber zugleich daran gedacht, den GLE besser darin zu machen, ein GLE zu sein. Im Jahr 2026 ist das bereits ein kleiner Erfolg.


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