Aston Martin Vanquish: Zwei Notsitze für den Schein
Aston Martin hat für das Modelljahr 2027 seinem Flaggschiff Vanquish ein Update verpasst: Erstmals gibt es für Coupé und Volante eine optionale 2+2-Sitzkonfiguration. Aus dem einst kompromisslosen Zweisitzer-Grand-Tourer wird so ein angeblich alltagstauglicheres Auto – zumindest laut Hersteller. Die zusätzlichen Sitze sind jedoch eher als Designgag oder für den Notfall gedacht, denn für erwachsene Passagiere taugen sie kaum. Mit dieser Maßnahme spricht die Marke vollmundig von einer "Neudefinition von Luxus", obwohl es sich um einen altbekannten Marketingtrick handelt, um mit anderen Supersportlern mitzuhalten, die solche "Praktikabilität" schon seit Jahrzehnten bieten.
Abseits der neuen Sitzbank hat sich Aston Martin vor allem auf optische Spielereien konzentriert und die ohnehin schon üppige Aufpreisliste weiter aufgebläht. Das Facelift bringt eine wahre Flut an getöntem Sichtcarbon, das nun in Rot, Blau oder Grün geordert werden kann. Im Innenraum wurden die bisherigen Ausstattungslinien durch neue "Tritone"-Designs ersetzt, und wer es besonders exklusiv mag, kann sich den Modellnamen auf die Kopfstützen sticken lassen – als ob man sonst vergessen könnte, in welchem Auto man sitzt. Der Hang zum Detail macht auch vor den Scheinwerfer-Einfassungen nicht halt: Sie glänzen jetzt in "Dark Atlas"-Lack, während für die Felgen neue Silbervarianten bereitstehen – für alle, denen das bisherige Funkeln nicht genügte.
All diese Neuerungen werden im typischen Aston-Martin-Jargon als Ausdruck ultimativen Luxus verkauft. Wer nüchtern hinschaut, erkennt jedoch vor allem den Versuch, das Modell mit immer neuen Individualisierungsoptionen am Leben zu halten. Während das Unternehmen von Nachhaltigkeit und dem bevorstehenden Wechsel zum Elektromotor spricht, dreht sich dieses Update ganz um klassische Luxusdetails: Noch mehr Geld für Silikon-Embleme oder Folienlogos auf Carbonteilen auszugeben. Es ist ein kalkulierter Schritt, den Vanquish in einer Welt, in der bloße Geschwindigkeit nicht mehr reicht, als teures Statussymbol zu positionieren.