BMW verabschiedet sich vom Chromglanz
Bei BMW fiel die Entscheidung eindeutig aus: Der Glanz und das Chrom, die die Marke jahrzehntelang prägten, sind Geschichte. Ab Februar tragen die ersten Neuwagen überarbeitete Embleme und markieren damit einen weiteren Schritt hin zu einer reduzierten, digitalen Identität. Keine Revolution, die Fans auf die Barrikaden treibt, aber ein subtiler Wandel, der Kenner aufhorchen lässt, wenn ein neues SUV oder eine Limousine vorfährt.
Der bayerische Hersteller vollzog das Update ohne großes Aufsehen und ließ das Design für sich sprechen. Das neue iX3-Modell war der erste Träger des überarbeiteten Looks, dessen Frontpartie Spuren vieler durchwachter Nächte im Designstudio trägt. Die auffälligste Änderung: Chrom ist verschwunden. Der glänzende Innenring, der früher den schwarzen Rand vom blau-weißen Zentrum trennte, ist Geschichte. Auch die silbernen Konturen, die die Farbfelder einrahmten, wurden gestrichen – erstmals treffen Blau und Weiß direkt aufeinander.
Matt statt Spiegelglanz
Das gesamte Emblem präsentiert sich nun in einem seidenmatten Finish, das den bislang dominierenden Spiegeleffekt ablöst. Als BMW 2020 das transparente Kommunikationslogo einführte, war es nur für Bildschirme und Print gedacht. Die neue Version ist anders: Sie ist ein physisches Emblem, das künftig alle neuen Modelle ziert – unabhängig davon, ob sie elektrisch oder mit Verbrennungsmotor unterwegs sind.
Ein weiteres Signal: BMW verzichtet auf die blauen Akzente, die bisher Elektroautos kennzeichneten. Die Botschaft ist eindeutig: Strom ist in München keine Besonderheit mehr, sondern der neue Standard und braucht keine optische Sonderbehandlung.
Teil der Neuen Klasse
Der neue Look ist Teil der umfassenden Neue-Klasse-Strategie, mit der BMW Tradition und Zukunft in Einklang bringen will. Kritiker mögen bemängeln, dass dem Emblem ohne Chrom etwas von seiner alten Würde fehlt. Was bleibt, ist unbestreitbar klarer und zeitgemäßer.
Es wirkt wie eine edle Uhr, der man alles Überflüssige genommen hat, sodass die Technik für sich spricht. Ob diese Veränderung das Herz des Durchschnittsfahrers höherschlagen lässt, bleibt fraglich. In München ist man überzeugt: Die Zukunft ist matt und chromfrei.