Brabus Bodo Cabriolet
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Brabus Bodo Cabriolet kombiniert 735 kW starken V12 mit maßgeschneiderter Carbon-Karosserie

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 19.08.2026

Brabus hat den Aston Martin Vanquish Volante bis fast zur Unkenntlichkeit verwandelt. Das Bodo Cabriolet kombiniert einen 735 kW starken V12, 1.200 Nm Drehmoment, Hinterradantrieb und eine vollständig neu gestaltete Carbon-Karosserie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h. Weltweit auf nur 77 Fahrzeuge limitiert, zeigt es zudem, wie weit sich Brabus vom konventionellen Tuning hin zum eigenständigen Karosseriebau in Kleinserie entwickelt.

Aston Martin liefert die technische Basis

Das Bodo Cabriolet nutzt den Aston Martin Vanquish Volante als technische Ausgangsbasis, optisch haben die beiden jedoch kaum etwas gemeinsam. Die geklebte Aluminiumstruktur und die mechanischen Kernkomponenten des Vanquish bilden das Fundament, auf dem Brabus im Prepreg-Verfahren eine völlig neue, individuell gefertigte Carbon-Karosserie aufgebaut hat.

Das Bodo Cabriolet ist 5.062 mm lang, 2.027 mm breit und nur 1.305 mm hoch. Zum Vergleich: Der Vanquish Volante in Europa-Ausführung misst 4.855 mm in der Länge und 1.295 mm in der Höhe. Die Brabus-Karosserie ist damit deutlich länger, was dem Auto die klassischen GT-Proportionen mit langer Motorhaube und niedrigem Heck verleiht, ohne dass daraus zwangsläufig auf einen verlängerten Radstand zu schließen wäre.

Front, Flanken und Heck folgen der eigenen Designsprache von Brabus. Ein Kühlergrill mit vertikalen Streben, eine neue Lichtsignatur und maßgeschneiderte Aerodynamikelemente aus Carbon verändern das Fahrzeug so umfassend, dass seine Herkunft von Aston Martin äußerlich nicht sofort erkennbar ist.

Das Bodo Cabriolet erhält zudem ein eigens entwickeltes, zweifarbig schwarz-graues Jacquard-Stoffverdeck. Als Verweis auf 1977, das Jahr, in dem Bodo Buschmann Brabus gründete, ist ein umgekehrtes „77“-Motiv direkt in den Stoff eingewebt. Dieselbe Zahl bestimmt die Auflage: Das Cabriolet wird als eigenständige Baureihe gebaut und ist weltweit auf 77 Fahrzeuge limitiert.

Der 5,2-Liter-V12 leistet 735 kW und 1.200 Nm

Der wichtigste Teil der Vanquish-Technik bleibt unter der langen Motorhaube erhalten. Im Bodo Cabriolet entwickelt der 5,2-Liter-V12-Biturbo bei 6.400/min eine Leistung von 735 kW und zwischen 2.900 und 5.000/min ein elektronisch begrenztes Drehmoment von 1.200 Nm.

Eine Achtgang-Wandlerautomatik leitet die gesamte Leistung an die Hinterräder. Das elektronisch geregelte Differenzial kann eine Sperrwirkung von bis zu 100% bereitstellen und hilft so den Hinterreifen, das Drehmoment des V12 auf die Straße zu bringen.

Der Vergleich mit dem Vanquish Volante zeigt, wie umfangreich der Motor überarbeitet wurde. Der 5,2-Liter-V12 von Aston Martin leistet 614 kW und 1.000 Nm, der Brabus bietet somit 121 kW und 200 Nm mehr.

Das Bodo Cabriolet beschleunigt in 3,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h, erreicht 200 km/h nach 8,5 Sekunden und 300 km/h nach 23,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 360 km/h begrenzt. Der Vanquish Volante benötigt zum Vergleich 3,4 Sekunden bis 100 km/h und erreicht maximal 345 km/h.

Diese Werte machen den Bodo zu einem der schnellsten offenen GT-Modelle auf dem Markt. Sein technisches Konzept unterscheidet sich jedoch deutlich von dem vieler moderner Hybridkonkurrenten. Der Motor sitzt vorn, die gesamte Leistung wird an die Hinterräder übertragen, und weder zur Gesamtleistung noch zur Beschleunigung aus dem Stand tragen Elektromotoren bei.

Der aktive Heckspoiler dient zugleich als Luftbremse

Eine Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h verlangt der Aerodynamik mehr ab als reine optische Dramatik. Brabus stattet das Fahrzeug mit einem Frontsplitter aus Carbon und einem elektrisch verstellbaren Carbon-Heckspoiler aus.

Mit zunehmendem Tempo fährt der Heckspoiler in mehreren Stufen aus, um den Abtrieb an der Hinterachse zu erhöhen. Bei starken Bremsmanövern oberhalb von 140 km/h stellt er sich nahezu senkrecht und fungiert als Luftbremse, indem er den Luftwiderstand erhöht und so die Verzögerung unterstützt.

Das Fahrwerk verfügt vorn über Doppelquerlenker und hinten über eine Mehrlenkerachse. Elektronisch adaptive Dämpfer arbeiten mit fünf Fahrmodi: GT, Sport, Sport+, Wet und Individual.

Ein Liftsystem kann beide Achsen um rund 25 mm anheben, wenn mehr Bodenfreiheit benötigt wird. Sobald das Fahrzeug 45 km/h erreicht, senkt sich das Fahrwerk automatisch wieder auf seine normale Höhe ab.

Die geschmiedeten 22-Zoll-Räder Brabus Monoblock Z-GT „Platinum Edition“ sind mit speziell für das Bodo Cabriolet entwickelten Pirelli-P-Zero-Reifen bestückt. Vorn kommen Reifen der Dimension 285/30 ZR 22 zum Einsatz, hinten 335/25 ZR 22.

Für die Verzögerung sorgen innenbelüftete und gelochte Carbon-Keramik-Verbundbremsscheiben mit Sechskolben-Festsätteln vorn und Vierkolben-Festsätteln hinten.

Ferrari beim Start minimal schneller, Brabus mit höherer angegebener Höchstgeschwindigkeit

Der Ferrari 12Cilindri Spider bietet einen interessanten europäischen Vergleichsmaßstab für das Bodo Cabriolet. Ferraris 6,5-Liter-V12-Saugmotor leistet 610 kW und beschleunigt das Auto in 2,95 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ferrari nennt eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 340 km/h.

Nach Herstellerangaben ist der Ferrari damit aus dem Stand minimal schneller, während der Brabus mit mehr Leistung, deutlich höherem Drehmoment und einer höheren angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h kontert.

Der wichtigere Unterschied liegt jedoch darin, was die beiden Fahrzeuge tatsächlich sind. Ferrari entwickelt den 12Cilindri Spider als vollständiges Serienmodell, während der Bodo ein in Kleinserie gefertigtes Fahrzeug mit eigenständiger Karosserie ist, das auf der technischen Basis eines bestehenden Oberklasse-GT entsteht.

Genau dieser Unterschied macht das Bodo Cabriolet bedeutsam. Brabus versucht nicht mehr nur, eine leistungsstärkere Version eines Basisfahrzeugs zu bauen. Das Unternehmen gibt dem Auto eine eigene Karosserie, Lichtsignatur, Aerodynamik und Innenausstattung und verkauft das fertige Produkt anschließend unter einem eigenständigen Modellnamen.

Damit nähert sich Brabus der Welt der Karosseriebauer für Kleinserien an, bei denen Kunden neben purer Leistung auch Seltenheit und Individualität erwerben.

Preis bleibt unbekannt

Brabus hat für das Bodo Cabriolet keinen festen europäischen Preis veröffentlicht. In Deutschland wird das Fahrzeug derzeit mit Preis auf Anfrage angeboten.

Das ist relevant, weil die endgültigen Kosten voraussichtlich stark von der gewählten Ausstattung und der individuellen Konfiguration des Kunden abhängen. Mit einer auf 77 Fahrzeuge begrenzten Produktion und einem hohen Anteil an Handarbeit besetzt der Bodo eine deutlich exklusivere Nische als der reguläre Vanquish Volante.

Für Brabus ist das Bodo Cabriolet daher aus mehr Gründen bedeutsam als wegen seiner 735 kW Leistung oder 360 km/h Höchstgeschwindigkeit. Es zeigt ein Unternehmen aus Bottrop, das sich zunehmend vom bekannten Tuner zum Karosseriebauer mit eigenen Modellen entwickeln will. Auf dem globalen Markt für Luxusautos könnte sich dieser Wandel letztlich als wichtiger erweisen als eine weitere plakative Leistungsangabe.


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