BYD Flash Charger
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BYD verspricht E-Auto-Laden in neun Minuten: Blade Battery 2.0 und 1500-kW-Flash-Charging

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 09.03.2026

Der chinesische Autobauer BYD hat seine neue Blade Battery 2.0 zusammen mit einem Flash-Charging-System mit bis zu 1500 kW vorgestellt. Das Versprechen ist klar: Das Laden eines Elektroautos soll fast so schnell werden wie das Tanken. Auf dem Papier wirken die Werte beeindruckend, in der Praxis hängt jedoch alles davon ab, wie schnell die Ladeinfrastruktur nachzieht.

Der Elektroauto-Riese präsentiert die neue Batterietechnologie gemeinsam mit dem darauf ausgelegten Flash-Charging-System. Laut BYD ermöglicht das Zusammenspiel eine Ladeleistung von bis zu 1500 kW. Damit soll sich der Akku in rund neun Minuten von 10 auf 97 Prozent laden lassen.

Sollte sich diese Angabe in der Realität bestätigen, wäre das eine der schnellsten Ladelösungen, die in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen.

Laden nahe am Tanktempo

BYD gibt an, der Ladestand lasse sich in nur fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent anheben. Bis nahe an die volle Kapazität, von 10 auf 97 Prozent, sollen unter Idealbedingungen etwa neun Minuten vergehen.

Auch bei Kälte soll die Ladegeschwindigkeit nicht einbrechen. Nach Unternehmensangaben lädt die Batterie bei minus 30 Grad Celsius in rund zwölf Minuten von 20 auf 97 Prozent, eines der schwierigsten Szenarien für Elektrofahrzeuge.

Blade Battery 2.0: nächster Schritt für LFP-Zellen

Im Zentrum steht die zweite Generation der Blade Battery auf Basis von Lithium-Eisenphosphat-Chemie. Die Energiedichte steigt im Vergleich zur vorherigen Generation um rund fünf Prozent. Theoretisch könnten damit Reichweiten von über 1000 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Teststandard möglich sein.

BYD zufolge gelang es, zwei Eigenschaften zu kombinieren, die sich üblicherweise gegenseitig ausbremsen: sehr schnelles Laden und eine vergleichsweise hohe Energiedichte.

Als Grundlage nennt das Unternehmen drei zentrale Neuerungen: eine Flash-Release-Kathode, die die Freisetzung von Lithium-Ionen beschleunigen soll, einen Flash-Flow-Elektrolyten, dessen Zusammensetzung mithilfe künstlicher Intelligenz optimiert wurde, sowie eine Flash-Intercalate-Anode, die Lithium-Ionen eine dreidimensionale Bewegung ermöglichen soll.

Zusammen sollen diese Änderungen den Innenwiderstand und die Wärmeentwicklung senken, also jene zwei Faktoren, die ultraschnelles Laden normalerweise begrenzen.

Sicherheitsargument bleibt zentral

BYD betont, die neue Batterie behalte die Sicherheitsmerkmale der ursprünglichen Blade Battery bei. Nach Angaben des Herstellers bestand das neue Pack mehrere Extremtests, darunter eine Nageldurchdringung ohne thermisches Durchgehen sowie gleichzeitige Kurzschluss-Szenarien in vier Zellen bei Temperaturen von über 700 Grad Celsius ohne Brand oder Explosion.

Zudem soll die Kapazitätsdegradation 2,5 Prozent niedriger ausfallen als bei der vorherigen Generation.

Flash Charger mit bis zu 1500 kW

Der zweite Baustein ist der Flash Charger selbst. Jede Einheit soll über einen einzelnen Anschluss bis zu 1500 kW liefern können, ein Vielfaches dessen, was die meisten heutigen HPC-Lader bereitstellen.

Die Ladestationen integrieren außerdem ein Energiespeichersystem als Puffer. Das soll helfen, das Stromnetz nicht zu überlasten und dennoch sehr hohe Spitzenleistungen zu ermöglichen, auch an Standorten, an denen das Netz allein eine solche Nachfrage nicht tragen könnte.

BYD hat die Ladeeinheit zudem mit einer T-förmigen Struktur neu gestaltet, die die Kabel über dem Boden hält. Ein kleines Detail, aber praktisch für alle, die schon einmal mit einem schweren Ladekabel bei Regen oder im Schlamm gekämpft haben.

20.000 Ladepunkte in China geplant

BYD will das Ladenetz zügig ausbauen. Nach Unternehmensangaben sind bereits 4239 Flash-Charging-Stationen installiert. Bis Ende 2026 sollen in China 20.000 Ladepunkte ausgerollt werden.

Eine internationale Expansion soll folgen, sobald der Ausbau im Heimatmarkt an Fahrt gewinnt.

Erstes Europa-Modell: Denza Z9GT

In Europa soll die Technik im Denza Z9GT debütieren, einem großen, als Shooting Brake ausgelegten elektrischen Grand Tourer der BYD-Premiummarke Denza.

Die finalen Spezifikationen für die Europa-Version sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.

Die entscheidende Frage ist die Infrastruktur

Technologisch ist die Idee klar: Die Ladezeit soll näher an das Erlebnis des Tankens rücken. Gelingt das, könnte eine der großen psychologischen Hürden für die Verbreitung von Elektroautos fallen.

Wie so oft dürfte die eigentliche Herausforderung jedoch weniger das Auto als die Infrastruktur sein. 1500 kW Ladeleistung erfordern ein völlig neues Niveau an elektrischer Kapazität und Ladehardware.

Die Frage ist daher nicht nur, ob BYD ein solches Fahrzeug bauen kann. Entscheidend ist, wie schnell die Welt bereit ist, es zu unterstützen.


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