Megawatt Charging System
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Scania eröffnet Norwegens erste Megawatt-Ladestation für Lkw

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 05.03.2026

In Norwegen hat Scania einen neuen Meilenstein für den emissionsfreien Güterverkehr gesetzt: Der Hersteller eröffnete die erste Ladestation des Landes, die für den Megawatt Charging System (MCS) Standard vorbereitet ist.

Mit dieser Installation macht die Elektrifizierung des Fernverkehrs einen entscheidenden Schritt nach vorn. Während Pkw mit deutlich geringeren Ladeleistungen auskommen, benötigen schwere Elektro-Lkw ganz andere Dimensionen – genau dafür wurde der MCS-Standard entwickelt.

Ladeleistung im Megawatt-Bereich

Das Megawatt Charging System ermöglicht im Vergleich zum weit verbreiteten CCS2-Standard deutlich höhere Ladegeschwindigkeiten. Die neue Scania-Station unterstützt bis zu 750 kW Ladeleistung – fast doppelt so viel wie viele aktuelle CCS2-Lkw-Lader.

Mit dieser Power lässt sich ein Lkw-Akku theoretisch in weniger als 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen. Das passt exakt zu den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten für Berufskraftfahrer.

Das System arbeitet zudem mit extrem hohen Strömen. In der Vollausbaustufe sind bis zu 3000 Ampere möglich, die erste Ausbaustufe läuft typischerweise mit rund 1000 Ampere.

ASKO setzt als Erster auf das System

Das norwegische Logistikunternehmen ASKO nutzt die Infrastruktur bereits mit einem Scania 40R, der sowohl den neuen MCS-Stecker als auch das klassische CCS2-Interface an Bord hat.

Diese doppelte Kompatibilität erlaubt es, das Fahrzeug an bestehender Infrastruktur zu laden und dort, wo verfügbar, die Vorteile der MCS-Technik zu nutzen.

Gebaut wurde der Ladepark von Kempower. Er umfasst zwei Ultra-Hochleistungs-Lader mit jeweils 1,2 MW sowie vier weitere Einheiten mit bis zu 560 kW.

Europäisches Ladenetz für Lkw im Aufbau

Ohne passende Infrastruktur bleibt die Elektrifizierung des Güterverkehrs eine Illusion. Deshalb baut Scania gemeinsam mit Partnern das Hochleistungsladenetz für Lkw europaweit aus.

Über das Joint Venture Milence sollen bis 2027 rund 1700 leistungsstarke Ladepunkte entstehen.

Das Ziel: Ein europaweites Netz, das elektrischen Fernverkehr überhaupt erst möglich macht.

Setzt sich der Ausbau in diesem Tempo fort, könnte Megawatt-Laden schon bald das Rückgrat der emissionsfreien Lkw-Branche in Europa werden. Für Logistiker, die unter strengen Klimavorgaben arbeiten, eröffnet die Technik einen realistischen Weg aus dem Diesel – ohne Abstriche bei der Effizienz.


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