Cupra plant Serienversion des Tindaya als Rivalen für den BMW iX3
Cupra bereitet eine Serienversion der Studie Tindaya vor und will damit in den Markt der elektrischen Premium-Crossover vorstoßen. Das neue Spitzenmodell soll oberhalb von Tavascan und Terramar positioniert werden und gegen Modelle wie BMW iX3 und Volvo EX60 antreten.
Cupra zeigte die Studie Tindaya auf der IAA Mobility 2025 in München als Ausblick auf die künftige Designsprache der Marke und auf ihre fahrerorientierte Ausrichtung. Entwickelt wurde das Auto unter dem Leitgedanken „No drivers, no Cupra“. Der Name verweist auf den vulkanischen Berg Tindaya auf der Insel Fuerteventura.
Seat-Cupra-Chef Markus Haupt sagte nun gegenüber Autocar, dass das Unternehmen an einer Serienversion des Tindaya arbeitet. Einen genauen Marktstart nannte er nicht, das Auto solle aber in „einigen Jahren“ auf die Straße kommen.
Der Tindaya dürfte zum neuen Flaggschiff von Cupra werden und oberhalb von Tavascan und Terramar rangieren. Die Preise könnten bei rund 60.000 Pfund beginnen, umgerechnet etwa 70.000 Euro. Damit würde Cupra klar in der Klasse der Premium-Crossover antreten.
Für die Marke wäre das ein wichtiger strategischer Schritt. Bislang hat Cupra nicht versucht, im selben Preisbereich wie BMW, Mercedes-Benz, Audi, Volvo, Genesis und Lexus mitzuspielen. Mit dem Tindaya könnte Cupra nicht nur sportliches Design verkaufen, sondern auch margenstärkere Technik.
Technisch ist noch nichts entschieden. Die Studie nutzte einen elektrischen Antrieb mit zwei Motoren und einer Systemleistung von 489 bhp. Hinzu kam ein 1,5-Liter-Benziner als Reichweitenverlängerer, mit dem rund 300 Kilometer elektrische Reichweite und insgesamt bis zu 1.000 Kilometer möglich sein sollten.
Das Serienmodell soll auf der neuen SSP-Plattform des Volkswagen-Konzerns aufbauen. Cupra hat jedoch noch nicht entschieden, ob das finale Auto rein elektrisch fahren oder das Konzept mit Reichweitenverlängerer beibehalten wird. Haupt betonte, das Unternehmen wolle sich wegen der schnellen Marktveränderungen so lange wie möglich alle Optionen offenhalten.
Das ist derzeit die wichtigste Nuance. Der Tindaya wird als Rivale des BMW iX3 gehandelt, sein Antrieb muss am Ende aber nicht zwingend rein elektrisch ausfallen. Die Plattform gibt Cupra Spielraum, diese Entscheidung später zu treffen.
Cupra will den Tindaya sowohl in Europa als auch in den USA verkaufen. Die Marke verfolgt zwar einen Plan zur Expansion nach Amerika, dieser Schritt wurde jedoch verschoben. Für den US-Markt ist der Tindaya noch nicht bestätigt.
Der Wert des Tindaya hängt nicht allein an Plattform oder Antrieb. Cupra versucht, sich mit schärferem Design und einem stärker auf den Fahrer ausgerichteten Image abzugrenzen, während viele mittelgroße Elektro-SUV optisch vorsichtiger und technisch vertrauter auftreten.
Sollte das Serienauto auch nur einen Teil der Kante der Studie bewahren, hätte Cupra ein stärkeres Argument als lediglich ein weiteres Elektro-SUV aus dem Volkswagen-Konzern. Sein Erfolg wird dennoch von Preis, realer Reichweite, Ladegeschwindigkeit und davon abhängen, wie viel von der Dramatik der Studie den Weg in den Schauraum schafft.