Lexus ES
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Lexus prüft elektrische Zukunft für F Sport

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 26.05.2026

Lexus könnte künftige F Sport Modelle deutlich stärker ins Elektrozeitalter führen. Kohei Chiashi, Chefingenieur des neuen ES, sieht einen vollelektrischen Antrieb als passend für sportlichere Lexus Modelle, weil Elektromotoren spontan ansprechen und eine deutlich präzisere Traktionskontrolle ermöglichen.

Lexus sieht sportliches Potenzial in der Elektrifizierung.

Chiashi zufolge liegt der Vorteil eines Elektroantriebs nicht nur im sofort verfügbaren Drehmoment. Entscheidend sei vor allem die Kontrolle. Elektromotoren lassen sich sehr präzise steuern, zudem kann Drehmoment nahezu verzögerungsfrei zwischen den Rädern verteilt werden. Carscoops berichtet, dass der neue Lexus ES 500e in bestimmten Situationen das gesamte verfügbare Drehmoment an die Hinterräder schicken kann. Manuell anwählen kann der Fahrer das allerdings nicht.

Das liefert einen klaren Hinweis darauf, wohin Lexus F Sport entwickeln will. In der Vergangenheit bezog ein sportlicher Lexus seine emotionale Wirkung oft aus einem V8-Motor und einem klassischen mechanischen Charakter. Die nächste Phase könnte stattdessen stärker auf Software, Allradsteuerung und die Reaktionsgeschwindigkeit von Elektromotoren setzen.

Der ES bekommt zunächst keinen F Sport, bewusst.

Die neue Generation des Lexus ES startet ohne F Sport Version. Lexus traf diese Entscheidung bewusst, um die Aufmerksamkeit auf die Standardmodelle zu lenken und die Botschaft nicht zu früh aufzuteilen. Nach Chiashis Einschätzung bietet der ES 500e mit zwei Motoren bereits mehrere Eigenschaften, die in der Benziner-Ära mit F Sport verbunden waren.

Nach Angaben von Lexus Europe nutzt der ES 500e eine 75-kWh-Batterie, den Allradantrieb DIRECT4 und beschleunigt in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Lexus erwartet eine WLTP-Reichweite von bis zu 530 Kilometern, wobei einige Werte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch auf die endgültige Homologation warteten.

Der RZ weist bereits in diese Richtung.

Eine elektrische Zukunft für F Sport ist nicht nur ein Gedankenspiel. Lexus hat bereits den vollelektrischen RZ 550e F Sport vorgestellt, der 300 kW, entsprechend 408 DIN-PS, leistet. Die europäischen Daten nennen 4,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und eine WLTP-Reichweite von bis zu 450 Kilometern.

Der RZ 550e F Sport erhält außerdem Lexus Interactive Manual Drive, ein virtuelles Schaltsystem. Es nutzt Lenkrad-Schaltwippen, Klang sowie eine Steuerung von Beschleunigung und Verzögerung, um dem Fahrer ein stärker mechanisch geprägtes Gefühl der Verbindung zu vermitteln. In offiziellen Toyota Unterlagen beschreibt Lexus das System als Teil des „Dialogs zwischen Fahrer und Auto“.

F Sport verändert sich mit dem Antrieb, nicht mit dem Namen.

Lexus hat nicht bestätigt, dass die gesamte F Sport Palette ausschließlich auf Elektroantrieb umgestellt wird. Die verfügbaren Hinweise sprechen eher für ein verändertes Denken. Offenbar nimmt Lexus einen vollelektrischen Ansatz für künftige sportliche Versionen inzwischen deutlich ernster.

Strategisch ist das nachvollziehbar. Elektrischer Allradantrieb erlaubt Lexus, ein schnelles und präzise kontrolliertes Auto ohne großen Verbrennungsmotor zu entwickeln. Schwieriger ist die emotionale Frage: Wie bewahrt F Sport seinen Charakter, wenn Klang, Schaltvorgänge und mechanisches Gefühl immer stärker aus Software statt aus Metall entstehen?


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