Lada Deutschland ist insolvent, AvtoVAZ setzt auf die Vereinigten Arabischen Emirate
Der offizielle Lada-Importeur in Deutschland, die Lada Deutschland GmbH, hat Insolvenz angemeldet. Während sich deutsche Fans an frühere Zeiten erinnern, richtet der russische Autobauer AvtoVAZ den Blick bereits auf einen neuen Zielmarkt: die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort soll Lada künftig Fuß fassen, in einem Umfeld, das eher von Sand und Wüste als von europäischen Abgasnormen geprägt ist.
Die Lada Deutschland GmbH ist damit faktisch Geschichte. Noch 2019 konnten Fans hierzulande einen Granta, einen Vesta oder den scheinbar unsterblichen Niva kaufen. Dann holte die Realität die Marke mit der Abgasnorm Euro 6d ein. Saubere Luft blieb für die VAZ-Ingenieure offenbar eher Theorie, die Importe wurden zu einem undurchsichtigen Verfahren, bei dem jedes einzelne Auto eine separate Zertifizierung brauchte.
1991 verkaufte Lada in Deutschland 50.000 Autos pro Jahr. 2024 war diese Zahl auf nur noch 33 geschrumpft. Zehn Beschäftigte machten die Türen zu, löschten das Licht und ließen auf deutschen Straßen vor allem die Erinnerung an billiges Blech und einfachere Zeiten zurück.
Abschied, Berlin. Hallo, Dubai-Luxus
AvtoVAZ will sich dennoch nicht in die Ecke stellen. Wenn der europäische Markt durch Abgasvorschriften und Sanktionen verdorben ist, dann sollen offenbar die Vereinigten Arabischen Emirate der Ort sein, an dem Ladas Potenzial endlich aufblühen kann.
Wie läuft die angekündigte Eroberung Dubais?
2024 kündigte AvtoVAZ-Chef Maxim Sokolov beim St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum an, dass Lada in Dubai einen Showroom eröffnen werde. Nach dem Plan sollen dort ein Lada Iskra oder ein Niva Sport neben Lamborghini und Rolls Royce stehen, nach dem Motto: Warum einen vergoldeten Ferrari kaufen, wenn man ein Auto mit manuellen Fensterkurbeln haben kann?
Als Partner wurde Pearl Motors ausgewählt, ein Unternehmen, das zuvor mit exklusiven Luxusautos in Verbindung gebracht wurde. Auf dem arabischen Markt ist Lada damit unbestreitbar exotisch, etwas, das man noch seltener sieht als Regen im Hochsommer.
Nach den großen Versprechen auf Konferenzen 2025 sollen die ersten Chargen wüstentauglicher Vesta inzwischen eingetroffen sein. AvtoVAZ betont, dass es sich vom Konflikt im Nahen Osten nicht abschrecken lasse. Die größte Herausforderung besteht nun darin, Scheichs davon zu überzeugen, dass ein Lada die beste Wahl ist, zumindest bis die Klimaanlage funktioniert oder bis der Sand den Motor erreicht.
Es hat eine gewisse, durchaus bemerkenswerte Selbstsicherheit, einen deutschen Markt, der einst 50.000 Autos pro Jahr abnahm, durch die Hoffnung zu ersetzen, dass Dubais Millionäre ihre G-Klassen gegen einen Niva tauschen. Vorerst bleibt abzuwarten, wo der nächste Showroom eröffnet, an einem Ort, der noch ambitionierter ist. Vielleicht auf dem Mond, wo es keine Abgasnormen gibt und keinen akuten Bedarf an tatsächlichem Verkaufserfolg.