Louis Vuitton und Singer realisieren zwei eigenständige Projekte auf Basis des Porsche 911
Louis Vuitton und Singer Vehicle Design haben während der Monterey Car Week zwei maßgeschneiderte Projekte auf Basis des Porsche 911 der Generation 964 vorgestellt. Das erste ist ein Classic Coupé mit 4,0-Liter-Saugmotor, das zweite ein Classic Turbo Cabriolet mit 3,8-Liter-Biturbo-Boxermotor. Porsche selbst ist an der Zusammenarbeit nicht beteiligt.
Das Projekt begann mit der Anfrage nach einer mechanischen Armaturenbrettuhr für ein von Singer neu interpretiertes Fahrzeug. Inspiriert von Louis Vuittons Uhr Tambour wurde der Zeitmesser zum Ausgangspunkt einer deutlich umfassenderen Zusammenarbeit, aus der schließlich zwei vollständig konzipierte Fahrzeuge samt maßgeschneidertem Gepäck, Reisezubehör und Kleidung hervorgingen.
Der Classic erhält einen Saugmotor mit 291 kW
Das erste Fahrzeug basiert auf Singers Classic-Restaurierungsangebot. Der als Basis dienende Porsche 911 der Generation 964 wird bis auf seine Stahl-Monocoque-Struktur zerlegt. Diese wird begutachtet, gereinigt und verstärkt, bevor maßgeschneiderte Karosserieteile aus Kohlefaser montiert werden. Das fertige Fahrzeug verfügt zudem über einen geschwindigkeitsabhängig ausfahrenden Heckflügel, adaptive Dämpfer von Öhlins und Carbon-Keramik-Bremsen.
Sein luftgekühlter 4,0-Liter-Boxermotor leistet bis zu 291 kW beziehungsweise 390 hp und dreht bis 7.500/min. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder übernimmt ein manuelles Sechsganggetriebe.
Das Fahrzeug ist in Safrangelb mit kobaltblauen und gelben Akzenten lackiert. Im Innenraum wird naturfarbenes Leder mit Kohlefasersitzen und einer rautenförmigen Prägung kombiniert, die das Malletage-Motiv im Inneren von Louis-Vuitton-Koffern aufgreift.
Eine herausnehmbare mechanische Uhr, die von der Tambour inspiriert ist, sitzt im Armaturenbrett und kann auch als Tischuhr verwendet werden. Louis Vuitton entwarf zudem eine Kollektion maßgefertigter Reiseaccessoires für das Fahrzeug, darunter individuelles Gepäck, ein Surfbrett und ein Paar Ski. Sämtliche Stücke sind auf einen eigens entwickelten Dachträger abgestimmt.
Der Classic Turbo verbindet 380 kW mit Inspirationen aus dem klassischen Motorbootbau
Das zweite Fahrzeug ist ein Singer Classic Turbo Cabriolet, das in Zusammenarbeit mit Nicolas Ghesquière, Artistic Director of Women's Collections bei Louis Vuitton, konzipiert wurde.
Sein 3,8-Liter-Boxermotor nutzt zwei Turbolader mit variabler Turbinengeometrie sowie eine Wasser-Luft-Ladeluftkühlung und leistet bis zu 380 kW beziehungsweise 510 hp bei einem Drehmoment von 610 Nm. Die Kraft gelangt über ein manuelles Sechsganggetriebe an die Hinterräder. Traktionskontrolle und elektronische Stabilitätskontrolle wurden von Singer gemeinsam mit Bosch entwickelt.
Das in Calcaire Lutétien Weiß lackierte Cabriolet verfügt über eine Kohlefaserkarosserie, einen feststehenden Heckspoiler im Whale-Tail-Stil, 18-Zoll-Räder im Fuchs-Design und Carbon-Keramik-Bremsen.
Das Design orientiert sich stark an klassischen Motorbooten. Holz kommt an den Sitzlehnen, am Boden, in den Gepäckbereichen und sogar an Teilen der Stoßfänger zum Einsatz. Ein von Teakholz inspiriertes Deck bildet einen Teil des nach hinten zu öffnenden Gepäckraums. Im Innenraum befindet sich außerdem eine herausnehmbare mechanische Armaturenbrettuhr. Louis Vuitton entwickelte zudem maßgeschneidertes Gepäck, dessen Form speziell auf das Fahrzeug abgestimmt ist.
Porsche selbst ist an dem Projekt nicht beteiligt
Beide Fahrzeuge begannen ihr Leben als Porsche 911 der Generation 964, doch keines von ihnen ist ein werkseitiges Porsche-Sondermodell. Singer restauriert und interpretiert 911 im Kundenbesitz unabhängig neu und stellt klar, dass das Unternehmen weder von der Porsche AG gesponsert wird noch mit ihr verbunden ist und dass die Fahrzeuge von Porsche weder genehmigt noch unterstützt werden.
Die Zusammenarbeit mit Louis Vuitton zeigt zudem, wie weit sich Singers 911-Projekte über konventionelle Restaurierungen hinausentwickelt haben. Die Technik bleibt von zentraler Bedeutung, doch Materialien, Uhrmacherkunst, Gepäck und Innenraumgestaltung werden inzwischen als gleichwertige Bestandteile eines einheitlichen, stimmigen Gesamtkonzepts behandelt.