MARSIEN GT
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MARSIEN GT verwandelt den Porsche 911 Turbo S mit 619 kW und einer Vollkarbonkarosserie

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 11.08.2026

Marc Philipp Gemballa erweitert die MARSIEN-Familie um den straßenorientierten MARSIEN GT. Das auf dem Porsche 911 Turbo S der Generation 992 basierende, limitierte Modell erhält eine vollständig neue Karosserie aus Kohlefaser, einen von RUF entwickelten Sechszylinder-Boxermotor mit mehr als 830 PS, ein maßgeschneidertes KW-Fahrwerk und aktive Aerodynamik. Die Produktion ist auf 30 Fahrzeuge begrenzt, die Preise beginnen bei 770.000 € netto – ohne den als Basisfahrzeug dienenden Porsche, Steuern, etwaige Zölle und Transportkosten.

Der MARSIEN GT entwickelt die mit dem ursprünglichen MARSIEN im Jahr 2021 eingeführte Idee weiter, schlägt dabei jedoch eine andere Richtung ein. Während das erste Fahrzeug als vom Paris-Dakar-Rallyesport inspirierter Sportwagen konzipiert war, der sich weit über asphaltierte Straßen hinauswagen konnte, konzentriert sich der GT auf schnelle Straßenfahrten, höhere fahrdynamische Präzision und verbesserte Alltagstauglichkeit.

Marc Philipp Gemballa wird lediglich 30 Exemplare des MARSIEN GT bauen. Zusammen mit den 40 Exemplaren des ursprünglichen MARSIEN steigt die Gesamtproduktion des MARSIEN-Programms damit auf 70 Fahrzeuge – anlässlich des 70. Geburtstags von Uwe Gemballa.

Der Porsche 911 ist der Ausgangspunkt, nicht das fertige Produkt

Jeder MARSIEN GT beginnt als Porsche 911 Turbo S der Generation 992 und durchläuft anschließend einen umfassenden Umbau mit rund 1.500 neu entwickelten und gefertigten Komponenten.

Jedes Außenhautteil wurde überarbeitet. Die Vollkarbonkarosserie besteht aus mehr als 100 Einzelkomponenten, darunter Luftführungen, Spiegelgehäuse, Radhausschalen und eine große hintere Karosseriesektion, die sich von der A-Säule bis zum Heckflügel erstreckt.

Auch der Unterboden besteht aus Kohlefaser und ersetzt die Aluminium-Unterbodenverkleidung. Laut Marc Philipp Gemballa reduziert das Gesamtpaket das Gewicht gegenüber einem serienmäßigen 992 Turbo S um 75 kg. Das endgültige Leergewicht des MARSIEN GT hat das Unternehmen jedoch nicht veröffentlicht.

Für das Design zeichnet erneut Alan Derosier verantwortlich, der bereits den ursprünglichen MARSIEN entworfen hat.

Aktive Aerodynamik mit pneumatischer Betätigung

Der MARSIEN GT führt ein vollständig neues System für die aktive Aerodynamik ein. Pneumatisch betätigte Lamellen in den vorderen Kotflügeln leiten Hochdruckluft aus den Radhäusern ab und verringern dadurch den Auftrieb an der Vorderachse sowie Verwirbelungen in den Radhäusern.

Am Heck verändert ein aktiver Flügel seinen Anstellwinkel, um den Abtrieb an der Hinterachse und die Stabilität bei hohem Tempo zu erhöhen. Zudem kann er als Luftbremse fungieren. Sowohl die vorderen Lamellen als auch der Heckflügel werden pneumatisch betätigt, um schnelle Reaktionen zu ermöglichen.

Eine Dachhutze nimmt saubere Luft oberhalb der Fahrgastzelle auf und leitet sie zu den Ladeluftkühlern, während separate Staudruck-Lufteinlässe den Motor versorgen. Weitere, in die Seitenschweller integrierte Luftführungen leiten Kühlluft zu den hinteren Radhäusern und Bremsen.

Der vollständige Kohlefaser-Unterboden spart Gewicht und unterstützt zugleich die Luftführung zum Heckdiffusor.

RUF steigert die Leistung auf mehr als 830 PS

Marc Philipp Gemballa setzt bei der Entwicklung des Antriebsstrangs für den MARSIEN GT die Zusammenarbeit mit RUF Automobile fort.

Der 3,7-Liter-Biturbo-Sechszylinder-Boxermotor erhält verbesserte Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, eine überarbeitete Steuergerätekalibrierung und eine modifizierte Getriebeabstimmung. Die Leistung steigt auf mehr als 830 PS, entsprechend rund 619 kW, bei einem Drehmoment von 930 Nm.

Eine zweite Ausbaustufe befindet sich bereits in Entwicklung und soll mehr als 900 PS beziehungsweise rund 671 kW leisten.

Die technischen Daten von Marc Philipp Gemballa nennen für den Sprint von 0–100 km/h eine Zeit von 2,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h. Die Beschleunigungsangabe bedarf allerdings einer Einschränkung, da sie in denselben technischen Daten als „0–100 km/h (0–60 mph)“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich nicht um identische Messwerte: 60 mph entsprechen ungefähr 97 km/h.

Die Zeit von 2,4 Sekunden ist daher bis zur Klärung der genauen Messmethode als Herstellerangabe zu betrachten.

Der Antriebsstrang behält ein achtstufiges Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) und einen modifizierten Allradantrieb mit Porsche Traction Management bei.

Akrapovič hat speziell für den MARSIEN GT eine maßgeschneiderte Volltitan-Abgasanlage mit vier Endrohren entwickelt.

KW entwickelt ein neues straßenorientiertes Fahrwerk

Der MARSIEN GT verzichtet auf das geländeorientierte Fahrwerkskonzept des ursprünglichen MARSIEN. KW Automotive hat eine neue Doppelquerlenker-Vorderachse entwickelt, während hinten eine Mehrlenkerachse zum Einsatz kommt.

Die elektronisch geregelten Dämpfer basieren auf der DDC-V5-Technologie von KW. Zwei elektromagnetische Proportionalventile in jedem Dämpfer regeln Druck- und Zugstufe unabhängig voneinander, sodass das System innerhalb von 20 Millisekunden auf wechselnde Straßenverhältnisse und Fahrsituationen reagieren kann.

Die serienmäßige Bodenfreiheit beträgt 100 mm. Ein Vorderachs-Liftsystem kann die Fahrzeugfront um weitere 60 mm anheben und erleichtert so das Befahren von Rampen und steilen Einfahrten sowie das Überqueren von Fahrbahnschwellen.

Über einen Regler am Lenkrad kann der Fahrer verschiedene Fahrmodi auswählen, woraufhin das System Dämpfer, Getriebeabstimmung und Motorkennfeld entsprechend anpasst.

Der MARSIEN GT steht auf geschmiedeten Aluminiumrädern mit Zentralverschluss, die vorn 20 Zoll und hinten 21 Zoll messen. Die Michelin-Pilot-Sport-Cup-2-Reifen haben vorn das Format 275/35 ZR20 und hinten 335/30 ZR21.

Porsche-Technik trifft im Innenraum auf maßgeschneiderte Handwerkskunst

Der Innenraum des MARSIEN GT verfügt über eine erhöhte Mittelkonsole und einen vom Porsche Carrera GT inspirierten Aluminium-Schalthebel. Der Schaltknauf kann statt mit Leder oder Alcantara auch in Sichtkarbon oder Mahagoni ausgeführt werden.

Zu den Optionen zählen Interieurpakete aus Kohlefaser und ein hinter den Sitzen montierter Clubsport-Überrollbügel. Der Bügel kann in Wagenfarbe, Leder, Alcantara oder Sichtkarbon ausgeführt werden.

Jedes Fahrzeug erhält zudem auf der Mittelkonsole eine Metallplakette, die seine individuelle Produktionsnummer innerhalb der auf 30 Fahrzeuge limitierten Baureihe ausweist.

770.000 € sind nur der Ausgangspunkt

Der MARSIEN GT kostet ab 770.000 € netto. Dieser Betrag umfasst weder den als Basisfahrzeug dienenden Porsche 911 Turbo S noch Steuern, anfallende Zölle und Transport, sodass die endgültigen Kosten deutlich höher liegen werden.

Käufer bezahlen für weit mehr als nur eine höhere Motorleistung. Der Umbau umfasst die vollständig neu gestaltete Kohlefaserkarosserie samt aktiver Aerodynamik, das maßgeschneiderte Fahrwerk, den von RUF entwickelten Antriebsstrang, die Titan-Abgasanlage von Akrapovič und eine außergewöhnlich kleine Produktionsserie.

Die ersten Kundenauslieferungen sind für Ende 2027 vorgesehen.

Seine Welt- und Nordamerikapremiere feiert der MARSIEN GT am 13. August 2026 während der Monterey Car Week in Pebble Beach. Nach seiner Enthüllung soll er außerdem bei The Quail, A Motorsports Gathering sowie auf dem Concept Lawn des Pebble Beach Concours d’Elegance zu sehen sein.


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