Mercedes-Benz GLA
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Neuer Mercedes-Benz GLA lädt mit bis zu 320 kW und bietet 657 km elektrische Reichweite

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 30.07.2026

Mercedes-Benz integriert die Rolle des EQA in den neuen GLA, behält für Käufer, die noch nicht vollständig auf Elektroantrieb umsteigen möchten, aber auch elektrifizierte Benzinvarianten bei. Das neue Kompakt-SUV wird mit batterieelektrischen und 48-Volt-Hybridantrieben angeboten. In der reichweitenstärksten Ausführung erzielt es im WLTP-Zyklus bis zu 657 km, während die Elektroversionen mit 85-kWh-Batterie an einer geeigneten Gleichstrom-Ladesäule bis zu 320 kW aufnehmen können. Der optionale MBUX Superscreen mit drei Displays sorgt für Schlagzeilen, doch der längere Radstand und der 107 Liter große vordere Gepäckraum sind wohl die bedeutsameren Verbesserungen.

Ein längerer Radstand verbessert das Platzangebot im Fond

Der neue GLA ist 20 mm niedriger als sein Vorgänger, sein Radstand wächst jedoch um 61 mm auf 2.790 mm. Die Beinfreiheit nimmt vorn um 7 mm und hinten um 38 mm zu. Die Kopffreiheit wächst vorn um 23 mm und hinten um 24 mm. Mercedes hat außerdem die hintere Spurweite um 31 mm vergrößert, was dem Fahrzeug einen breiteren, satteren Stand verleiht.

Statt Größe um ihrer selbst willen anzustreben, hat Mercedes den längeren Radstand genutzt, um bei niedrigerer Dachlinie das Raumangebot im Innenraum zu verbessern. Das Elektromodell erreicht einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27, was sowohl den Energieverbrauch als auch die Windgeräusche bei höherem Tempo reduziert.

Der Kofferraum wächst gegenüber dem EQA, nicht gegenüber dem auslaufenden GLA mit Verbrennungsmotor

Der neue elektrische GLA bietet hinten 410 Liter Gepäckraum, bei umgeklappten Rücksitzen sind es 1.400 Liter. Hinzu kommt ein 107 Liter großer vorderer Gepäckraum, der ausreichend Platz für Ladekabel, einen Kabinenkoffer oder eine Sporttasche bietet. Die Rücksitzlehnen sind im Verhältnis 40:20:40 geteilt.

Mercedes bezeichnet den 410-Liter-Kofferraum als 70 Liter größer als den des Vorgängers. Dieser Vergleich bezieht sich faktisch auf den auslaufenden EQA, der 340 Liter bietet. Der aktuelle GLA mit Verbrennungsmotor hat ein offizielles Volumen von 435 Litern, sodass der hintere Kofferraum des neuen Elektromodells weiterhin 25 Liter kleiner ist. Dank seines geräumigen Frontkofferraums besitzt der Neuling beim gesamten Gepäckraum dennoch einen klaren Vorteil.

Drei Elektroversionen kommen im November

Mercedes bringt den GLA im November mit drei vollelektrischen Varianten auf den Markt. Der heckgetriebene GLA 200 leistet 165 kW und nutzt eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 58 kWh nutzbarer Kapazität. Der GLA 250+ entwickelt 200 kW, der GLA 350 4MATIC 260 kW. Die beiden stärkeren Versionen verwenden eine Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie mit 85 kWh.

Der allradgetriebene GLA 350 4MATIC beschleunigt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mercedes nennt in seiner zentralen Ankündigung zur Markteinführung keine Angaben zu Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit oder Leergewicht des GLA 200 und GLA 250+. Eine vierte Elektroversion mit einer NMC-Batterie und 71 kWh nutzbarer Kapazität folgt Anfang 2027.

Je nach Version und Ausstattung lauten die vorläufigen WLTP-Energieverbrauchswerte:

GLA 200: 14,9–17,0 kWh/100 km

GLA 250+: 15,2–17,3 kWh/100 km

GLA 350 4MATIC: 15,5–17,6 kWh/100 km

Mit diesen Werten zählt der GLA zu den effizienteren Elektro-SUV seiner Größen- und Leistungsklasse.

Die 657-km-Angabe gilt für den reichweitenstarken GLA

Die maximale WLTP-Reichweite von 657 km gilt für den heckgetriebenen GLA 250+ mit 85-kWh-Batterie.

Zum Vergleich: Der für 2026 überarbeitete BMW iX1 eDrive20 bietet mit einer Ladung bis zu 514 km. Der allradgetriebene iX1 xDrive30 erreicht maximal 466 km. Auf dem Papier übertrifft der reichweitenstärkste GLA seinen BMW-Konkurrenten damit um bis zu 143 km. Der tatsächliche Unterschied hängt naturgemäß von Wetter, Geschwindigkeit, Radgröße und Ausstattung ab.

Das 800-Volt-System ermöglicht Laden mit bis zu 320 kW

Der GLA nutzt eine 800-Volt-Elektroarchitektur, die maximale Ladeleistung hängt jedoch von der Batterie ab. Der GLA 250+ und der GLA 350 4MATIC mit 85-kWh-Batterie können an einer geeigneten Gleichstrom-Ladesäule bis zu 320 kW aufnehmen, während der GLA 200 mit 58-kWh-Batterie für bis zu 200 kW ausgelegt ist.

Laut Mercedes kann der GLA in zehn Minuten bis zu 270 km WLTP-Reichweite nachladen. Wechselstromladen ist mit bis zu 22 kW möglich.

Bei 400-Volt-Schnellladesäulen gibt es eine wichtige Einschränkung: Der GLA benötigt dafür einen optionalen Gleichstromwandler. Käufer, die Fahrten in Regionen planen, in denen 800-Volt-Ladesäulen noch selten sind, sollten ihn bei der Konfiguration hinzufügen.

Der BMW iX1 ist beim Gleichstromladen auf 130 kW begrenzt und benötigt für eine Ladung von 10 auf 80 Prozent mindestens 29 Minuten. Der Vorteil des GLA beschränkt sich somit nicht auf einen werbewirksamen Spitzenwert, sondern beruht auf einer wesentlich moderneren Elektroarchitektur.

Der Hybrid fährt bei Autobahntempo nicht elektrisch

Mercedes ergänzt Anfang 2027 zwei Leistungsstufen des 48-Volt-Hybridantriebs. Ein neu entwickelter 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner arbeitet mit einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe des Typs 8F-eDCT zusammen. Ein 22-kW-Elektromotor ist direkt in das Getriebe integriert und bezieht Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit bis zu 1,3 kWh Kapazität. Angeboten werden Versionen mit Front- und Allradantrieb.

Bei niedrigem Stadttempo und geringer Last kann der Hybrid kurze Strecken rein elektrisch zurücklegen. Oberhalb von 100 km/h kann er den Verbrennungsmotor abschalten und mit abgekoppeltem Antriebsstrang rollen, wenn weniger als 22 kW benötigt werden. Dabei handelt es sich um Segeln, nicht um elektrisches Fahren bei Autobahntempo.

Der Elektromotor kann den Benziner in allen acht Gängen unterstützen und beim Verzögern bis zu 25 kW rekuperieren. Mercedes hat bislang weder die Systemleistungen der Hybride noch Beschleunigungswerte oder WLTP-Verbrauchsdaten veröffentlicht.

Das dritte Display kostet Aufpreis

Der MBUX Superscreen vereint ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay, einen zentralen 14-Zoll-Touchscreen und ein 14-Zoll-Display für den Beifahrer hinter einer durchgehenden Glasfläche. Die vollständige Anordnung mit drei Displays ist optional. Ohne Beifahrerdisplay füllt eine Zierblende mit Sternenmuster den Bereich aus.

Daher ist es unzutreffend, jeden neuen GLA als Fahrzeug mit drei Displays zu bezeichnen. Mercedes zeigt in seinen Pressebildern naturgemäß den aufwendigsten Innenraum, während günstigere Versionen eine schlichtere Anordnung erhalten.

Ein physischer Lautstärkeregler und eine Wippe für DISTRONIC und Geschwindigkeitsbegrenzer kehren ans Lenkrad zurück. Für die übrigen Bedienelemente behält Mercedes kapazitive Berührungsflächen bei, stellt aber zumindest zwei Funktionen wieder her, die Fahrer häufig finden müssen, ohne den Blick von der Straße abzuwenden.

Das Panoramadach bietet sieben einzeln steuerbare Segmente

Der GLA verfügt serienmäßig über ein einteiliges Panorama-Glasdach. Bei der optionalen Ausführung SKY CONTROL lassen sich Teile der Scheibe innerhalb von 10–20 Millisekunden von transparent auf undurchsichtig schalten. Das Dach ist in sieben einzeln steuerbare Segmente unterteilt, sodass die Insassen den Lichteinfall in verschiedenen Bereichen des Innenraums anpassen können.

Insgesamt 172 in das Glas eingelassene Leuchtsterne übernehmen die gewählte Farbe der Ambientebeleuchtung. Die Funktion trägt weder zur Reichweite noch zur Alltagstauglichkeit bei, bietet Mercedes aber eine weitere Möglichkeit, den GLA von Wettbewerbern abzuheben, die bereits ähnlich aufwendige Displays und Fahrerassistenzsysteme anbieten.

Die Rückfahrfunktion unterstützt, statt autonom zu fahren

Für den europäischen Markt bestimmte GLA nutzen acht Kameras, fünf Radarsensoren und 12 Ultraschallsensoren. Ein zentraler, wassergekühlter Rechner kann bis zu 254 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde verarbeiten und bietet damit Reserven für künftige Funktionen, die über drahtlose Updates bereitgestellt werden.

MB.DRIVE ASSIST ergänzt den serienmäßigen adaptiven Tempomaten DISTRONIC um eine Lenkunterstützung und schafft damit ein Fahrerassistenzsystem gemäß SAE Level 2. Der Fahrer bleibt jederzeit für das Fahrzeug verantwortlich. Der optionale Parkassistent kann den GLA automatisch aus einer Parklücke manövrieren, selbst wenn der Fahrer ihn zuvor manuell eingeparkt hat.

Eine separate digitale Rückfahrfunktion hilft dem Fahrer, einen Teil der soeben gefahrenen Strecke rückwärts zurückzulegen, und zeigt den geplanten Weg auf dem zentralen Bildschirm an. Mercedes bezeichnet sie nicht als vollständig autonomes Rückwärtsfahren. Eine Felgenschutzwarnung ergänzt die Draufsicht der Kamera um eine Anzeige des Abstands zum Bordstein.

Die elektrische 4MATIC-Version kann zwei Tonnen ziehen

Der elektrische GLA 350 4MATIC kann mit der optionalen teilelektrischen Anhängevorrichtung einen gebremsten Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 2.000 kg ziehen. Der TERRAIN-Modus passt Antrieb, Lenkung und Bremsen an lose Untergründe wie Schotter oder Sand an, während die optionale Funktion „Transparente Motorhaube“ mithilfe der Kameras eine virtuelle Ansicht des Bereichs unter der Fahrzeugfront erzeugt.

Eine Anhängelast von zwei Tonnen verschafft dem GLA einen praktischen Vorteil gegenüber vielen kompakten Elektro-SUV. Ein Anhänger erhöht den Energieverbrauch allerdings drastisch, weshalb die WLTP-Angabe von 657 km nichts über die Reichweite beim Ziehen eines großen Wohnwagens aussagt.

Die Preise in den Niederlanden beginnen bei 46.899 Euro

In den Niederlanden öffnen die Bestellbücher am 30. Juli 2026. Der GLA 200 Business Solution startet bei 46.899 Euro einschließlich der örtlichen Mehrwertsteuer und Bereitstellungskosten. Der GLA 250+ Business Solution kostet ab 52.344 Euro, der GLA 350 4MATIC Business Solution ab 58.394 Euro. Die drei Elektroversionen kommen im November auf den Markt, die Hybride folgen Anfang 2027.

Die wichtigste Neuerung des GLA ist weder sein drittes Display noch der beleuchtete Kühlergrill. Mercedes führt EQA und GLA unter einer Modellbezeichnung zusammen und bringt eine 800-Volt-Elektroarchitektur, Ladeleistungen von bis zu 320 kW und eine maximale WLTP-Reichweite von 657 km in die Klasse der kompakten Premium-SUV.

Der BMW iX1 liegt sowohl bei der Reichweite als auch bei der Ladeleistung deutlich zurück. Mercedes muss nun zeigen, dass die beeindruckenden Laborwerte des GLA auch bei Kälte, bei Autobahntempo und in einem Ladenetz Bestand haben, das noch viele 400-Volt-Säulen umfasst. Auf dem Papier ist der neue GLA jedoch weit mehr als nur ein weiteres Kompakt-SUV mit drei Displays.


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