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Porsche will Bugatti-Anteil verkaufen: Milliardenpoker beginnt

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 02.01.2026

Porsches 45-Prozent-Beteiligung an Bugatti lockt internationale Investmentfonds an, obwohl der Preis selbst erfahrene Automanager schlucken lässt. Mindestens eine Milliarde Euro – so viel wie manche Länder jährlich für Straßen ausgeben – verlangt Porsche für seinen Anteil an einer der exklusivsten Automarken der Welt.

Laut Bloomberg verhandeln die Investmentfonds HOF Capital und BlueFive Capital derzeit über den Kauf der Bugatti-Beteiligung von Porsche AG. Insider berichten, dass ein Abschluss in wenigen Monaten möglich ist und die Bewertung über eine Milliarde Euro hinausgeht. Offizielle Stellungnahmen gibt es bislang nicht, doch hinter den Kulissen laufen die Gespräche auf Hochtouren.

HOF Capital wurde von Ons Saviris mitbegründet, dem Erben einer der reichsten Familien Ägyptens. BlueFive Capital steht unter der Leitung von Hazem Ben Gacem, dem früheren CEO von Investcorp. Hier sind keine Spekulanten am Werk, sondern Investoren, die auf langfristigen Einfluss und Wert setzen.

Kommt der Deal zustande, fließt frisches Kapital über Rimac in Bugatti. Rimac hält bereits 55 Prozent der Anteile, Porsche die restlichen 45 Prozent.

Seit Herbst hat sich die Lage deutlich verändert. Im Oktober hatte Rimac noch öffentlich angekündigt, selbst den Porsche-Anteil übernehmen zu wollen – ebenfalls für rund eine Milliarde Euro. Nun mischen Dritte mit, die nicht nur Kapital, sondern auch neue Ambitionen mitbringen, die über die bloße Kontrolle eines Autoherstellers hinausgehen.

Bugatti wird seit 2021 als Joint Venture von Rimac und Porsche geführt. Porsche AG stieg ein, um klassische Ingenieurskunst mit moderner Elektrotechnik zu verbinden. Die aktuelle Verkaufsbereitschaft deutet auf eine Neubewertung dieser Strategie hin.

Für Bugatti bedeuten neue Investoren dringend benötigtes Kapital in einer Zeit, in der der Hypercar-Markt schrumpft und die Elektrifizierung enorme Investitionen erfordert. Rimac, bekannt für elektrische Supersportwagen, bekäme mehr Freiraum für die Entwicklung künftiger Modelle – ohne direkten Einfluss von Porsche.

Traditionelle Autobauer ziehen sich zunehmend aus Nischenmarken zurück und konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft. Investmentfonds hingegen entdecken die Luxusauto-Branche für sich – nicht nur aus Prestigegründen. Im Fall Bugatti geht es längst nicht mehr nur um Fabriken und Modelle, sondern um die präzise finanzielle Bewertung einer Legende.


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