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Porsche verkauft seine Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group: Der Fokus verschiebt sich zurück auf die Kernmarke

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 27.04.2026

Die Porsche AG verkauft ihre 45-prozentige Beteiligung an Bugatti Rimac und ihre 20,6-prozentige Beteiligung an der Rimac Group an ein internationales Investorenkonsortium unter Führung von HOF Capital. Die Transaktion führt dazu, dass Porsche die gemeinsame Struktur von Bugatti und Rimac vollständig verlässt, und gibt der Rimac Group nach Abschluss der Transaktion die Kontrolle über Bugatti Rimac. Porsche begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, sich wieder auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Porsche verlässt den Gesellschafterkreis von Bugatti Rimac

Porsche hat Verträge unterzeichnet, mit denen das Unternehmen seine Beteiligungen an Bugatti Rimac und an der Rimac Group an ein Konsortium verkauft, das von der in New York ansässigen Investmentgesellschaft HOF Capital geführt wird. Nach Angaben von Porsche hängt der Abschluss der Transaktion von üblichen Bedingungen ab, darunter behördliche Genehmigungen, und soll vor Ende 2026 wirksam werden.

Bugatti Rimac wurde 2021 als Joint Venture von Porsche und der Rimac Group gegründet. Porsche hielt in dieser Struktur 45 Prozent, die Rimac Group 55 Prozent. Zusätzlich hielt Porsche separat eine Beteiligung von 20,6 Prozent an der Rimac Group. Nun hat Porsche beide Positionen vollständig verkauft.

Neue Kräfteverhältnisse: HOF Capital, BlueFive und Mate Rimac

Das Käuferkonsortium wird von HOF Capital geführt, laut der offiziellen Mitteilung von Porsche ist BlueFive Capital darin jedoch der größte Investor. Zu dem Konsortium gehören auch institutionelle Investoren aus den USA und Europa. Nach Abschluss der Transaktion wird die Rimac Group die Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen und eine strategische Partnerschaft mit HOF Capital und BlueFive Capital für weiteres Wachstum eingehen.

HOF Capital wird zugleich gemeinsam mit dem Rimac-Gründer und Bugatti-Rimac-CEO Mate Rimac zum größten Aktionär der Rimac Group. Das verändert die Eigentümerstruktur von Bugatti Rimac deutlich in Richtung Unternehmertum und Finanzinvestoren: Der Einfluss der Ära von Volkswagen und Porsche tritt zurück, die Rolle von Rimac wächst.

Der Preis der Transaktion bleibt offiziell geheim

Porsche legt die finanziellen Bedingungen der Transaktion nicht offen. Nach Angaben von Reuters bezifferte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle den Wert von Bugatti Rimac auf mehr als eine Milliarde Dollar, Porsche und Bugatti Rimac kommentierten dies jedoch nicht.

Porsche verkauft die Beteiligung unter Druck

Das Geschäftsjahr 2025 von Porsche war ein deutlicher Rückschlag: Der Umsatz sank von 40,08 Milliarden Euro auf 36,27 Milliarden Euro, und das operative Ergebnis fiel von 5,64 Milliarden Euro auf 413 Millionen Euro. Nach Angaben von Porsche selbst beliefen sich die außerordentlichen Kosten auf rund 3,9 Milliarden Euro, davon standen 2,4 Milliarden mit der Neuausrichtung der Produktstrategie und der Skalierung des Unternehmens in Zusammenhang, 700 Millionen mit Batterieaktivitäten und 700 Millionen mit US-Zöllen.

Dieser Hintergrund verleiht dem Verkauf eine klare strategische Logik. Porsche verkauft nicht einfach nur eine Minderheitsbeteiligung an einem exotischen Hypercar-Unternehmen, sondern setzt Kapital und Managementfokus frei, in einer Zeit, in der die Kernmarke die Wiederherstellung der Profitabilität braucht, nachdem die Marge 2025 von 14,1 Prozent auf 1,1 Prozent gefallen war.

Für Bugatti bedeutet das ein neues Kapitel

Aus Sicht von Bugatti bedeutet der Ausstieg von Porsche nicht zwangsläufig eine Schwächung. Die Rimac Group übernimmt die Kontrolle über das Joint Venture und bringt zusätzliche Investoren ein, deren Interesse auf das langfristige Wachstum der Luxusmarke ausgerichtet ist. Gleichzeitig verändert sich das Risikoprofil: Die Ingenieurskultur von Porsche und der industrielle Rückhalt des Volkswagen-Konzerns werden in größerem Umfang durch das Kapital von Finanzinvestoren und den technologischen Ehrgeiz von Rimac ersetzt.


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