Ram 3500 weist in den neuesten US-Daten die höchste Todesrate bei Fahrern anderer Fahrzeuge auf
Der Ram 3500 Crew Cab Long Bed 4WD verzeichnete in der neuesten US-Modellstatistik die höchste Todesrate unter den Fahrern anderer Fahrzeuge. Sie lag bei 204 Todesfällen je einer Million zugelassener Fahrzeugjahre. Dieser Wert misst weder die Schwere eines einzelnen Unfalls noch beweist er, dass allein die Konstruktion des Pick-ups für das Ergebnis verantwortlich war.
204 ist nicht das Todesfallrisiko bei einem einzelnen Unfall
Das Insurance Institute for Highway Safety analysierte Fahrzeuge des Modelljahres 2023 zusammen mit früheren Modellen, die dieselbe Konstruktion und Sicherheitsausstattung aufweisen. Die Raten basieren auf Todesfällen aus dem Zeitraum von 2021 bis 2024.
Ein zugelassenes Fahrzeugjahr entspricht einem Fahrzeug, das ein Jahr lang zugelassen ist. Der Wert des Ram ist somit eine auf der Exposition basierende statistische Rate und bedeutet weder, dass auf jede Million verkaufter Exemplare 204 Todesfälle kamen, noch dass bei einer einzelnen Kollision ein Todesfallrisiko von 204 zu einer Million besteht.
Um berücksichtigt zu werden, muss ein Modell im Untersuchungszeitraum mindestens 100.000 zugelassene Fahrzeugjahre erreicht haben oder an mindestens 20 Todesfällen von Fahrern beteiligt gewesen sein. Das IIHS bezieht zudem entsprechende Modelle aus bis zu drei früheren Modelljahren ein, sofern das Fahrzeug nicht grundlegend überarbeitet wurde, und vergrößert damit die Stichprobe.
Die Raten sind um Alter und Geschlecht der Fahrer bereinigt. Sie sind nicht um alle Faktoren bereinigt, die reale Unfallfolgen beeinflussen können, darunter die gefahrenen Geschwindigkeiten oder die zurückgelegte Strecke. Die Werte spiegeln daher eine Kombination aus Fahrzeugkonstruktion, Fahrerverhalten und Nutzungsmustern wider.
Der Wert des Ram 3500 lag fast beim Vierfachen des Durchschnitts
Über alle Modelle der Studie hinweg betrug die durchschnittliche Todesrate bei Fahrern anderer Fahrzeuge 53 je einer Million zugelassener Fahrzeugjahre. Der Wert des Ram 3500 von 204 lag etwa 3,85-mal höher.
Die fünf Modelle mit den höchsten Raten waren:
- Ram 3500 Crew Cab Long Bed 4WD — 204
- Dodge Charger HEMI 2WD — 161
- Dodge Charger 2WD — 136
- Chevrolet Silverado 3500 Crew Cab 4WD — 126
- Ram 1500 Classic Crew Cab Short Bed 4WD — 124
Sieben der zehn Spitzenplätze entfielen auf große oder sehr große Pick-ups, ebenso zehn der Top 20. Das macht nicht jeden Pick-up grundsätzlich gefährlich. Die Häufung schwerer Pick-ups steht dennoch im Einklang mit dem Nachteil, den Insassen kleinerer Fahrzeuge bei Kollisionen mit einem erheblichen Massenunterschied haben.
Die Durchschnittswerte der Fahrzeugklassen verdeutlichen dieses Missverhältnis besonders. Fahrer sehr großer Pick-ups verzeichneten eine Todesrate von 24 je einer Million zugelassener Fahrzeugjahre, während sie für Fahrer anderer Fahrzeuge, die in Unfälle mit ihnen verwickelt waren, bei 110 lag. Über alle Fahrzeugklassen hinweg betrugen die entsprechenden Durchschnittswerte 37 und 53.
Das IIHS weist darauf hin, dass die Raten auf Klassenebene auf deutlich größeren Stichproben beruhen und daher verlässlichere Indikatoren sind als Schätzungen für einzelne Modelle.
Ein mehr als drei Tonnen schwerer Pick-up erzeugt ein erhebliches Massenungleichgewicht
Der vom IIHS hervorgehobene Ram 3500 kombiniert Allradantrieb, eine viertürige Crew Cab und eine acht Fuß beziehungsweise 2,44 Meter lange Ladefläche. Das Karosseriebauer-Datenblatt von Stellantis aus dem Jahr 2023 nennt für den 4x4 Crew Cab ST mit Acht-Fuß-Ladefläche Leergewichte von 6.963 bis 8.430 lb beziehungsweise rund 3.158 bis 3.824 kg, abhängig von Motor, Achsübersetzung, zulässigem Gesamtgewicht und Hinterradkonfiguration.
Einige Varianten können damit etwa doppelt so viel wiegen wie viele gängige europäische Familienautos. Bei einer Kollision zweier Fahrzeuge erfährt das leichtere Fahrzeug in der Regel die größere Geschwindigkeitsänderung. Unterschiede bei der Höhe der Frontpartie und der strukturellen Kompatibilität können außerdem beeinflussen, wie wirksam die energieabsorbierenden Strukturen des kleineren Fahrzeugs einbezogen werden.
Die Klassenwerte zeigen, dass die Größe des Ram seinen eigenen Fahrer begünstigen kann, während die Insassen eines leichteren Unfallgegners im Nachteil sind. Sie benennen jedoch nicht die Ursache eines einzelnen Unfalls.
Der Dodge Charger zeigt, dass die Masse nicht die ganze Geschichte ist
Die zweit- und dritthöchsten Todesraten bei Fahrern anderer Fahrzeuge entfielen auf den Dodge Charger HEMI 2WD und den Charger 2WD ohne HEMI. Keiner von beiden ist ein riesiger Pick-up, dennoch gehörten beide auch zu den Modellen mit den höchsten Todesraten für die eigenen Fahrer. Der Charger HEMI kam auf 127 getötete Fahrer je einer Million zugelassener Fahrzeugjahre, der andere Charger auf 90.
Das IIHS führt die Ergebnisse bei Sport- und Muscle-Cars teilweise auf deren Nutzung und die Käufergruppen zurück, die sie ansprechen. Ein leistungsstarker Motor verursacht für sich genommen keinen tödlichen Unfall, kann jedoch höhere Geschwindigkeiten ermöglichen und Fahrer ansprechen, die eher dazu neigen, diese Leistung auszuschöpfen.
Die Rangliste ist daher keine reine Bewertung von Karosseriefestigkeit, Bremsen oder Airbags. Sie erfasst die kombinierte Wirkung von Fahrzeug, Fahrer und Einsatzumfeld.
Kleinwagen bleiben gegenüber schwereren Fahrzeugen verwundbar
Der Kia Rio wies mit 170 je einer Million zugelassener Fahrzeugjahre die höchste Todesrate für die eigenen Fahrer auf. Mit 164 folgte der Nissan Versa. Klein- und Mittelklassewagen sowie leistungsstarke Modelle mit Hinterradantrieb dominierten die oberen Plätze dieser Tabelle.
Ein Kleinwagen besitzt in der Regel weniger Masse und einen kürzeren Weg, um Aufprallenergie abzubauen. Moderne Strukturen, Airbags und Fahrerassistenzsysteme können einen hohen Schutz bieten, aber die Physik einer Kollision mit einem doppelt so schweren Fahrzeug nicht außer Kraft setzen.
Auch eine größere Karosserie garantiert nicht automatisch gute Sicherheit. Struktur, Rückhaltesysteme, Airbags und Unfallvermeidungstechnik beeinflussen allesamt den Ausgang. Zu den Modellen mit den niedrigsten Todesraten für die eigenen Fahrer gehörten SUV sehr unterschiedlicher Größe, vom Mercedes-Benz GLB bis zum BMW X7.
Sechs Modelle verzeichneten keinen einzigen Todesfall unter den eigenen Fahrern. Das bedeutet nicht, dass ein Todesfall in diesen Fahrzeugen unmöglich ist. Es bedeutet, dass bei diesen konkreten Varianten innerhalb der Stichprobe und des Untersuchungszeitraums keine Todesfälle von Fahrern beobachtet wurden. Das IIHS veröffentlicht für seine Schätzungen 95-%-Konfidenzintervalle, und die Raten einzelner Modelle können selbst bei Erfüllung der Aufnahmeschwelle mit erheblicher statistischer Unsicherheit behaftet sein.