Renault zielt mit dem Bridger Concept auf Wachstumsmärkte
Renault hat seine neue strategische Roadmap mit dem Namen futuREady vorgestellt. Ein zentrales Element ist das Bridger Concept. Während europäische Hersteller mit teuren Elektroautos und wachsender Konkurrenz aus China kämpfen, richtet Renault CEO Fabrice Cambolive den Blick auf Märkte, in denen Stückzahlen und Wachstum zusammenkommen.
Das Bridger Concept ist nicht nur eine Designstudie. Es ist das erste greifbare Signal für Renaults Anspruch, bis 2030 die Hälfte seiner Fahrzeuge außerhalb Europas zu verkaufen.
Mit dem Bridger Concept feiert zudem eine neue globale Architektur Premiere: RGMP, kurz für Renault Group Modular Platform.
Die Plattform soll so flexibel sein, dass sie mehrere Antriebsarten aufnehmen kann. Verbrennungsmotoren, Hybridsysteme und rein elektrische Konfigurationen sollen in dieselbe Struktur passen.
Das Konzeptfahrzeug bleibt unter vier Metern Länge. Das ist ein wichtiger Punkt in Märkten wie Indien, wo Fahrzeuge unter dieser Schwelle von einer günstigeren Besteuerung profitieren. Die Bodenfreiheit beträgt 200 Millimeter, 18 Zoll große Räder deuten auf eine Auslegung für weniger perfekte Straßen hin.
Trotz der kompakten Abmessungen bietet der Bridger 200 Millimeter Kniefreiheit im Fond. Renault spricht hier von einem Richtwert im B Segment. Ein Kofferraumvolumen von 400 Litern unterstreicht den Familienanspruch.
Auch Details im Design betonen die robuste Ausrichtung. Ein am Heck angebrachter Ersatzreifen und die Außenfarbe Beige Dune Satin sollen den Charakter eines Fahrzeugs mit Allround Anspruch hervorheben.
Strategisch verlagert Renault einen Teil seines Schwerpunkts weg von Paris. Das Bridger Concept soll bis Ende 2027 in Serie gehen, die wichtigste Produktionsbasis ist in Indien vorgesehen.
Die Entscheidung ist bewusst getroffen. Indien zählt zu den am schnellsten wachsenden Automobilmärkten der Welt, Renault will dort bis 2030 vier neue Modelle auf den Markt bringen.
Anders als Plattformen, die primär für Europa entwickelt wurden, etwa SSP Sport oder RGEV 2.0, muss die RGMP Architektur vor allem auf Robustheit und Kosteneffizienz ausgelegt sein. Zudem soll sie einen praxisnahen Multi Energy Ansatz unterstützen.
Das bedeutet: Dasselbe Fahrzeug könnte in Regionen mit begrenzter Ladeinfrastruktur mit Benzinmotor angeboten werden, während rein elektrische Varianten große urbane Märkte bedienen.
Renault will bis 2030 50 Prozent seiner internationalen Verkäufe elektrifiziert haben. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es Batterietechnik, die die Preise nicht außerhalb der Reichweite von Volumen-Käufern treibt.
Wenn die Serienversion die Kombination aus markantem Design und großzügigem Innenraum des Konzepts beibehält, könnte der Bridger sowohl für günstige Marken als auch für etablierte Platzhirsche im B Segment zu einem ernstzunehmenden Herausforderer werden.