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Tesla darf Autopilot nicht mehr bewerben: Kalifornien greift durch

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 18.12.2025

Tesla hat in Kalifornien eine schmerzhafte und für viele längst überfällige Lektion erhalten. Ein Gericht untersagte dem Unternehmen, die Begriffe Autopilot und Full Self Driving in Fahrzeugbeschreibungen zu verwenden, da diese den Kunden einen falschen Eindruck von den tatsächlichen Fähigkeiten der Autos vermitteln. Tesla muss seine Werbesprache nun zügig anpassen, sonst droht ein Verkaufsstopp im größten Elektroautomarkt der USA.

Das Verfahren, angestoßen vom kalifornischen Department of Motor Vehicles, endete mit einem Urteil, das Tesla die Werbung für seine Fahrerassistenzsysteme mit Begriffen untersagt, die vollständige Autonomie suggerieren. Laut Wall Street Journal hat das Gericht dem Unternehmen 90 Tage Zeit gegeben, um sämtliche Marketingmaterialien entsprechend anzupassen. Andernfalls droht ein Verkaufsverbot im gesamten Bundesstaat.

Die Aufsichtsbehörden kamen zu dem Schluss, dass Tesla seit 2022 mit Begriffen arbeitet, die bei Käufern eine falsche Erwartungshaltung wecken. Die Fahrzeuge können nicht eigenständig ohne ständige Überwachung durch den Fahrer agieren, dennoch suggerieren die Namen Autopilot und Full Self Driving genau das Gegenteil.

Teslas Anwälte argumentierten, das Unternehmen habe die Grenzen seiner Systeme stets klar kommuniziert. Hinweise dazu fänden sich auf der Website, im Infotainmentsystem der Fahrzeuge und in den Handbüchern. Die Pflicht, die Hände am Lenkrad und die Aufmerksamkeit auf die Straße zu richten, sei laut Tesla eindeutig formuliert.

Das Gericht ließ sich davon nicht überzeugen. Es stellte klar, dass die Werbesprache den ersten Eindruck prägt und Kleingedrucktes eine irreführende Kernbotschaft nicht aufhebt. Daher ordnete das Gericht einen 30-tägigen Verkaufsstopp an, dessen Umsetzung jedoch um 90 Tage verschoben wurde – nach einer Einigung mit der Verkehrsbehörde.

Tesla bezeichnete das Urteil als Maßnahme zum Verbraucherschutz in einem Bereich, in dem es nach eigener Aussage keine echten Kundenbeschwerden gebe. Gleichzeitig versprach das Unternehmen, die geforderten Änderungen vorzunehmen, um einen Verkaufsstopp in Kalifornien zu vermeiden. Praktisch bedeutet das, auf Begriffe zu verzichten, die das technologische Image von Tesla über Jahre geprägt haben.

Es zeigt sich: Behörden und Gerichte sind nicht mehr bereit, Marketing zu tolerieren, das der tatsächlichen Technik vorausläuft. Tesla hat seine Geschichte auf dem Versprechen einer fast autonomen Zukunft aufgebaut. Nun verlangen die Aufsichtsbehörden präzisere Sprache und ein nüchterneres Bild. Der Fortschritt wird nicht gestoppt, aber die gesamte Branche muss sich künftig an der Realität orientieren – und weniger an Visionen.


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