Zoox-Robotaxis von Amazon fahren in den Gegenverkehr
Kurz vor Jahresende geriet Amazons Robotaxi-Projekt Zoox in eine peinliche Lage: Die selbstfahrenden Autos auf US-Straßen entwickelten die beunruhigende Angewohnheit, regelmäßig in den Gegenverkehr zu driften und Verkehrsregeln so konsequent zu missachten, dass das Unternehmen einen offiziellen Rückruf starten musste. Die moderne Lösung: Ein Softwarefehler war schuld, behoben wurde er per Update.
Zoox, eine Tochter von Amazon, rief 332 Fahrzeuge aus dem eigenen Robotaxi-Betrieb zurück. Interne Daten zeigten, dass die autonomen Autos zwischen Spätsommer und Anfang Dezember mehr als sechzig Mal versuchten, die gelbe Mittellinie zu überqueren und in den Gegenverkehr zu fahren. In einigen Fällen blieben sie sogar dort stehen, als warteten sie geduldig auf die Verkehrspolizei, die jedoch nie erschien.
Die Untersuchung von Zoox ergab, dass diese Manöver ohne erkennbaren äußeren Anlass stattfanden. Das Unternehmen erklärte, die Ursache gefunden zu haben, verzichtete aber auf technische Details. Diese Zurückhaltung ist in der Welt der autonomen Fahrzeuge üblich, wo Transparenz oft an der Oberfläche endet.
In den vergangenen Tagen spielte Zoox eine neue Softwareversion auf alle Robotaxis aus, die auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Laut Unternehmen ist das Problem damit behoben. Dennoch will Zoox das Fahrverhalten weiterhin genau überwachen und bei Bedarf weitere Verbesserungen einführen, damit die Maschinen der Logik des Straßenverkehrs so folgen, wie es die Schilder verlangen.
Aktuell bietet Zoox Robotaxi-Dienste in Las Vegas und San Francisco an. Als Nächstes stehen Austin und Miami auf dem Plan – Städte, deren Verkehrschaos selbst die selbstbewusstesten Algorithmen herausfordern dürfte.
Der Fortschritt autonomer Fahrzeuge verläuft selten geradlinig, egal was das Marketing verspricht. Große Technologiekonzerne wie Amazon investieren Milliarden in selbstfahrende Dienste, doch ein einziger Softwarefehler kann das Narrativ über Nacht kippen. Der Vorfall macht klar: Die Zukunft der Robotaxis hängt weniger von großen Versprechen ab als von der unspektakulären, aber unerbittlichen Disziplin, die Software Tag für Tag fehlerfrei zu halten.