Ford F-150 Lightning
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Trump erhöht den Druck auf Fords Kostenbasis und die F-150-Produktion

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 09.04.2026

Die Regierung von Donald Trump will US-Autoherstellern keine Ausnahme von dem 50-prozentigen Aluminiumzoll gewähren, obwohl die Lieferkette nach dem Ausfall eines wichtigen Novelis-Werks schwer getroffen wurde. Für Ford wird aus einer vorübergehenden Lieferstörung damit eine dauerhafte Kostenbelastung, die vor allem das F-150-Programm trifft und zeigt, dass das Weiße Haus inzwischen auf eine starre Industriepolitik statt auf gezielte Entlastung setzt.

Wie Reuters berichtet, erklärte ein Regierungsvertreter, Ford und andere Autohersteller hätten Bedenken wegen der Aluminiumversorgung geäußert, bei diesem Thema aber nicht besonders stark auf Zollentlastungen gedrängt. Am Ergebnis ändert das nichts. Die Branche muss importiertes Aluminium weiter zum vollen Preis einkaufen, zuzüglich des 50-prozentigen Zolls.

Das passt in Trumps übergeordnete Zollstrategie. Am 2. April kündigte das Weiße Haus an, dass unter dem Section-232-Regime Produkte, die fast vollständig aus Aluminium, Stahl oder Kupfer bestehen, mit einem Zoll von 50 Prozent auf ihren gesamten Wert belegt werden. Für abgeleitete Waren mit erheblichem Metallanteil gilt in der Regel ein Satz von 25 Prozent. Die Regierung argumentiert, die Politik diene der nationalen Sicherheit, der heimischen Produktion und der langfristigen Stärke des US-Metallsektors.

Reuters zufolge setzten zwei Brände das Novelis-Werk in Oswego außer Betrieb. Die Anlage lieferte unter anderem das Aluminium, das Ford für den F-150 benötigt. Ersatzmaterial kommt nun aus Südkorea und Europa, also genau jenem importierten Metall, das vom neuen 50-Prozent-Zoll erfasst wird. Damit treffen protektionistische Zölle nun Unternehmen, die nach derselben politischen Logik eigentlich gestärkt aus der Entwicklung hervorgehen sollen.

Ford schätzt, dass die Lieferstörung und das teurere importierte Aluminium die Produktion der F-Series-Pick-ups bis Ende 2025 um bis zu 100.000 Fahrzeuge verringern und einen Schaden von bis zu 2 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,71 Milliarden Euro, verursachen könnten.

Der Druck trifft nicht nur Ford.

Reuters weist darauf hin, dass Novelis auch Stellantis und General Motors beliefert. Damit reicht das Problem deutlich tiefer in die Kostenbasis der US-Autoindustrie hinein.

Washington schützt die vorgelagerte Metallproduktion und setzt zugleich die nachgelagerten Industrien unter Druck, die diese Metalle zu höherwertigen Endprodukten verarbeiten. Das deutet darauf hin, dass die Regierung die Stärkung der heimischen Metallproduktion derzeit höher gewichtet als eine kurzfristige Kostenentlastung für Autohersteller.

Aus Sicht der Autoindustrie liegt das größte Risiko darin, dass aus einem vorübergehenden Zwischenfall in einem Werk wegen politischer Starrheit ein langfristiges Problem wird. Wenn sich Novelis nur langsam erholt und das Zollregime bestehen bleibt, bleiben Ford und anderen Herstellern drei wenig attraktive Optionen. Sie können niedrigere Margen akzeptieren, einen Teil der Mehrkosten an die Käufer weitergeben oder die Produktionsmengen anpassen.

Keine dieser Möglichkeiten wirkt in einem Markt besonders gesund, in dem die Nachfrage bereits preissensibel ist. Die übergeordnete Botschaft aus der Reuters-Berichterstattung und den jüngsten Entscheidungen des Weißen Hauses ist klar: Trump scheint nicht mehr daran interessiert zu sein, Ausnahmen zu gewähren. Stattdessen soll sich die gesamte Autoindustrie auf teureres Metall einstellen, unabhängig davon, ob das Detroit passt oder nicht.


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