Volkswagen ruft wegen Brandgefahr der Batterie erneut mehr als 22.000 ID.4 zurück
Die Probleme mit den Batterien von Volkswagens Elektroautos halten an. Der deutsche Autobauer ruft in den USA 22.524 Elektro-SUV vom Typ ID.4 zurück, weil sich ihre Hochvoltbatterien überhitzen und in Brand geraten könnten. Die genaue Ursache ist weiterhin unbekannt. Bis eine Lösung gefunden ist, müssen die Halter den Ladestand auf 80 Prozent begrenzen.
Vier Modelljahre von ungeklärtem Batteriefehler betroffen
Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) umfasst der neue Rückruf Volkswagen ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026. Unter bestimmten Ladebedingungen könnte ein Ladestand von mehr als 80 Prozent ein thermisches Durchgehen der Hochvoltbatterie auslösen, das im schlimmsten Fall zu einem Brand führen könnte.
Volkswagen hat den Fehlermechanismus bislang nicht abschließend geklärt und noch keine dauerhafte Abhilfe entwickelt. Die Begrenzung des Ladestands auf 80 Prozent soll das Risiko daher vorerst verringern. Der Hersteller plant, die ersten Sicherheitshinweise am 27. November 2026 an die Halter zu verschicken. Der Rückruf trägt die Kennung 26V630; Volkswagens interner Code lautet 93EX.
Die Ladebegrenzung bedeutet auch weniger Reichweite. Bei einer Batterie mit 77 kWh nutzbarer Kapazität wären bei einem Ladestand von 80 Prozent beispielsweise rund 61,6 kWh Energie verfügbar. Auf längeren Fahrten könnte dadurch ein zusätzlicher Ladestopp nötig werden.
Volkswagens Batterieprobleme sind nicht neu
Im Frühjahr rief der Volkswagen-Konzern weltweit knapp 100.000 Elektrofahrzeuge zurück, darunter Modelle der Volkswagen-ID-Reihe und Fahrzeuge des Typs Cupra Born. Betroffen waren Hochvoltbatteriemodule, bei denen mögliche Defekte die Reichweite verringern oder die Brandgefahr erhöhen könnten.
Bei früheren Rückrufen setzte Volkswagen auf Software-Updates, Prüfungen des Batteriezustands und, wo nötig, den Austausch fehlerhafter Module. Für den neuen Rückruf hat der Hersteller noch kein endgültiges Reparaturverfahren festgelegt.
Die wiederkehrenden Probleme werfen Fragen zur Qualitätskontrolle der Batterien auf. Die Antriebsbatterie macht einen erheblichen Teil des Werts eines Elektroautos aus. Ihre Zuverlässigkeit wirkt sich direkt auf die Betriebskosten und den Wiederverkaufswert aus.
Was bedeutet der Rückruf für Europa?
Der aktuelle Rückruf betrifft den US-Markt und erstreckt sich nicht automatisch auf in Europa verkaufte ID.4-Elektrofahrzeuge. Wegen unterschiedlicher Produktionsstandorte und Batterielieferanten müssen die Fahrzeuge nicht dieselbe technische Konfiguration haben.
Auf dem europäischen Markt konkurriert der ID.4 vor allem mit dem Tesla Model Y, dem Škoda Enyaq und dem Hyundai Ioniq 5. Bei diesen Modellen wird die Zuverlässigkeit der Batterie zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil, da Reichweite und Ladegeschwindigkeit nicht mehr die einzigen Faktoren sind, die Kaufentscheidungen beeinflussen.
Halter eines ID.4 sollten anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (VIN) bei einem autorisierten Volkswagen-Händler prüfen lassen, ob ihr Fahrzeug von einem Rückruf betroffen ist.
Für Volkswagen ist nicht ein weiterer Rückruf das Unangenehmste, sondern die Tatsache, dass der Hersteller noch immer nicht genau weiß, was in den Batterien schiefläuft. Solange die Ursache nicht geklärt ist, lässt sich nicht behaupten, das Problem sei dauerhaft behoben.