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Audi brachte den A2 e-tron 21 Monate schneller zur Serienreife und vereinfachte die Produktion
Audi hat in Ingolstadt mit der Serienproduktion des neuen A2 e-tron begonnen und zugleich erläutert, wie das neue elektrische Einstiegsmodell der Marke deutlich schneller als üblich serienreif wurde. Im Vergleich zu früheren Fahrzeugprojekten verkürzte sich die Entwicklungszeit um 21 Monate. Gleichzeitig reduzierte Audi die Zahl der Bauteile und Modellvarianten und erhöhte den Automatisierungsgrad im Werk.
Der A2 e-tron ist für Audi auch mit Blick auf den Preis wichtig. In Deutschland startet das Elektroauto bei €38.200, die ersten Kunden sollen ihre Fahrzeuge im Dezember erhalten. Mit einem WLTP-Energieverbrauch von mindestens 12,8 kWh/100 km bezeichnet Audi ihn als das effizienteste Serienfahrzeug seiner Geschichte. Die reichweitenstärkste Version schafft bis zu 646 Kilometer.
Weniger Varianten bedeuten eine günstigere Produktion
Beim A2 e-tron hat Audi die Zahl der produktionsrelevanten Teilenummern reduziert. Dadurch sinken sowohl der Platzbedarf für die Lagerung der Komponenten als auch die Komplexität der Logistik.
Erstmals nutzt das Werk Ingolstadt das sogenannte Perlenkettenprinzip. Die Produktionsreihenfolge konkreter Kundenfahrzeuge wird sechs Tage vor Montagebeginn festgelegt und während des gesamten Produktionsprozesses beibehalten. Dadurch kann der Zulieferer die Komponenten von Anfang an in der richtigen Reihenfolge verpacken, sodass im Werk weniger Teile zwischengelagert und umsortiert werden müssen.
Auch eine komplett neue Produktionslinie hat Audi für den A2 e-tron nicht errichtet. In Ingolstadt werden so viele vorhandene Anlagen und Roboter wie möglich weitergenutzt. Das verringert die für den Produktionsstart des neuen Modells erforderlichen Investitionen.
Sogar die Räder werden von Robotern montiert
Gleichzeitig ist der Automatisierungsgrad gestiegen. Die Räder des A2 e-tron werden vollautomatisch von Robotern montiert.
Im Karosseriebau setzt Audi auf die sogenannte Bin-Picking-Technologie. Kameras und Bildverarbeitung helfen einem Roboter dabei, das richtige Bauteil in einem Behälter zu erkennen, aufzunehmen und für die weitere Verarbeitung zu positionieren.
Edge Cloud 4 Production wird zum digitalen Rückgrat der Produktionslinie. Überwachungs- und Werkerführungssysteme werden zentral aus der Cloud gesteuert, während KI-Assistenten den Beschäftigten helfen, technische Dokumentationen und Anweisungen zu finden.
Audi muss lernen, Elektroautos günstiger zu bauen
Die Produktionsweise des A2 e-tron ist für Audi mindestens ebenso wichtig wie die Reichweite von 646 km. Auf dem europäischen Elektroautomarkt drücken sowohl die Volumenmarken des Volkswagen-Konzerns als auch chinesische Hersteller die Preise. Ein Premiumlogo allein kann eine teure und komplexe Produktion nicht mehr ausgleichen.
Audis Antwort ist eindeutig: weniger Varianten, weniger Teile, maximale Nutzung des bestehenden Werks und eine schnellere Entwicklung.
Der A2 e-tron soll zudem A1 und Q2 am unteren Ende der Audi-Modellpalette ablösen. Die Produktion beider bisherigen Modelle wird eingestellt, womit der elektrische A2 faktisch zum neuen Einstieg in die Marke Audi wird. Audi hat fast 887.000 Q2 und knapp 1,39 Millionen A1 der aktuellen Generation ausgeliefert. Der A2 e-tron tritt damit in ziemlich große Fußstapfen.
Der ursprüngliche A2 wurde seinerzeit für seine teure Aluminiumkarosserie und seine außergewöhnliche Ingenieurskunst bekannt. Beim neuen A2 e-tron nähert sich Audi dem Thema Effizienz aus der entgegengesetzten Richtung. Diesmal geht es nicht nur darum, ein möglichst cleveres Auto zu bauen, sondern auch eines, das Audi so rationell wie möglich produzieren kann.
Im Preiskampf auf Europas Elektroautomarkt könnte sich Letzteres als wichtiger erweisen.