Bugatti Destrier
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Bugatti Destrier macht aus der 1.177-kW-Technik des Bolide ein elegantes Einzelstück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 10.08.2026

Bugatti hat den Destrier vorgestellt, ein als Einzelstück gefertigtes Hypercar, das das Kohlefaser-Monocoque und den 8,0-Liter-W16-Antrieb des Bolide mit einer völlig neuen Karosserie und einem deutlich luxuriöseren Innenraum verbindet. Mit einer Höhe von nur einem Meter besitzt der Destrier die flachste Silhouette aller bisherigen Bugatti und ist die dritte Kreation aus dem Programme Solitaire der Marke.

Der Destrier entstand aus einer einfachen Idee: den Bolide von den aerodynamischen Zwängen eines auf die Rennstrecke ausgerichteten Fahrzeugs zu befreien und seine außergewöhnlich flachen, breiten Proportionen in den Mittelpunkt zu rücken. Bugatti hat weit mehr getan, als dem Bolide lediglich eine neue Karosserie zu geben. Das Kohlefaser-Monocoque dient als Grundlage für ein Fahrzeug mit völlig eigenständigem Charakter.

Im Rahmen des Programme Solitaire fertigt Bugatti pro Jahr höchstens zwei maßgeschneiderte Einzelstücke. Das erste war 2025 der Brouillard, Anfang 2026 folgte der F.K.P. Hommage. Der Destrier ist die dritte Kreation des Programms.

Der W16 des Bolide bleibt

Der Destrier übernimmt das Kohlefaser-Monocoque und den kompletten W16-Antrieb des Bolide. Sein 8,0-Liter-Motor mit vier Turboladern leistet 1.600 PS beziehungsweise 1.177 kW und markiert den Höhepunkt der Entwicklung des W16.

Im Bolide entwickelt der Motor zudem 1.600 Nm, während der ausschließlich für die Rennstrecke bestimmte Wagen ein Trockengewicht von 1.450 kg aufweist. Bugatti hat für den Destrier keine entsprechenden Angaben zu Gewicht, Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit veröffentlicht. Die Fahrleistungen des Bolide lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf das neue Modell übertragen.

Der Destrier erfüllt zudem einen grundlegend anderen Zweck. Während der Bolide für maximalen Abtrieb auf extreme Aerodynamikelemente setzt, legt der Destrier größeren Wert auf klare Proportionen und eine skulpturale Formgebung.

Nur einen Meter hoch

Mit einer Höhe von nur einem Meter ist der Destrier der flachste Bugatti aller Zeiten. Er steht vorn auf 20-Zoll- und hinten auf 21-Zoll-Rädern, die damit deutlich größer ausfallen als die 18-Zoll-Räder des Bolide.

Bugatti hat viele der auffälligsten aerodynamischen Anbauteile des Bolide entfernt, doch die Aerodynamik spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Am Heck trägt der Destrier einen elegant integrierten Flügel, der an den Chiron Profilée erinnert. Ein Frontsplitter und ein Heckdiffusor bleiben erhalten; ihre sichtbaren Kohlefaserflächen sind passend zur maßgeschneiderten Lackierung in Sapphire Celeste getönt.

Auch die markentypische C-Linie von Bugatti wurde neu interpretiert. Statt ohne Unterbrechung an der Fahrzeugseite entlangzulaufen, setzt sie kurz vor dem vorderen Radlauf aus und gibt die darunterliegende Karosseriefläche frei, bevor sie sich in Richtung des hufeisenförmigen Kühlergrills fortsetzt. Der Grill selbst ist breiter als beim Bolide.

Der Type 57 dient als historische Referenz

Der Destrier basiert technisch nicht auf dem Type 57 aus den 1930er-Jahren, doch Bugatti zieht ihn als historische Parallele heran.

Das Fahrgestell des Type 57 bildete sowohl die Grundlage für die stromlinienförmigen Rennwagen Type 57G und Type 57C „Tank“ als auch für den eleganten Type 57SC Atlantic. Die Tank-Rennwagen errangen 1937 und 1939 den Gesamtsieg in Le Mans. Bugatti sieht beim Bolide und Destrier dasselbe Prinzip verwirklicht: Eine gemeinsame technische Basis bringt zwei Fahrzeuge mit völlig unterschiedlichen Einsatzzwecken hervor.

Unterstrichen wird diese Verbindung durch eine von Hand lasergravierte Widmungsplakette oberhalb der Windschutzscheibe, auf der der Type 57G Tank und der Type 57SC Atlantic abgebildet sind. Der Name Destrier bezeichnet den stärksten und edelsten Typ eines mittelalterlichen Ritterpferdes. Im Motorraum wird das Thema mit gehämmerten Metalloberflächen fortgeführt, die an handgetriebene Rüstungen erinnern.

Aus dem Renncockpit des Bolide wird ein luxuriöser Innenraum

Der Innenraum des Destrier entfernt sich noch deutlicher vom reduzierten, auf den Motorsport zugeschnittenen Cockpit des Bolide als sein Exterieur. Bugatti kombiniert Leder und Nubuk in Ambre Voyageur mit einem modernen, dreidimensional gestrickten Textil, das von feinen Kupferfäden durchzogen ist.

Die gehämmerte Metalloberfläche findet sich am Türöffner, an den Luftausströmern, der Lenkradnabe und der Einstiegsleiste wieder. Zudem hat Bugatti den Öleinfülldeckel mit dem Destrier-Emblem und der Kennzeichnung „1/1“ versehen, um den Einzelstückcharakter des Fahrzeugs zu betonen.

Die Karosserie trägt Sapphire Celeste, einen eigens für dieses Fahrzeug und seinen Besitzer entwickelten, mehrschichtigen Blauton. Bugatti stellt einen Bezug zum Type 57SC Atlantic mit der Fahrgestellnummer 57591 her, der als „Pope“ Atlantic bekannt ist. Er war ursprünglich blau, bevor er später schwarz lackiert wurde.

Beim Destrier geht es um Form, nicht um Rundenzeiten

Der Destrier veranschaulicht den eigentlichen Zweck des Programme Solitaire. Bugatti nimmt außergewöhnliche vorhandene Technik als Basis für eine völlig neue, auf einen einzelnen Besitzer zugeschnittene Karosserie, Innenraumgestaltung und Charakteristik. Der F.K.P. Hommage interpretierte den Veyron neu; der Destrier überträgt dieselbe Philosophie auf den Bolide.

Deshalb sind Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung hier nicht die entscheidenden Kennzahlen. Bugatti hat dazu keine Angaben veröffentlicht. Die Bedeutung des Destrier liegt vielmehr darin, wie die für die Rennstrecke entwickelte 1.177-kW-Technik in ein maßgeschneidertes, nur einen Meter hohes Einzelstück verwandelt wurde, dessen Reiz ebenso sehr auf Design und Handwerkskunst wie auf maximaler Leistung beruht.

Bugatti wird den Destrier während der Monterey Car Week 2026 präsentieren. Den Höhepunkt bildet sein Auftritt beim Pebble Beach Concours d’Elegance am 16. August.


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