Corvette CX and CX.R Vision Gran Turismo Concepts
Fullscreen Image

Corvette C9 könnte 2029 kommen – der V8 dürfte überleben

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 03.08.2026

Die neunte Generation der Chevrolet Corvette könnte im Sommer 2029 als Modelljahr 2030 in den USA auf den Markt kommen. Ersten Berichten zufolge behält die C9 ihr Mittelmotorlayout und startet mit einem V8-Saugmotor. General Motors hat öffentlich auf eine neunte Corvette-Generation verwiesen, aber weder den Marktstart noch die Architektur oder das Antriebsangebot bestätigt.

2029 bleibt vorerst eine Prognose

MotorTrend erwartet unter Berufung auf eigene Quellen, dass die C9 im Sommer 2029 die US-Autohäuser erreicht. Die Publikation rechnet mit einem Einstiegspreis von 78.000 US-Dollar, der bei den teuersten Varianten auf bis zu 220.000 US-Dollar steigen könnte. Zudem soll die C9 eine leichtere, umfassend überarbeitete Version der aktuellen C8-Architektur nutzen.

Weder Chevrolet noch General Motors haben diese Angaben bestätigt. GM-Präsident Mark Reuss hat die Bezeichnung C9 dennoch öffentlich verwendet und über die Zukunft der Corvette „bis zur C9 und darüber hinaus“ geschrieben. Er versprach eine kontinuierliche Weiterentwicklung bei Antriebstechnik, Materialien und Hochleistung, nannte jedoch weder einen Zeitplan noch technische Einzelheiten.

Daher ist es noch zu früh für die definitive Aussage, dass die C9 im Jahr 2029 erscheint. Vorerst ist dieser Termin am besten als gut belegte Medienprognose zu betrachten. GM hat eingeräumt, dass die Entwicklung der Corvette bis zur C9 fortgesetzt wird, konkretere Angaben wurden jedoch nicht gemacht.

Der neue LS6 macht den Fortbestand des V8 sehr plausibel

Das stärkste Argument für den Fortbestand des V8 ist Chevrolets neuer 6,7-Liter-LS6. Er wird zum Standardmotor für Stingray, Grand Sport und Grand Sport X des Modelljahres 2027. Der V8-Saugmotor leistet 535 hp beziehungsweise 399 kW und entwickelt 520 lb-ft beziehungsweise 705 Nm bei einem Verdichtungsverhältnis von 13,0:1. Ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe überträgt die Motorkraft an die Hinterräder.

Der LS6 leitet die sechste Generation der Small-Block-V8-Familie von GM ein. Chevrolet entwickelte ihn für ein hohes Drehmoment über einen breiten Drehzahlbereich, ohne das unmittelbare Ansprechverhalten eines Saugmotors aufzugeben. Der größere Hubraum, geschmiedete Kolben und Pleuel, das überarbeitete Schmiersystem, die kombinierte Saugrohr- und Direkteinspritzung sowie größere Ansaugkomponenten sind auf dauerhaft hohe Belastungen und den Rennstreckeneinsatz ausgelegt.

Der LS6 kommt nur wenige Jahre vor dem erwarteten Marktstart der C9 auf den Markt, was seinen Einsatz in der nächsten Generation zu einer naheliegenden Möglichkeit macht. GM könnte die Kosten der neuen Motorenfamilie auf zwei Corvette-Generationen verteilen. Das bleibt jedoch eine technische Schlussfolgerung und ist kein von Chevrolet bestätigter Produktionsplan.

Die C8 zeigt, was der LS6 leisten kann

Die aktuelle Corvette Stingray für den europäischen Markt nutzt einen 6,2-Liter-LT2 mit 354 kW und 613 Nm. Chevrolet nennt für den Sprint von 0–100 km/h 3,5 Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit von 296 km/h und einen WLTP-Verbrauch von 12,3 l/100 km.

Gegenüber dieser europäischen Ausführung bietet der neue LS6 zusätzlich 45 kW und 92 Nm. Chevrolet hat für die Stingray des Modelljahres 2027 auf dem US-Markt eine Höchstgeschwindigkeit von 200 mph beziehungsweise 322 km/h bestätigt. Erreicht wurde dieser Wert von einer strömungsgünstigen 1LT-Ausführung ohne Z51 Performance Package. Mit Z51-Paket nennt Chevrolet außerdem für den Sprint von 0–60 mph beziehungsweise 0–97 km/h einen Bestwert von 2,8 Sekunden sowie 11,0 Sekunden für die Viertelmeile.

Diese Werte lassen nicht automatisch auf die Fahrleistungen der C9 schließen. Die nächste Generation könnte andere Übersetzungen, eine andere Aerodynamik, andere Reifen und andere Gewichtsziele erhalten. Der LS6 zeigt dennoch, dass GM die Corvette mit einem Saugmotor schneller machen kann, ohne das Basismodell mit Turboladern oder einem Hybridsystem auszustatten.

Elektrifizierung steigert bereits die Leistung

Bei der C9 muss sich Chevrolet nicht zwischen einem V8 und elektrischer Unterstützung entscheiden. Die Corvette-Baureihe des Modelljahres 2027 zeigt, wie Elektrifizierung Allradantrieb ermöglichen, die Beschleunigung verbessern und die Traktion beim Herausbeschleunigen aus Kurven erhöhen kann.

Der Grand Sport X kombiniert den 6,7-Liter-LS6 mit einem einzelnen Elektromotor an der Vorderachse und erreicht eine Systemleistung von 721 hp beziehungsweise 538 kW sowie ein Systemdrehmoment von 665 lb-ft beziehungsweise 902 Nm. Beim ZR1X trifft der 5,5-Liter-LT7-Biturbo auf eine elektrische Antriebseinheit an der Vorderachse. Das Ergebnis sind insgesamt 1.250 hp beziehungsweise 932 kW und 973 lb-ft beziehungsweise 1.319 Nm. Bei beiden Fahrzeugen treibt der Verbrennungsmotor die Hinterräder an, während der Elektromotor die Vorderachse antreibt.

Weiterentwickelte C9-Hybride könnten theoretisch für jedes Vorderrad einen eigenen Elektromotor nutzen. Dadurch ließe sich das Drehmoment an den Vorderrädern individuell regeln, was die aktive Momentenverteilung verbessern und das Einlenken in Kurven unterstützen würde. Chevrolet hat beim Konzeptfahrzeug CX.R Vision Gran Turismo einzeln angetriebene Vorderräder gezeigt, ein solches System für die C9 jedoch nicht bestätigt.

Ein zusätzlicher Frontmotor würde Masse, Kühlbedarf und Komplexität der Leistungselektronik erhöhen. Die technische Herausforderung bestünde darin, das Hybridsystem so zu integrieren, dass es die Rundenzeiten verbessert, ohne das Auto bei schnellen Richtungswechseln schwerfällig wirken zu lassen.

Die C9 dürfte die C8-Architektur weiterentwickeln

Laut MotorTrend plant Chevrolet für die C9 keine vollständig neue Plattform. Stattdessen soll das Unternehmen die Mittelmotorarchitektur der C8 weiterentwickeln, Gewicht reduzieren und die Struktur für künftige Hybridvarianten anpassen.

Eine solche Entscheidung wäre finanziell und technisch sinnvoll. Die C8-Architektur unterstützt bereits Saug- und Turbomotoren, Hinterradantrieb, elektrisch unterstützten Allradantrieb und ein bemerkenswert breites Leistungsspektrum. Eine C9 auf Basis desselben Grundlayouts könnte wichtiges Produktionswissen und zentrale Antriebsprinzipien bewahren und zugleich Struktursteifigkeit, Kühlung und Bauraumnutzung verbessern.

Das Beibehalten der Architektur würde die C9 nicht zwangsläufig zu einer geringfügigen Modellpflege machen. Chevrolet könnte große Teile der Karosseriestruktur, die Fahrwerksgeometrie, die Elektronik und die Aerodynamik erneuern, dabei aber am grundlegenden Mittelmotorlayout der C8 festhalten.

Der CX weist die Designrichtung, ist aber kein C9-Prototyp

MotorTrend erwartet, dass das Corvette-CX-Konzept das Erscheinungsbild der C9 beeinflusst. Das Serienfahrzeug könnte weichere, geschlossenere Flächen als die C8 erhalten und zugleich die flache Front sowie die kraftvollen Heckproportionen eines Mittelmotor-Sportwagens beibehalten.

Chevrolet hat bestätigt, dass die Konzepte CX und CX.R Vision Gran Turismo die künftige Designsprache der Corvette prägen sollen. Keines der beiden wurde für die Serienproduktion entwickelt. Der vollelektrische CX und der hybride CX.R nutzen extreme Antriebe, aktive Aerodynamik und Proportionen, die eindeutig in die Welt der Konzeptfahrzeuge gehören.

Die C9 könnte die flache Frontpartie, die ausgeprägten Radhäuser und die luftführenden Karosseriekanäle des CX übernehmen. Der elektrische Antrieb mit vier Motoren, die nach vorn öffnende Kanzel und die außergewöhnlich niedrige Kabine des CX dürften dagegen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit Merkmale des Showcars bleiben.

Ein V8 würde der C9 eine klare Identität verleihen

Die Attraktivität der C9 wird nicht allein von ihrer Leistung abhängen. Die Corvette verbindet ein Mittelmotorlayout, einen V8-Saugmotor und ein Doppelkupplungsgetriebe in einem Gesamtpaket, das in den USA weiterhin deutlich weniger kostet als viele exotische Sportwagen.

Der neue LS6 passt gut zu diesem Konzept. Er bietet hohes Drehmoment, einen kompakten OHV-Ventiltrieb und den traditionellen Charakter eines amerikanischen V8. Hybridvarianten könnten eine elektrische Vorderachse, Allradantrieb und eine noch höhere Systemleistung ergänzen, ohne den Verbrennungsmotor aufzugeben.

Die wichtigste Frage wird das Gewicht sein. Die C9 muss Struktursteifigkeit, Aerodynamik und die Unterbringung ihrer elektrischen Systeme verbessern, ohne dass die Mehrleistung im höheren Fahrzeuggewicht verpufft. Gelingt Chevrolet dieser Spagat, könnte die C9 bis weit in die frühen 2030er-Jahre hinein einer der eigenständigsten Sportwagen der Welt bleiben.


Warning: is_file(): open_basedir restriction in effect. File(/var/www/clients/client0/web302/web/stats/track.php) is not within the allowed path(s): (/var/www/clients/client0/web302/private/autopub-int/:/var/cache/int-auto-pub/root-cache/:/tmp:/usr/share/php:/dev/urandom:/dev/random) in /var/www/clients/client0/web302/private/autopub-int/de/footer.php on line 6