Fiat belebt den Namen Autobianchi wieder – aber nicht als eigenständige Automarke
1/11 Nach 30 Jahren belebt Fiat den Namen Autobianchi wieder. Eine Rückkehr als eigenständige Automarke ist jedoch nicht in Sicht. Stattdessen hat der italienische Hersteller das Sondermodell Pandina Tributo Autobianchi vorgestellt, das an den Autobianchi Y10 der 1980er-Jahre erinnert. Eine schwarze Heckklappe, eine besondere Lackierung und ein aufgewerteter Innenraum verleihen dem Kleinwagen eine nostalgische Note. Technisch bleibt er jedoch unverändert: Für den Mildhybrid mit 48 kW nennt Fiat einen stolzen Listenpreis von 20.250 Euro.
Autobianchi kehrt 30 Jahre nach dem letzten Y10 zurück
Fiat hat den 21. Oktober nicht zufällig für die Vorstellung des neuen Sondermodells gewählt. Genau an diesem Tag wurde 1996 der letzte gebaute Autobianchi Y10 zugelassen. Dreißig Jahre später erhielt der erste Pandina Tributo Autobianchi sein Kennzeichen.
Bei seiner Einführung basierte der Y10 auf der Technik des Fiat Panda der ersten Generation, bot aber eine deutlich hochwertigere Ausstattung und ein eigenständiges Design. In Erinnerung blieb vor allem seine schwarze Heckklappe, die sich von der übrigen Karosserie abhob.
Das neue Sondermodell folgt demselben Konzept: Es verbindet die Alltagstauglichkeit eines kleinen Stadtautos mit einem hochwertigeren Erscheinungsbild.
Schwarze Heckklappe und hochwertigerer Innenraum
Am auffälligsten ist beim Pandina Tributo Autobianchi die exklusive Lackierung in Platino. Käufer können zwischen einer einfarbigen Karosserie und einer Zweifarblackierung mit schwarzem Dach und schwarzer Heckklappe wählen. Schwarze Außenspiegelgehäuse, dunkle Schutzleisten, seitliche „Tributo Autobianchi“-Aufkleber und 15-Zoll-Leichtmetallräder mit glanzgedrehter Oberfläche und Autobianchi-Emblemen in der Radmitte runden das Äußere ab.
Im Innenraum verwendet Fiat einen hellen, sandfarbenen Mikrofaserbezug mit Karomuster, der an die Ausstattung des ursprünglichen Y10 erinnert. Die vorderen Kopfstützen tragen Embleme des Sondermodells, das Armaturenbrett erhält eine platinfarbene Zierblende und die Türverkleidungen eine weichere Oberfläche. Sowohl das Kombiinstrument als auch das Infotainmentsystem begrüßen den Fahrer mit dem Namen Autobianchi. Im Kern handelt es sich um eine hochwertiger ausgestattete Version des Pandina, nicht um ein neues Modell. Der Tributo Autobianchi ist oberhalb der bestehenden Ausstattungslinien Pop, Icon und Cross angesiedelt.
Unter der Haube nichts Neues
Technisch bleibt der Tributo Autobianchi ein gewöhnlicher Pandina. Sein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor nutzt ein 12-Volt-Mildhybridsystem und leistet 48 kW sowie 92 Nm Drehmoment.
Ein Sechsgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft auf die Vorderräder. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert etwa 15 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 153 km/h.
Das Mildhybridsystem hilft, den Kraftstoffverbrauch zu senken, ermöglicht aber kein rein elektrisches Fahren. Der offizielle kombinierte Verbrauch des Sondermodells beträgt 5,1 l/100 km im WLTP-Testzyklus, die CO₂-Emissionen liegen bei 117 g/km.
Der Pandina ist rund 3,64 Meter lang und hat einen 225 Liter großen Kofferraum. Diese Abmessungen eignen sich gut für den Stadtverkehr, verschaffen dem Sondermodell gegenüber seinen Konkurrenten aber keinen besonderen praktischen Vorteil.
Fiat verlangt einen stolzen Preis für Nostalgie
Der Pandina Tributo Autobianchi kommt im Dezember in Italien auf den Markt. Sein offizieller Listenpreis beträgt 20.250 Euro, Fiat bewirbt jedoch einen Aktionspreis von 15.400 Euro. Dieser gilt allerdings nur bei einer Finanzierung über Stellantis Financial Services und berücksichtigt weder Kreditzinsen noch andere Finanzierungskosten. Ohne Finanzierung beträgt der Aktionspreis 16.900 Euro.
Dass Fiat den historischen Namen nutzt, ist nachvollziehbar. Der Pandina ist im europäischen Segment der kleinen Stadtautos weiterhin überraschend erfolgreich. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in Europa 100.000 Pandina-Modelle zugelassen, davon 86.000 in Italien. Das Sondermodell wird ebenfalls in Italien gebaut, im Werk Pomigliano d’Arco.
Die Rückkehr des Namens Autobianchi ist damit vor allem ein geschickter Marketingschritt. Fiat kann auf seine Geschichte zurückgreifen, ohne ein neues Modell zu entwickeln, und bietet Käufern zugleich die Möglichkeit, für eine besondere Ausstattung mehr als üblich zu bezahlen.