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Giugiaro macht aus dem winzigen Fiat Topolino zwei wilde Konzeptautos
Fabrizio Giugiaro und Lapo Elkann haben den Fiat Topolino in zwei völlig unterschiedliche Einzelstücke verwandelt. Der Top. L macht aus dem winzigen Fiat einen sportlichen Speedster, während der Top. J vier Sitze in einem weniger als drei Meter langen Auto unterbringt.
GFG Style enthüllte beide Fahrzeuge am 11. September auf dem Turiner Autosalon. Es handelt sich nicht um Vorboten künftiger Serienmodelle, sondern um Designstudien, die zeigen sollen, wie weit sich das einfache Grundkonzept des Topolino ausreizen lässt.
Der Top. L macht den Topolino zum Miniatur-Speedster
Der Top. L ist ein Zweisitzer, vollständig offen und bewusst minimalistisch gehalten. Giugiaro und Elkann ließen sich von legendären Sportwagen inspirieren, darunter James Deans Porsche 550 Spyder „Little Bastard“.
GFG Style betont, dass es sich nicht um eine direkte Nachbildung des Designs handelt. Ziel war es, dieselbe rebellische Haltung einzufangen.
Die Karosserie erhielt eine matte Lackierung in Aquamarin, während die Designer im Innenraum Leder in derselben Farbe mit Alcantara-Akzenten kombinierten. Das Ergebnis spielt mit den klassischen Proportionen eines Speedsters, überträgt sie aber auf die Dimensionen eines der bescheidensten Stadtfahrzeuge Europas.
Der Top. J bietet Platz für vier Personen
Der Top. J ist noch ungewöhnlicher. GFG Style ordnete die Sitzplätze für vier Personen Rücken an Rücken an. Statt eines herkömmlichen Dachs schützt ein Stoffverdeck die Insassen vor Regen und Sonne.
Die blau-grüne Farbkombination wurde von einem Ferrari 166 MM aus den 1950er-Jahren inspiriert, der Gianni Agnelli gehörte. Das Design nimmt außerdem Bezug auf Umberto Agnelli, der seine Autos gern mit Details in Blau- und Grüntönen individualisierte.
Im Innenraum kombiniert GFG Style Frottee und Leder. Der Top. J ist damit nicht einfach nur der Versuch, im Topolino mehr Sitze unterzubringen, sondern ein bewusst extravagantes Designobjekt.
Auf die PS kommt es diesmal nicht an
Das wichtigste Detail liegt in dem, was GFG Style nicht bekannt gegeben hat. Die Pressemitteilung nennt weder Leistung noch Batteriekapazität, Reichweite oder Höchstgeschwindigkeit des Top. L und des Top. J.
Das passt zum Konzept des Projekts. Giugiaro und Elkann erklären ausdrücklich, dass die emotionale Anziehungskraft eines Autos nicht von PS-Zahl, Preis oder Größe abhängt. Für ihr erstes gemeinsames Projekt wählten sie den Topolino gerade deshalb, weil sie nicht mit einem leistungsstarken und unerschwinglichen Auto beginnen wollten.
Im europäischen Kontext sind diese beiden Fahrzeuge wegen ihres Designs interessanter als wegen ihrer Technik. Das eine verwandelt ein einfaches Stadtfahrzeug in ein Spielzeug mit der Anmutung eines exotischen Autos, das andere lotet aus, wie viele Nutzungsmöglichkeiten sich in einer weniger als drei Meter langen Karosserie unterbringen lassen.