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Van und Truck of the Year sind elektrisch: Renault und Volvo gewinnen in Hannover
Die Gewinner der beiden wichtigsten jährlichen Auszeichnungen der europäischen Nutzfahrzeugbranche setzen beide auf Elektroantriebe. Der neue Renault Trafic Van E-Tech Electric erhielt den Titel International Van of the Year 2027, während die Auszeichnung International Truck of the Year 2027 an die neue Elektro-Lkw-Baureihe von Volvo Trucks ging. Beide Preise wurden auf der IAA Transportation in Hannover verliehen.
Das Ergebnis zeigt recht deutlich, wohin sich die europäische Nutzfahrzeugbranche entwickelt. Elektroantriebe gewinnen nicht mehr nur in der Kategorie der Stadtlieferwagen. Bei Volvo kommt dieselbe Technologie nun auch in schweren Lkw mit einer Reichweite von bis zu 700 km zum Einsatz.
Jury stimmt einstimmig für Renault
Der neue Trafic Van E-Tech Electric war die einstimmige Wahl der 26 Mitglieder zählenden Jury des International Van of the Year. Der neue Kompakttransporter von Stellantis ProOne belegte den zweiten Platz, während sich der Farizon V7E und der Volkswagen Caddy Cargo den dritten Platz teilten.
Diesmal zeigte sich die Jury besonders von der Technik beeindruckt. Die vierte Generation des Trafic nutzt ein 800-Volt-Bordnetz und die Architektur eines softwaredefinierten Fahrzeugs (Software-defined Vehicle, SDV). Laut den Presseunterlagen von Renault Estland beträgt die Reichweite bis zu 470 km, wobei dieser Wert noch bestätigt werden muss. Der Wendekreis des Transporters beträgt lediglich 10,3 Meter.
Die vom Veranstalter der Auszeichnung veröffentlichten technischen Daten nennen zudem einen 150 kW starken Elektromotor, ein Drehmoment von 345 Nm, eine Nutzlast von bis zu 1,25 Tonnen, 5,8 m³ Laderaum und eine Anhängelast von bis zu 2 Tonnen.
Volvo gewinnt mit einer ganzen Modellpalette
In der Kategorie der schweren Lkw gewann diesmal kein einzelnes Modell, sondern die neue Elektrobaureihe von Volvo: FH Electric, FM Electric, FMX Electric und FH Aero Electric.
Die 24 Mitglieder zählende Jury des International Truck of the Year vergab 86 Punkte an Volvo. Zu den Konkurrenten gehörten der Ford Trucks F-Max, Iveco S-eWay Tractor, MAN eTGM und Mercedes-Benz eArocs 400.
Die Stärke von Volvo lag in der breiten Palette möglicher Einsatzzwecke. Nach Angaben des Herstellers kann die Fernverkehrsversion des FH Aero Electric mit einer Akkuladung bis zu 700 km zurücklegen, während die vielseitig einsetzbaren Modelle FH, FM und FMX Electric der nächsten Generation bis zu 470 km schaffen. Damit deckt dieselbe elektrische Modellfamilie den Regionalverkehr, den Fernverkehr, Verteileraufgaben und den Baustelleneinsatz ab.
Elektroantriebe sind für die Jurys kein Experiment mehr
Der Trafic zeigt, wie ein Elektrotransporter zu einem softwaredefinierten Arbeitsgerät werden kann. Seine 800-Volt-Architektur soll Ladezeiten und Ausfallzeiten reduzieren. Volvo überträgt dieselbe Logik auf eine deutlich schwerere Fahrzeugklasse, in der eine Reichweite von bis zu 700 km bereits mit den Einsatzprofilen konventioneller Ferntransporte zu konkurrieren beginnt.
Noch aussagekräftiger ist die Geschichte der Auszeichnung für schwere Lkw. Volvos Sieg bedeutet, dass bereits im vierten Jahr in Folge ein batterieelektrischer Lkw den Titel International Truck of the Year gewonnen hat. 2024 siegte der Volvo FH Electric, 2025 der Mercedes-Benz eActros 600, 2026 der DAF XD und XF Electric und nun die neue Elektrobaureihe von Volvo.
Die größte Frage rund um die Elektrifizierung des europäischen Transportsektors lautet daher nicht mehr, ob sich ausreichend leistungsfähige Transporter und Lkw bauen lassen. Über die tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit entscheiden zunehmend der Anschaffungspreis, der Energieverbrauch, das Ladenetz, die Ausfallzeiten und die Gesamtbetriebskosten, auch Total Cost of Ownership oder TCO genannt.