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Volvos neuer Elektro-Lkw ist für bis zu 80 Tonnen ausgelegt und schafft bei 76 Tonnen Gesamtzuggewicht bis zu 420 km

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 14.09.2026

Volvo Trucks erweitert sein Elektro-Lkw-Programm um eine neue Version des FH Electric, die für Fahrzeugkombinationen mit bis zu 80 Tonnen ausgelegt ist. Der Hersteller verspricht bei 76 Tonnen Gesamtzuggewicht eine Reichweite von bis zu 420 km, bei einer 64-Tonnen-Kombination sollen bis zu 450 km möglich sein.

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Das neue Modell richtet sich an Märkte, in denen höhere Gesamtzuggewichte als nach europäischem Standard zulässig sind. Der Verkauf startet in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz. Die ersten Lkw sollen Anfang 2027 auf den Markt kommen.

640-kWh-Batterie und bis zu 680 kW Ladeleistung

Der neue FH Electric nutzt denselben Antriebsstrang, den Volvo im April 2026 für seine Elektro-Lkw FH, FM und FMX vorgestellt hat.

Die Batterie verfügt über eine nutzbare Kapazität von 640 kWh. Das Megawatt Charging System (MCS) ermöglicht eine Ladeleistung von bis zu 680 kW. Damit lässt sich die Batterie in rund 36 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden. Über einen CCS2-Anschluss mit 360 kW dauert derselbe Ladevorgang etwa 70 Minuten.

Volvo hat außerdem das Batteriemanagement aktualisiert und die Wärmedämmung verbessert, um die Effizienz in kalten Klimazonen zu steigern. Das ist besonders in den nordischen Ländern wichtig, wo niedrige Temperaturen die reale Reichweite eines Elektro-Lkw deutlich stärker beeinträchtigen als die eines Pkw.

80 Tonnen verändern die Rolle des Elektro-Lkw

Den größten Vorteil des neuen Modells sieht Volvo darin, dass es Aufgaben übernehmen kann, die Elektro-Lkw aufgrund ihrer begrenzten Gewichtskapazität und Reichweite bislang nicht bewältigen konnten. Mit einer 64-Tonnen-Kombination beträgt die Reichweite bis zu 450 km. Bei dem in Schweden zulässigen Gesamtzuggewicht von 74 Tonnen und der in Finnland erlaubten Obergrenze von 76 Tonnen verspricht Volvo bis zu 420 km. Das maximale technische Gesamtzuggewicht liegt bei 80 Tonnen.

Damit stößt der Lkw in ein Segment vor, in dem der Dieselantrieb bislang praktisch alternativlos war. Das gilt insbesondere für Holztransporte, den schweren Regionalverkehr und weniger schwere Baustellentransporte.

Achsen mit Nabenuntersetzung verbessern die Traktion bei schweren Transporten

Mit der neuen Version führt Volvo Achsen mit Nabenuntersetzung ein. Diese Lösung erhöht die Bodenfreiheit unter der Achse und verbessert das Anfahrvermögen mit einer sehr schweren Fahrzeugkombination.

Das ist beispielsweise bei Holztransporten und auf Baustellen von Vorteil, wo der Lkw nicht nur ein hohes Gewicht bewältigen muss, sondern auch mit schlechteren Fahrbahnverhältnissen zurechtkommen soll.

Das Achtganggetriebe wurde speziell für Elektromotoren entwickelt. Der elektrische Nebenabtrieb, kurz e-PTO, kann Geräte wie Kühlaggregate ohne separaten Dieselgenerator mit Energie versorgen.

In Europa wird das Ladenetz zur Schlüsselfrage

Volvos Elektro-Lkw zeigt, dass ein vollelektrischer Antrieb nicht mehr auf die urbane Logistik und den leichten Regionalverkehr beschränkt ist. Eine 640-kWh-Batterie und mehr als 400 km Reichweite bei einem sehr hohen Gesamtzuggewicht machen den Elektro-Lkw auch für deutlich anspruchsvollere Transportaufgaben nutzbar.

Gleichzeitig verlagert sich der Engpass vom Lkw auf die Infrastruktur. MCS-Laden mit 680 kW ermöglicht angemessen lange Pausen während des Arbeitstags, doch Ladepunkte mit einer solchen Leistung sind an Europas wichtigsten Fernstraßen noch längst nicht alltäglich.

Die Technik hat damit einen Stand erreicht, an dem der Bau eines 76-Tonnen-Elektro-Lkw nicht mehr das Hauptproblem ist. Deutlich schwieriger ist es, sicherzustellen, dass zum richtigen Zeitpunkt ein ausreichend leistungsfähiger Ladepunkt verfügbar ist.