Scania 730 S
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Der Kraftstoffverbrauch von Lkw hängt zunehmend von der Summe kleiner Fortschritte ab

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 12.08.2026

Die Senkung des Kraftstoffverbrauchs bei schweren Lkw hängt zunehmend von der kumulierten Wirkung kleiner technischer Verbesserungen ab. Neben Motor und Aerodynamik beeinflussen auch Antriebsstrang, Reifenrollwiderstand, Energiemanagement und vorausschauende Fahrerassistenzsysteme den Energieverbrauch.

Gleichzeitig verschärft die Europäische Union die CO2-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge. Im überarbeiteten Rahmen gelten für die meisten regulierten Fahrzeuguntergruppen CO2-Minderungsfaktoren von 45 % ab 2030, 65 % ab 2035 und 90 % ab 2040. Die genauen Referenzwerte und Berechnungen zur Einhaltung der Vorgaben unterscheiden sich je nach Fahrzeugkategorie.

Der Motor allein reicht nicht mehr aus

Die besten Dieselmotoren für schwere Nutzfahrzeuge nähern sich inzwischen einem Bremswirkungsgrad von 50 %. Scania gibt beispielsweise für seinen 13-Liter-Super-Motor einen maximalen Bremswirkungsgrad von 50 % an. Weitere Fortschritte verfolgen die Hersteller durch präzisere Kraftstoffeinspritzung, geringere innere Reibung, effizientere Turboaufladung und den Betrieb bei niedrigeren Motordrehzahlen.

Bei Autobahngeschwindigkeit hat die Aerodynamik großen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Dach- und Seitenabweiser, aerodynamisch stärker optimierte Fahrerhäuser und Kamerasysteme als Ersatz für herkömmliche Spiegel tragen alle dazu bei, den Luftwiderstand zu senken. Der Nutzen jeder einzelnen Änderung mag gering sein, doch bei hoher Jahresfahrleistung kann die kombinierte Wirkung mehrerer Verbesserungen erheblich werden.

Dasselbe Prinzip gilt für das Getriebe. Das GW-Getriebe von Scania nutzt eine Bereichssperre, die das gleichzeitige Einlegen von Gängen verhindert und einen separaten Rückwärtsgang überflüssig macht. Laut Scania macht die Konstruktion das Getriebe kürzer und leichter und verringert zugleich Energieverluste.

Reifen und Software beeinflussen ebenfalls die Betriebskosten

Bei Reifen gibt es keinen aussagekräftigen einzelnen Prozentsatz zur Kraftstoffersparnis: Das Ergebnis hängt vom Lkw, seiner Beladung, dem Fahrbahnbelag, dem Reifendruck und dem Reifenaufbau ab. Continental erklärt dennoch, dass der Rollwiderstand bis zu einem Drittel des Kraftstoffverbrauchs eines Lkw ausmachen kann. Korrekte Reifendrücke, eine sachgerechte Achsvermessung und rollwiderstandsarme Reifen können Energieverluste daher direkt senken.

Auch Software spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Vorausschauende Tempomatsysteme nutzen topografische Daten, um Steigungen und Gefälle vorherzusehen und Geschwindigkeit, Gangwahl sowie den Schubbetrieb entsprechend anzupassen. Nach Angaben von Scania kann sein aktualisierter Cruise Control mit Active Prediction auf welligen Strecken zusätzliche Kraftstoffeinsparungen von bis zu 2 % ermöglichen.

Die Kraftstoffeffizienz schwerer Lkw hängt somit nicht mehr von einer einzelnen bahnbrechenden Technologie ab. Hersteller arbeiten parallel daran, Verluste in Motor, Antriebsstrang, Aerodynamik und Reifen zu verringern, und setzen zugleich verstärkt Software ein, damit diese Systeme als Ganzes zusammenarbeiten. Bei einem Lkw mit hoher Laufleistung kann die kombinierte Wirkung mehrerer kleiner Verbesserungen zu einer spürbaren Senkung der Kraftstoffkosten für den Frachtführer führen.


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