Mercedes-Maybach VLS
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Mercedes bringt Maybach erstmals ins Luxus-Van-Segment

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 25.03.2026

Mercedes-Benz hat einen ersten Ausblick auf den Mercedes-Maybach VLS gegeben, den ersten Maybach-Van der Marke. Seine öffentliche Premiere dürfte auf der Auto China in Peking erfolgen, die vom 24. April bis 3. Mai läuft. Das unterstreicht, wie klar Stuttgart das Modell auf Asiens margenträchtigen Markt für chauffierte Luxusfahrzeuge ausrichtet.

Mercedes zeigte in seinem Teaser nur sehr wenig, genau das war offenkundig beabsichtigt. Zu sehen waren ein Maybach-Emblem an der C-Säule, ein Ausschnitt der Seitenverglasung und ein Teil der Rückleuchte. Die Botschaft war dennoch eindeutig. Die Marke will Maybach in eine neue Nische jenseits von Limousinen und SUV führen, in der Käufer weniger auf eine flache Dachlinie achten als auf Raumangebot, Komfort im Fond und ein loungeartiges Reiseerlebnis, bei dem die Fahrt selbst zum Produkt wird. Mercedes bezeichnet den Neuling als Grand Limousine, die Geräumigkeit, Eleganz und besondere Aufmerksamkeit für die Passagiere im Fond vereinen soll.

Wohin die Reise geht, hatte Vision V bereits gezeigt.

Die Logik hinter dem VLS lag schon am 22. April 2025 auf dem Tisch, als Mercedes in Shanghai die Studie Vision V enthüllte. Dieses Fahrzeug machte die Richtung klar. Mercedes dachte nicht an eine etwas noblere V-Klasse. Stattdessen skizzierte der Hersteller eine komplett neue Familie elektrischer Luxus-Vans, darunter mit einem 65-Zoll-Kinobildschirm, der aus dem Boden ausfährt, einem Audiosystem mit 42 Lautsprechern, sieben Projektoren und einem Fond, der als private Lounge gestaltet ist.

Damals machte Mercedes auch deutlich, dass die neue Van.EA-Architektur die Baureihe klar in zwei Bereiche aufteilen wird. Der VLE soll den flexibleren Premiumbereich abdecken, während der VLS an der Spitze des Portfolios positioniert wird. Das ist wichtig, weil es zeigt, dass der VLS weder ein Nebenprojekt noch eine reine Designübung ist. Er ist Teil des gezielten Versuchs, ein neues Profitzentrum aufzubauen.

Eine China-zuerst-Strategie ergibt dabei durchaus Sinn.

Die Strategie wird leichter verständlich, sobald China in den Blick rückt. Reuters berichtete bereits 2024, dass Mercedes dort eine schnell wachsende Nachfrage nach Luxus-Vans sieht. Als Vision V 2025 vorgestellt wurde, betonte Ola Källenius, dass dieses Segment nicht nur in China, sondern auch weltweit großes Potenzial habe.

Der Hintergrund erklärt den Schritt recht klar. Mercedes geriet in China unter Druck, nachdem der Pkw-Absatz 2024 um 7 Prozent sank und der Van-Absatz um 20 Prozent zurückging. Im ersten Quartal 2025 verschärfte sich der Rückgang erneut. Vor diesem Hintergrund eröffnet ein geräumiger Maybach für den Chauffeurbetrieb Zugang zu einem margenträchtigeren Teilsegment, als es eine konventionelle V-Klasse je könnte.

Deshalb ergibt der VLS eher als neue Art von Flaggschiff Sinn denn als klassischer Personentransporter. Laut Autocar bestätigte Källenius am 24. März in Peking, dass ein VLS mit Maybach-Emblem tatsächlich kommt und direkt gegen Luxus-MPV wie den Lexus LM antreten soll. Demselben Bericht zufolge will Mercedes die Produktion des regulären VLS bis Ende 2026 starten, die Maybach-Version dürfte 2027 folgen.

Das deutet auf einen breiteren Wandel hin, wie Luxus definiert wird. Radstand und Leistung bleiben natürlich wichtig, doch Einstiegsrituale, Privatsphäre im Fond, digitales Theater und die Möglichkeit, das Auto als mobiles Büro oder privaten Salon zu nutzen, werden ebenso bedeutend. Mercedes hat offenkundig erkannt, dass die klassische Formel der Repräsentationslimousine beim Prestige kein Monopol mehr hat.

Wenn auch nur die Hälfte des theatralischen Interieurs der Vision V den Weg in die Serie schafft, könnte der Mercedes-Maybach VLS mehr werden als nur ein weiteres Nischenmodell. Er könnte zum Moment werden, in dem eine europäische Premiummarke beweist, dass im richtigen Markt schieres Raumangebot genauso begehrenswert sein kann wie Geschwindigkeit.


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