Der Mitsubishi ASX VR-e ist im Wesentlichen ein Foxtron Bria mit neuem Markenlogo
Mitsubishi kehrt mit dem ASX VR-e auf den australischen Markt für batterieelektrische Fahrzeuge zurück. Das neue Modell basiert auf dem taiwanischen Foxtron Bria. Der Marktstart ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Damit erweitert Mitsubishi sein Modellprogramm erneut mithilfe von Technik, die von Partnerunternehmen entwickelt wurde.
Mitsubishi Motors Australia wird den ASX VR-e in vier Ausstattungslinien anbieten: LS, Aspire, Exceed und GSR. Er wird das erste batterieelektrische Modell der Marke in Australien seit dem i-MiEV sein. Mitsubishi hat bislang weder Batteriekapazität und Leistung noch Reichweite und Ladespezifikationen der australischen Version bekannt gegeben.
Foxtron-Technik, Mitsubishi-Abstimmung
Nach Angaben von Mitsubishi Motors wurde das Elektroauto gemeinsam mit Foxtron entwickelt und wird in Taiwan von Yulon Motor produziert. Das Projekt wurde mit Blick auf die Märkte in Australien und Neuseeland konzipiert. Der ursprüngliche Zeitplan sah eine Markteinführung in Ozeanien in der zweiten Jahreshälfte 2026 vor.
Der ASX VR-e ist somit keine vollständige Mitsubishi-Neuentwicklung. Seine Basis bildet der Foxtron Bria, die Serienversion des von Pininfarina entworfenen Konzeptfahrzeugs Model B. Mitsubishi hat Front- und Heckpartie, Räder sowie Innenraumdekore eigenständig gestaltet. Globale und regionale Entwicklungsteams haben das Fahrzeug zudem umfangreichen lokalen Tests und Abstimmungsarbeiten in Australien unterzogen, um ihm einen eigenständigen Fahr- und Handlingcharakter zu verleihen.
Auch die Bezeichnung VR-e ist kein Zufall. Mitsubishi zufolge verweist sie auf den Galant VR-4, die leistungsorientierte Limousine mit Allradantrieb, die vor der Einführung des Lancer Evolution zu den leistungsfähigsten Straßenfahrzeugen des Unternehmens zählte.
Foxtron Bria liefert Hinweise auf die möglichen Eigenschaften des ASX VR-e
Der Foxtron Bria ist 4.315 mm lang, 1.885 mm breit und 1.535 mm hoch; der Radstand beträgt 2.800 mm. Mit seinen Abmessungen und Proportionen bewegt er sich zwischen einem kompakten Elektro-Crossover und einem höhergelegten Schrägheckmodell.
Der Bria mit Hinterradantrieb nutzt eine 57,7-kWh-LFP-Batterie und einen 171-kW-Elektromotor. Foxtron nennt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 6,8 Sekunden und eine NEDC-Reichweite von 516 km.
Das Spitzenmodell Bria Pioneer erhält einen zweiten Elektromotor und Allradantrieb. Die Systemleistung steigt auf 299 kW, wodurch sich die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h auf 3,9 Sekunden verkürzt. Mit derselben 57,7-kWh-Batterie sinkt die angegebene NEDC-Reichweite auf 466 km. Mitsubishi hat nicht bestätigt, ob der ASX VR-e diese Antriebe und Spezifikationen unverändert übernimmt.
Der Bria unterstützt Gleichstrom-Schnellladen über CCS2 mit bis zu 134 kW. Laut den technischen Daten von Foxtron dauert das Laden von 10 auf 80 Prozent rund 30 Minuten, während das Wechselstromladen über Typ 2 auf 7 kW begrenzt ist.
Aus europäischer Sicht zählt diese Begrenzung der Wechselstrom-Ladeleistung auf 7 kW zu den offensichtlicheren Schwächen des Gesamtpakets. Auch die angegebene NEDC-Reichweite von 516 km darf nicht direkt mit den in Europa verwendeten WLTP-Werten verglichen werden. Erst die endgültigen Homologationswerte von Mitsubishi werden eine fundierte Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit des ASX VR-e im realen Fahrbetrieb erlauben.
Europastart nicht bestätigt
Mitsubishi hat keine Pläne für einen Verkauf des ASX VR-e in Europa angekündigt. Das europäische Modellprogramm umfasst bereits den vollelektrischen Eclipse Cross BEV sowie Colt, ASX, Grandis und Outlander PHEV.
Vorerst ist der ASX VR-e somit in erster Linie ein Modell für den ozeanischen Markt. Seine Bedeutung reicht dennoch über Australien und Neuseeland hinaus. Die Partnerschaft mit Foxtron verdeutlicht, wie Mitsubishi zunehmend auf von Partnern entwickelte Fahrzeuge setzt, um sein Angebot schneller zu erweitern. Dieselbe grundlegende Strategie verfolgt das Unternehmen mit von Renault gelieferten Modellen in Europa und von Nissan gelieferten Modellen in Nordamerika.
Der Erfolg des ASX VR-e wird letztlich von zwei Faktoren abhängen: davon, wie viel von Mitsubishis eigener Fahrcharakteristik sich in die zugrunde liegende Foxtron-Technik übertragen lässt, und davon, wie wettbewerbsfähig der Preis ausfällt. Beide Fragen sollten sich kurz vor dem australischen Marktstart im vierten Quartal 2026 beantworten lassen.