Nissan Aura Nismo RS: Hybrid mit Biss in Tokio
Nissan hat seine Nismo-Abteilung reaktiviert und präsentiert den Aura Nismo RS – im Grunde eine aufgedrehte Version des Note Aura. Offiziell noch ein Prototyp, doch der japanische Hersteller macht keinen Hehl daraus, dass dieses technische Experiment bald in Serie gehen könnte. Der Hintergrund ist wenig romantisch: Nach dem schlechtesten Inlandabsatz seit drei Jahrzehnten wirkt jedes neue Modell wie ein Rettungsanker für Nissan.
Statt nur ein paar Aufkleber zu kleben, hat Nissan dem kleinen Hatchback das dreimotorige e-Power-System aus dem X-Trail eingepflanzt. Das Ergebnis: ein Allrad-Hybrid mit 204 PS an der Vorderachse und 136 PS hinten, während ein Benziner im Hintergrund lautstark Strom erzeugt. Die zusätzliche Technik bringt 100 Kilogramm Mehrgewicht, das Nissan mit kräftigeren Bremsen und einer um 20 Millimeter tiefergelegten Karosserie zu kompensieren versucht. Damit der Wagen auch optisch Tempo verspricht, wurde die Spur um satte 145 Millimeter verbreitert und ein riesiger Heckflügel montiert – Stabilität, die ein Stadtauto selten nötig hat.
Der Aura Nismo RS dient Nissan als technischer Lackmustest: Kann die Marke noch Emotionen wecken? Wenn alles nach Plan läuft, könnte dieser breit gebaute, mit Spoilern gespickte Hybrid bald auf Straße und Rennstrecke auftauchen. Ob das reicht, um Nissans Verkaufszahlen wieder ins Plus zu bringen, oder ob das Auto nur ein weiteres düsteres Kapitel in der Firmengeschichte bleibt, ist offen. Fest steht: Die Japaner wollen beweisen, dass auch ein Sparhybrid zubeißen kann, wenn man ihm genug Sportkleidung anzieht.